Krebs zum Teil vermeidbar

Noch immer setzen viele Menschen die Diagnose Krebs mit einem Todesurteil gleich. Doch die Erkrankungs- und Todesraten durch Krebs gehen hierzulande zurück. Verbesserte Vorsorgemöglichkeiten haben einen wesentlichen Anteil daran. Welche Krebsrisiken sind gar vermeidbar? Das beantwortet die Neue Apotheken Illustrierte in ihrer aktuellen Ausgabe.

Die Erkrankungs- und Sterberaten bei Krebs sinken seit Jahren stetig. Was auffällt: Bei Männern gehen sie etwas deutlicher zurück als bei Frauen, sie kommen allerdings auch von einem höheren Level. Der Trend könnte vor allem mit einer gegenläufigen Entwicklung bei Lungenkrebs und anderen durch Zigarettenrauch geförderten Krebserkrankungen zusammenhängen. Dazu muss man wissen, dass unter Männern der Anteil der Raucher schon seit mehr als zwei Jahrzehnten stetig sinkt, während in dieser Zeit zunächst immer mehr Frauen zur Zigarette griffen. Seit einigen Jahren nimmt aber auch die Zahl der Raucherinnen wieder ab. Rauchen gilt nach wie vor als einer der wichtigsten vermeidbaren Risikofaktoren für viele Krebsleiden hierzulande. Einer aktuellen Veröffentlichung des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) zufolge werden etwa 85 Prozent aller Lungenkrebstodesfälle in Deutschland durch Rauchen verursacht.

Als einen wichtigen Einflussfaktor für die sinkenden Erkrankungsraten bei Krebs sieht das Zentrum für Krebsregisterdaten auch die günstige Entwicklung bei Krebserkrankungen des Magens und des Darms an. Hierbei gebe es Rückgänge um mehr als 20 Prozent in den vergangenen zehn Jahren. Eine erste Analyse deutscher Forscher, veröffentlicht 2016, deutet dabei auf einen merklichen Einfluss der verbesserten Früherkennung und Vorsorge gegen Dickdarmkrebs hin. Diese bekam einen entscheidenden Auftrieb durch die im Oktober 2002 eingeführte Vorsorge-Darmspiegelung für alle Bürger ab dem 55. Lebensjahr.

Das persönliche Krebsrisiko hängt von verschiedenen Faktoren ab. Während sich erbliche Veranlagung nicht ändern lässt, gibt es durchaus einige vermeidbare Risikofaktoren. Das DKFZ hat für Deutschland analysiert, in welchem Ausmaß solche vermeidbaren Risikofaktoren zu Krebserkrankungen beitragen. Insgesamt lassen sich demnach 37 Prozent aller Krebsfälle auf solche Faktoren zurückführen. Im Einzelnen verteilt sich das wie folgt: Rauchen etwa 19 Prozent, ungesunde Ernährungsgewohnheiten knapp 8 Prozent, Übergewicht fast 7 Prozent, Bewegungsmangel etwa 6 Prozent und Umweltfaktoren nur rund 1,2 Prozent.

 

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