Gut reisen mit Diabetes

Jeder Urlaub will gut geplant sein. Das gilt mehr noch für Diabetiker - denn sie müssen an mehr Dinge denken. Deshalb lohnt eine detaillierte Planung. Die Neue Apotheken Illustrierte hat in ihrer Ausgabe vom 15. Juli 2018 wichtige Tipps für Vorbereitung, Fahrt und Urlaub zusammengestellt.

Vor der Reise:
Der rechtzeitige Besuch beim behandelnden Arzt steht ganz oben. Dieser kann Rezepte über ausreichend Medikamente, Insulin oder Teststreifen ausstellen. Tipp: Etwa doppelt so viel wie sonst üblich einplanen. Für Notfälle und um Probleme beim Zoll zu vermeiden, immer einen Diabetikerausweis in der jeweiligen Landessprache und eine „Ärztliche Bescheinigung für Flugreisen und Grenzkontrollen“ einpacken. Mit Letzterer lassen sich Insulin und andere nötige Medikamente problemlos einführen. Beim Arzt Impfstatus und eventuelle Auswirkungen auf den Blutzuckerspiegel besprechen. Beim Flug über mehrere Zeitzonen muss die Insulintherapie angepasst werden.

Während der Reise:
Wer beim Autofahren selbst am Steuer sitzt, muss seinen Blutzucker besonders gut im Blick behalten. Denn Unterzucker kann die Fahrtauglichkeit einschränken. Das gilt besonders für Diabetiker, die Insulin spritzen oder Sulfonylharnstoffpräparate einnehmen. Dann heißt es, vor der Fahrt den Blutzucker zu messen und dies etwa alle zwei Stunden bei einer kleinen Pause zu wiederholen. Not-BE in Form von Traubenzucker, Banane oder Softdrink gehören griffbereit ins Handschuhfach. Eine gute Dokumentation der Werte kann im Falle eines Unfalls helfen, rechtliche Schwierigkeiten zu vermeiden. Wer fliegt, packt das Messgerät sowie alle nötigen Medikamente in ausreichender Menge unbedingt ins Handgepäck. Bei Bordmahlzeiten erst spritzen, wenn das Essen am Platz ist. Denn unvorhergesehene Turbulenzen können die Essensausgabe verzögern. 

Im Urlaub:
Medikamente auf Reisen in südliche Länder vor direkter Sonneneinstrahlung und hohen Temperaturen schützen. Insulin in einer Kühltasche aufbewahren, aber ohne direkten Kontakt mit dem Kühlakku! Ein Geschirrtuch ist ein guter Puffer. Hitze hat Einfluss auf den Blutzucker: Deshalb im Urlaub öfter messen und die Therapie entsprechend anpassen. Zu viel Alkohol erhöht die Unterzuckerungsgefahr: Für insulinpflichtige Diabetiker empfiehlt es sich, nach einem feucht-fröhlichen Abend mit einem höheren Blutzucker von etwa 180 bis 200 mg/dl zu Bett zu gehen. 

Außerdem in diesem Heft: Dr. Smartphone: Handy im Dienste der Gesundheit +++ Medikamente und Hitze vertragen sich schlecht +++ Die richtige Behandlung einer Mittelohrentzündung

> Mehr darüber lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der "Neue Apotheken Illustrierte"