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Erektionsstörungen lassen sich in der Regel gut behandeln.

Erektionsstörungen können diverse Ursachen haben. Die meisten lassen sich gut behandeln.
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Was bei Erektionsstörungen hilft

Diabetiker leiden im Vergleich zu gesunden Männern etwa doppelt so häufig unter Störungen in ihrem Sexual leben. Verantwortlich dafür sind meist Nervenschäden, zu denen es im Verlauf der Erkrankung kommen kann. Typischerweise beginnen die Probleme bei Männern etwa ab 40 Jahren.

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Vermindertes Lustempfinden sowie Erektions-, Ejakulations- und Orgasmusstörungen sind typische Symptome von Störungen des Sexuallebens von Männern. Am häufigsten und am bedeutendsten für die betroffenen Männer sind Erektionsstörungen. Da Sexualität meist ein wichtiger Bestandteil einer erfüllten Beziehung zwischen zwei Menschen ist, sind die Probleme in jedem Fall zu behandeln.

Vorsicht: Herz-Kreislauf-Risiko

Störungen der Sexualfunktion sind auch aus anderen Gründen bedeutsam: Sie zeigen ein erhöhtes Herz-Kreislauf-Risiko an. Dies sollte dringend durch Untersuchungen abgeklärt werden. Dazu zählen etwa ein Herz-Ultraschall, ein Belastungstest sowie die Suche nach weiteren Risikofaktoren wie Durchblutungsstörungen der Beine oder Fettstoffwechselstörungen. Da ab dem 40. Lebensjahr der Testosteronspiegel sinkt, kann auch ein Mangel des Sexualhormons für Störungen der Sexualität sorgen. Weitere Symptome des Testosteronmangels sind Haarausfall und Gewichtszunahme. Oft gehen sexuelle Funktionsstörungen nicht nur auf eine einzige Ursache zurück. Eine gute Zusammenarbeit von Urologen, Kardiologen, Angiologen oder Psychologen mit dem behandelnden Hausarzt oder Diabetologen ist daher unabdingbar.

Erektion erklärt

Für eine Erektion ist ein komplexes Zusammenspiel im Körper nötig: Sinnliche Reize stimulieren das Gehirn, das Signale ans Erektionszentrum im Rückenmark weiterleitet. Von dort werden Nervenimpulse an den Penis gesendet. Die Nervenenden setzen Botenstoffe frei, die die Blutgefäße in den Schwellkörpern weiten. Blut strömt ein. Durch die prall gefüllten Schwellkörper werden die Venen zusammengepresst, so dass das Blut nicht zurückfließen kann. Der Penis schwillt an und versteift.

Sport, Schlaf, Stressreduktion

die Behandlung der Ursachen. Die Basis dafür: der Abbau von Übergewicht, viel Bewegung, ausreichend Schlaf, Stress reduktion sowie das Meiden von Alkohol und Nikotin. Diabetiker sollten eine aus geglichene Butzucker einstellung anstreben. Sind diese Maßnahmen allein noch nicht erfolgreich, kommen zudem meist Medikamente zum Einsatz.

Stichwort Medikamente: Bei Erektionsstörungen lohnt sich auch ein Blick auf die Arzneimitteltherapie insgesamt. Verschiedene Medikamente, etwa Betablocker, Neuroleptika, Diuretika, Antihistaminika oder Antidepressiva, können die Sexualfunktion stören. Manche Wirkstoffe können nach Maßgabe des Arztes gegen andere ausgetauscht werden, die geringere Auswirkungen auf die Sexualität haben.

Medikamente helfen meist

Mittel der Wahl für die medikamentöse Behandlung von Erektionsstörungen sind die Phosphodiesterase-5-Hemmer (PDE-5- Hemmer) Avanafil, Sildenafil, Tadalafil und Vardenafil, die etwa 70 Prozent der betroffenen Männer helfen. Sie wirken entspannend auf die Schwellkörper des Penis und erleichtern so die
Erektion. Der Effekt tritt allerdings erst bei sexueller Stimulation ein. Die Medikamente werden zwischen 15 und 60 Minuten vor dem Geschlechtsverkehr eingenommen und wirken dann einige Stunden. Nimmt man sie mit oder direkt nach einer Mahlzeit, kann sich der Wirkeintritt allerdings verzögern, besonders bei fettreicher Nahrung.

Gut zu wissen: Um die Wirksamkeit beurteilen zu können, muss ein PDE-5-Hemmer mindestens viermal ausprobiert werden. Bei häufiger Anwendung
(mehr als zweimal pro Woche) kann der Arzt niedrig dosiertes Tadalafil für die tägliche Einnahme verordnen. Falls die Wirkung der Tabletten nicht ausreicht oder sie nicht vertragen werden, kann eine Vakuumpumpe zum Einsatz kommen. Das zylinderförmige Hilfsmittel wird über den Penis gestreift. Erzeugt man nun mit Hilfe der Pumpe einen Unterdruck, strömt Blut in den Penis und führt zur Erektion. Ein Gummiring, der an der Peniswurzel platziert wird, verhindert das Zurückströmen des Blutes.

Weitere Therapie-Möglichkeiten sind die Schwellkörper-Autoinjektionstherapie (SKAT), bei der Wirkstoffe in den Schwellkörper gespritzt werden, oder die Anwendung eines Medikaments, das mit einem dünnen Applikator in die Harnröhre gegeben wird. Als letzte Möglichkeit gelten operativ eingesetzte Schwellkörperimplantate.

Apothekerin Johanna Magaard

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