Mit Blutverdünnern richtig umgehen

 

Haben Patienten ein erhöhtes Risiko für Schlaganfall, Herzinfarkt oder Beinvenenthrombosen, müssen sie lebenslang Medikamente nehmen, die die Blutgerinnung hemmen. Obwohl die Therapie mit diesen Wirkstoffen anspruchsvoll ist, gehört sie heute zum Standard und schützt viele Patienten zuverlässig vor einem lebensbedrohlichen Zustand. Was bei der Einnahme zu beachten ist, beleuchtet die Neue Apotheken Illustrierte in ihrer aktuellen Ausgabe vom 15. Februar 2017.

 

Rund eine Millionen Menschen nehmen in Deutschland Gerinnungshemmer ein. In den meisten Fällen handelt es sich um niedrig dosierte Acetylsalicylsäure (ASS), Phenprocoumon oder einen der sogenannten modernen Blutverdünner. Alle Arzneistoffe sind als Tablette einzunehmen. Welcher Arzneistoff für wen geeignet ist, entscheidet der Arzt individuell aufgrund des Krankheitsbildes.

 

Phenprocoumon und die neueren oralen Antikoagulanzien (NOAKs) sind in ihrer Anwendung nicht ganz unkompliziert. So können bei der Anwendung mit dem Vitamin-K-Antagonisten Phenprocoumon vielfältige Wechselwirkungen mit Nahrungsmitteln und Medikamenten auftreten. Begleiterkrankungen können ebenfalls beeinflussen, wie gut der Arzneistoff seine Blutverdünnung verrichten kann. Deshalb gehört es zur Behandlung, den Gerinnungswert des Blutes regelmäßig zu bestimmen – entweder in der Arztpraxis oder zu Haus mit einem handlichen Testgerät.

 

Das ist umständlich und schränkt viele Patienten in ihrer Lebensqualität ein. Vor diesem Hintergrund bieten die NOAKs wie Dabigatran, Rivaroxaban oder Apixaban sowohl einen therapeutischen als auch praktischen Vorteil. Sie sind wesentlich einfacher zu handhaben als die Vitamin-K-Antagonisten. Die Tablettendosis bleibt jeden Tag gleich, ihre Wirkung tritt schnell ein und vor allem: Der Patient braucht keine regelmäßigen Gerinnungstests. Allerdings muss der Arzt die Nierenfunktion des Patienten prüfen, um die richtige Dosis zu finden.

 

Ganz unproblematisch ist der Alltag mit einem NOAK jedoch auch nicht. Auch hier kommt es mit zahlreichen anderen Arzneistoffen zu Wechselwirkungen. Besondere Vorsicht ist etwa beim Kauf von Schmerz- und Fiebermitteln geboten. Denn einige dieser nicht steroidalen Antirheumatika verstärken den gerinnungshemmenden Effekt und können Magen-Darm-Blutungen auslösen. In der Ernährung ist der NOAK-Patient dagegen frei, keine Interaktionen sind zu erwarten. Da die Vielfalt von Arzneimittel-Wechselwirkungen heute kaum noch zu überblicken ist, sind »Interaktionschecks« sehr hilfreich. Diese führt jede öffentliche Apotheke durch, um relevante Wechselwirkungen zu vermeiden.

 

Außerdem in diesem Heft: Auf den Diabetes-Zahn gefühlt +++ Apotheke in der Karnevalszeit +++ Reportage: Mit 68 Model und Youtube-Star

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