Früherkennung Gebärmutterhalskrebs neu geregelt

Bereits seit rund fünfzig Jahren können gesetzlich krankenversicherte Frauen auf Kosten ihrer Kasse ab dem Alter von 20 Jahren jährlich eine Untersuchung zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs beim Frauenarzt in Anspruch nehmen. Seit Anfang dieses Jahres gelten hierfür veränderte Regelungen. Dr. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte, erklärt in der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten, was sich geändert hat. 

„Für Frauen bis zum Tag vor ihrem 35. Geburtstag ändert sich nichts. Es bleibt bei der jährlichen, umfassenden frauenärztlichen Krebsfrüherkennung einschließlich des jährlichen Zellabstriches aus dem Gebärmutterhals. Ab dem 35. Geburtstag ist auch weiterhin die jährliche Krebsfrüherkennung vorgesehen und sinnvoll. Sie umschließt die gynäkologische Untersuchung, bei der nach erkennbaren Veränderungen im Intimbereich, in der Vagina und am Muttermund sowie nach tastbaren, auffälligen Befunden der Gebärmutter und der Eierstöcke gesucht wird. Außerdem gehört das Abtasten der Brust und der Achselhöhlen dazu. 

Nur noch alle drei Jahre jedoch wird der bewährte Pap-Abstrich aus dem Gebärmutterhals genommen. Dabei sucht der Arzt nach auffälligen Zellen im Abstrich, die auf Vorstufen des Gebärmutterhalskrebses hinweisen können, und er sucht nach krebsverdächtigen Veränderungen in der Gebärmutter selbst. Zusätzlich wird nunmehr das beim Pap-Abstrich gewonnene Material auch auf Humane Papilloma-Viren (HPV) untersucht, die in seltenen Fällen zu bösartigen Veränderungen der infizierten Zellen führen können. 

Wenn entweder der Zellabstrich oder der HPV-Test oder beide auffällig sind, bittet der Arzt die Frau zu einer Kontrolluntersuchung, gegebenenfalls zu einer weiterführenden Diagnostik. So war es schon bisher, mit dem Unterschied, dass der HPV-Test früher erstmalig bei der Abklärung verdächtiger Vorbefunde erfolgte. Da das Virus häufig die Scheide besiedelt, ohne eine Infektion beziehungsweise eine Zellveränderung zu verursachen, steht zu befürchten, dass es künftig unnötig viele Kontrolluntersuchungen gibt.

Der Berufsverband der Frauenärzte hält die Einführung des HPV-Tests in die Früherkennung für unsinnig. Und er sieht die Verlängerung der Intervalle für den Pap-Abstrich als Risiko an. Über 90 Prozent der an Gebärmutterhalskrebs erkrankten Frauen hätten nämlich zuvor die Krebsfrüherkennungsuntersuchung nicht oder nur unregelmäßig wahrgenommen. Somit müsse nicht etwa der Test verändert, sondern die Teilnahmerate verbessert werden. 

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