Die Wadenmuskeln helfen dabei, das Blut aus den Beinen zurück zum Herzen zu transportieren. Wer lange sitzt oder steht, kann diese sogenannte Wadenpumpe mit sechs einfachen Bewegungen aktivieren.

Bei jedem Schritt arbeitet in den Unterschenkeln eine Art zweite Pumpe. Die Wadenmuskeln ziehen sich zusammen, drücken dabei auf die umliegenden Venen und helfen so, das Blut gegen die Schwerkraft zurück zum Herzen zu befördern. Medizinisch spricht man von der Muskel-Venen-Pumpe oder Wadenmuskelpumpe.
Unterstützt wird dieser Mechanismus von kleinen Venenklappen. Sie wirken wie Rückschlagventile und verhindern, dass das Blut zwischen den Muskelkontraktionen wieder in Richtung Füße zurückfließt. Besonders aktiv ist die Wadenmuskelpumpe beim Gehen, Treppensteigen oder Fersenheben. Bleiben die Beine dagegen längere Zeit nahezu unbewegt, arbeitet auch die Muskelpumpe deutlich weniger.
Auch einfache Übungen bringen die Wadenmuskulatur zum Arbeiten. Besonders bei langem Sitzen oder Stehen lohnt es sich, regelmäßig Bewegung in die Beine zu bringen:
Arbeitet die Wadenmuskelpumpe nicht ausreichend, kann sich Blut leichter in den Beinen stauen. Mögliche Folgen sind schwere oder schmerzende Beine sowie geschwollene Knöchel. Auf Dauer kann eine eingeschränkte Pumpfunktion auch zu Venenproblemen beitragen.
Wie gut diese Muskelpumpe arbeitet, könnte zudem etwas über den allgemeinen Gesundheitszustand aussagen. Darauf deuten zwei Untersuchungen aus den USA hin, in denen eine eingeschränkte Pumpfunktion mit einer höheren Sterblichkeit in den folgenden Jahren verbunden war. Das bedeutet jedoch nicht, dass eine schwache Wadenpumpe die höhere Sterblichkeit verursacht oder dass Übungen für die Waden das Leben verlängern. Eine eingeschränkte Pumpfunktion könnte beispielsweise auch mit Bewegungsmangel, Muskelabbau oder anderen Erkrankungen zusammenhängen.
Schmerzen oder Schwellungen in einem Bein sollten nicht einfach auf langes Sitzen geschoben werden. Treten plötzlich einseitige Schmerzen, Schwellungen, Rötungen oder eine Überwärmung auf, sollte dies ärztlich abgeklärt werden. Solche Beschwerden können auf ein Blutgerinnsel beziehungsweise eine Thrombose hindeuten.
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