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SARS-ähnliches neues Virus für den Menschen gefährlich?

16.03.2016

Wie die Vergangenheit zeigt, wird die Menschheit manchmal von Viren überrascht, die niemand auf der Rechnung hatte. Ein Blick auf Viren, die bei Tieren zirkulieren, soll helfen, dem zuvorzukommen. Jetzt vermelden Virenforscher aus den USA, dass ein neues, SARS-ähnliches Virus bei Fledermäusen bereit sein könnte, auch Menschen zu infizieren.

Ein neues, SARS-ähnliches Virus bei Fledermäusen könnte auch Menschen infizieren.
Fledermäuse und andere Tiere gelten als Wirte für Viren, die auch dem Menschen gefährlich werden können.
© artthailand - Fotolia

Mit dem Schweren Akuten Respiratorischen Syndrom (SARS) hatten sich im Jahr 2002 Tausende von Menschen infiziert. Die Viren, die Forscher jetzt in chinesischen Fledermäusen aus der Familie der Hufeisennasen fanden und mit dem Kürzel WIV1 bezeichneten, ähneln dem SARS-Coronavirus stark. Sie binden offenbar an die gleichen Rezeptoren wie das SARS-Virus und könnten in der Lage sein, ohne eine weitere Veränderung auch Menschen zu infizieren. Wie die Forscher online im Fachblatt Proceedings of the National Academy of Sciences weiter berichten, sei das Virus in der Lage, sich leicht und effizient in Zellkulturen von menschlichem Lungengewebe zu vermehren. Dies deute darauf hin, dass es direkt auf Menschen übergehen könnte. „Das Vermögen dieser Virengruppe auf Menschen überzuspringen ist größer, als wir zunächst dachten“, sagt Erstautor Vineet Menachery von University of North Carolina in Chapel Hill. Es könne aber auch sein, dass dies nie passiere.

Die Ähnlichkeit zu SARS hat den Vorteil, dass man es vielleicht mit ähnlichen Mitteln bekämpfen könnte. So fanden die Forscher heraus, dass Antikörper, die zur Behandlung von SARS entwickelt wurden, auch gegen WIV1 helfen. Allerdings sei es schwierig, genügend große Mengen davon herzustellen, um im Fall eines Ausbruchs viele Menschen damit zu behandeln. Eine vorbeugende Impfung sei derzeit noch nicht möglich. Da sich die Viren in kleinen Details unterscheiden, böten die bestehenden Impfungen gegen SARS hier keinen Schutz. Nichtdestotrotz ist es wichtig, Informationen darüber zu sammeln, welche Viren in Tieren vorkommen und wie groß die Gefahr ist, dass sie auf Menschen übergehen. Nur so kann es eine Chance geben, sich auf das Auftauchen von neuen Viren vorzubereiten.

HH

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