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Bei sommerlichen Temperaturen ist Schwimmen ein idealer Sport.

Schwimmen ist gesund! Aber nicht jeder Schwimmstil eignet sich für jeden Menschen gleich gut.
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Abkühlung gefällig?

Bei sommerlichen Temperaturen ist Schwimmen ein idealer Sport: Das Wasser sorgt für Abkühlung und die Bewegung trainiert ganz nebenbei den Körper. Nicht jeder Schwimmstil eignet sich jedoch für alle gleich gut.

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Schwimmen ist gesund: Der Auftrieb des Wassers entlastet Sehnen, Bänder und Gelenke, was Menschen mit Beschwerden des Haltungs- und Bewegungsapparats, aber auch Übergewichtigen guttut. Gleichzeitig arbeitet man gegen einen Widerstand, der im Wasser 14-mal so hoch ist wie an Land. So lassen sich auf schonende Weise Herz-Kreislauf-System und Lunge trainieren.

3 Tipps für Diabetiker

• Da man die Anzeichen eines Unterzuckers im Wasser leichter übersehen kann, empfiehlt es sich, nach dem Schwimmen im Zweifel zu messen und immer Traubenzucker dabei zu haben. Idealerweise schwimmt man in Begleitung oder in öffentlichen Einrichtungen mit Bademeister.

• Das Tragen von Badeschuhen schützt die Füße im Schwimmbad zum einen vor Verletzungen, zum anderen auch vor Fuß- und Nagelpilz.

• Auf gute Hautpflege und ausreichenden Sonnenschutz achten, da die ohnehin oft trockene Haut von Diabetikern durch Wasser und Sonne zusätzlich belastet wird. In der Apotheke berät man hierzu gerne.

Pluspunkt für Kraul und Rücken

Für Menschen, die Probleme mit Rücken, Knien oder Hüfte haben, eignet sich jedoch nicht jeder Schwimmstil gleich gut. "Beim Brustschwimmen belastet die Scherbewegung der Beine Knie und Hüfte", erklärt Professor Dr. Rüdiger Reer, Generalsekretär des Deutschen Sportärztebundes. "Außerdem strapazieren Hohlkreuzbildung und eine Überstreckung des Nackens den Rücken und die Halsmuskulatur." Das gilt besonders, wenn der Kopf beim Brustschwimmen über dem Wasser bleibt. Doch selbst wenn Sportler den Kopf während der Gleitphase eintauchen, beansprucht das Auftauchen zum Atmen die Partie von Nacken und Rücken.

Der bessere Schwimmstil ist im Vergleich dazu das Kraulen. Der Körper liegt gerade im Wasser, die Arme greifen abwechselnd nach vorne und ziehen unter dem Körper zurück, geatmet wird links und rechts. "Der typische Kraulbeinschlag belastet Hüfte und Knie weniger als das Brustschwimmen", so der Leiter der Abteilung Sport- und Bewegungsmedizin der Universität Hamburg. Noch besser für den Rücken: Rückenschwimmen. "Die Wirbelsäule wird dabei gestreckt und das Wasser wirkt wie ein Luftkissen", beschreibt der Sportmediziner. Einziger Nachteil: Man sieht nicht, wo man hinschwimmt.

Blutzucker im Griff

Für Diabetiker eignet sich der Wassersport in mehrerlei Hinsicht. "Schwimmen ist ein Sport, der sich sehr gut dosieren lässt", erläutert Reer. "Man kann die Gefahr einer Hyper- oder Hypoglykämie sehr gut steuern, weil man keine unerwarteten Belastungsspitzen hat." Das ist bei einer Sportart wie Squash, bei der die Art der Belastung stark von der eigenen und der Form des Gegners abhängt, anders.

Einen weiteren Vorteil sieht der Sportmediziner für Menschen mit einer diabetischen Neuropathie und daraus folgender Gefühllosigkeit im Fuß. Bei Sportarten wie Fußball oder Joggen bestehe eher das Risiko, sich den Fuß zu verletzen, so Reer. Diese Gefahr existiere beim Schwimmen nicht.

Hanke Huber

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