So sicher sind Gesundheitsdaten

 

Apotheker, Ärzte und Krankenhäuser sollen in den nächsten Jahren besser auf Patientendaten zurückgreifen können. Über die Aussichten und die damit verbundenen Gefahren sprach die Neue Apotheken Illustrierte mit Marcel Weigand, Beisitzer im Vorstand des Aktionsbündnisses Patientensicherheit. Zu lesen in der aktuellen Ausgabe vom 15. Januar 2017.

 

»In der elektronischen Patientenakte sollen Informationen zu Krankheiten und Behandlungen gespeichert werden. Zudem wird es ein sogenanntes Patientenfach geben. Darin können Behandlungsdokumentationen aus der Patientenakte überführt werden. Zusätzlich kann der Versicherte eigene Daten darauf speichern, wie Schmerztagebuch oder selbst gemessene Blutzuckerwerte. Mit diesem Patientenfach erhalten Patienten auch außerhalb einer Arztpraxis Zugriff auf ihre Behandlungsdaten«, erklärt Weigand die darauf verfügbaren Daten.

 

Droht bei der zunehmenden Vernetzung und Digitalisierung im Gesundheitswesen der gläserne Patient? Experte Weigand streicht eher die Vorteile der zunehmenden Vernetzung heraus. »Jeder Versicherte kann selbst festlegen, ob und in welchem Umfang er von den Möglichkeiten zur Speicherung von Gesundheitsdaten Gebrauch machen möchte. Er legt fest, ob generell oder in welchem Umfang eine Anwendung wie Notfalldaten genutzt werden dürfen. Die Daten werden verschlüsselt und können nur abgerufen werden, wenn neben der elektronischen Gesundheitskarte auch ein Heilberufsausweis eines Arztes in das Lesegerät gesteckt wird. Diese "Ende–zu–Ende-Verschlüsselung" soll für mehr Sicherheit sorgen.

 

Die elektronische Gesundheitskarte und das Speichern von Gesundheitsdaten bieten auch zahlreiche Vorteile für die Patientensicherheit. So können Wechselwirkungen zwischen Medikamenten etwa mit einem elektronischen Medikationsplan verhindert werden. Wichtige Gesundheitsdaten stehen den Behandlern schnell zur Verfügung. Dies ist etwa bei der Entlassung aus dem Krankenhaus für den weiterbehandelnden Arzt wichtig oder in der Notaufnahme, um schnell auf Notfalldaten zugreifen und lebenserhaltende Maßnahmen gezielt durchführen zu können.«

 

Außerdem in diesem Heft: Haut im Fokus von Allergie-Beschwerden +++ Die 7 wichtigsten Diabetes-Fakten +++ Die richtige Behandlung von Bluthochdruck

> Mehr darüber lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der "Neue Apotheken Illustrierte"