Die kleinen Malheure im Alter: Blasenschwäche

 

Müssen muss jeder. Aber wie viele Toilettengänge pro Tag gelten noch als normal? Und ab wann besteht eine Blasenschwäche? Die Neue Apotheken Illustrierte beantwortet in ihrer aktuellen Ausgabe vom 15. Juli 2017 wichtige Fragen zum Thema Harninkontinenz.

 

Wie viele Menschen unter Blasenschwäche leiden, lässt sich nur schätzen. Experten gehen von einer hohen Dunkelziffer aus. Betroffene schämen sich, ihre Beschwerden anzusprechen. Schätzungen der Deutschen Kontinenz Gesellschaft gehen von fünf bis acht Millionen Menschen in Deutschland aus, die Probleme rund um das Wasserlassen haben.

 

Dadurch, dass Betroffene ihre Beschwerden verschweigen, bringen sie sich aber auch um eine wirksame Therapie. Denn: »Der großen Mehrheit der Patienten können wir Ärzte helfen«, informiert Privatdozent Dr. Andreas Wiedemann, Chefarzt der Klinik für Urologie am Evangelischen Krankenhaus Witten.

 

Frauen trifft vor allem die sogenannte Belastungsinkontinenz. Sie verlieren Urin, etwa wenn sie lachen, husten oder niesen. Zwar gibt es hierfür kaum Medikamente, die wirken; hilfreich sind dagegen spezielle Übungen. Sie stärken die Muskulatur des Beckenbodens und lindern die Beschwerden. Auch kann eine Belastungsinkontinenz zumindest zeitweise mit Inkontinenztampons oder speziellen Pessaren versorgt werden. Zudem ist es operativ möglich, die Harnröhre mit speziellen Kunststoffbändern zu stützen.

 

Bei Männern ist es vor allem die Prostata, die Beschwerden beim Wasserlassen bedingt. Im Anfangsstadium können pflanzliche Arzneimittel helfen. Wirkstoffe aus dem Kürbissamen, Extrakte aus Roggenpollen, Sägepalmenfrüchten und Brennnesseln entspannen das Prostatagewebe und senken den Blasendruck. Das Wachstum vermindern sie jedoch nicht. Sogenannte Alphablocker verbessern den Harnfluss, indem sie auf die Muskelzellen des Blasenausgangs einwirken. Führt eine überaktive Blase zur Inkontinenz, kommen sogenannte Antimuskarinika zum Einsatz, die die Blase dämpfen. Sie sind für Männer und Frauen gleichermaßen geeignet.

 

Außerdem in diesem Heft: Satt essen erlaubt +++ Risikoprofil Aluminium +++ Die richtige Behandlung von Rheuma

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