Krafttraining als Zusatzschutz fürs Herz
Frauen, die regelmäßig ihre Muskeln trainieren, hatten in einer neuen Analyse ein deutlich geringeres Risiko für schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Besonders auffällig: Der Effekt zeigte sich zusätzlich zu bekannten Vorteilen von Ausdauertraining wie Gehen, Joggen oder Radfahren.
Die Studie erschien im Journal of the American College of Cardiology und basiert auf Daten von über 117.000 Frauen aus zwei großen US-Gesundheitsstudien. Erfasst wurden unter anderem Häufigkeit und Dauer des Krafttrainings sowie das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall oder andere schwere Herzereignisse.
Schon zwei Stunden pro Woche könnten das Herz schützen
Frauen, die zwei oder mehr Stunden pro Woche Krafttraining angaben, hatten ein niedrigeres Risiko für schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen – vor allem für Herzinfarkte. Jede zusätzliche Stunde pro Woche ging mit einem weiteren Rückgang des Risikos einher. Wichtig: Die Daten zeigen Zusammenhänge, keine gesicherten Ursachen.
Auch neben Joggen oder Radfahren zeigte sich ein Effekt
Besonders interessant: Krafttraining wirkte auch dann positiv, wenn Frauen bereits ausreichend Ausdauertraining machten. Wer zusätzlich weniger Zeit vor dem Fernseher verbrachte, schnitt insgesamt am besten ab.
Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind weltweit die häufigste Todesursache. Jede Maßnahme, die das Risiko senken könnte, ist daher relevant – besonders solche, die sich leicht in den Alltag einbauen lassen. Krafttraining benötigt keine Geräte: Auch Übungen mit dem eigenen Körpergewicht zählen.
Was Frauen aus der Studie mitnehmen können
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass ein Mix aus Ausdauer, Kraft und weniger Sitzen für Frauen besonders sinnvoll sein könnte. Die Studie hat jedoch auch Einschränkungen:
So basieren die Angaben zum Training zum Beispiel auf Selbstauskünften und können ungenau sein. Außerdem wurde die Art des Krafttrainings nicht im Detail erfasst. Es handelt sich um eine Beobachtungsstudie – sie kann keinen eindeutigen Ursache-Wirkungs-Nachweis liefern.
Für Patientinnen gilt: Behandlungen oder Trainingspläne sollten nicht eigenständig geändert werden, sondern immer mit ärztlichem Rat.
Quelle: DOI 10.1016/j.jacc.2026.04.036