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Ein Fakten-Check zum Thema Erkältung.

Kinder sind sehr häufig erkältet: bis zu 10 Mal im Jahr gilt noch als normal.
© Model colourbox.de/Deyan Georgiev

Erkältung für Besserwisser

Selbst über eine so verbreitete, altbekannte Erkrankung wie die Erkältung gibt es noch das eine oder andere Erstaunliche zu berichten. Hier ein paar Erkältungsfakten für alle, die es gerne genauer wissen möchten.

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So viele Viren und kein Impfstoff
Über 200 verschiedene Viren können Erkältungssymptome auslösen. Zu den wichtigsten Vertretern zählen Rhinoviren, Coronaviren und Parainfluenzaviren. Gegen eine solche Vielzahl unterschiedlicher Viren Impfstoffe zu entwickeln und zu verabreichen, wäre extrem aufwändig.

Das passiert in der Nase
Der Beginn der Symptome in der Nase erklärt sich dadurch, dass Erkältungsviren oft in winzigen Tröpfchen durch die Luft fliegen und über die Nase eingeatmet werden. Durch das vermehrt gebildete Nasensekret und Niesen versucht der Körper, sie wieder loszuwerden. Fassen die Viren in der Nasenschleimhaut Fuß und breiten sich aus, wehrt der Körper sich. Die Nasenschleimhaut schwillt an.

Küssen erlaubt
Erkältungsviren verbreiten sich durch Tröpfchen und Schmierinfektion. Im Speichel kommen gar nicht so viele Viren vor, deshalb kann man Erkältete relativ gefahrlos küssen. Sehr zahlreich sind die Keime im Nasenschleim. Dieser gelangt beim Nießen an Gegenstände und Hände. Da liegt das Problem. Über die Handflächen verteilen sich die Viren sehr schnell – entweder durch direkten Kontakt oder indirekt über häufig benutzte Gegenstände. Erkältungsviren bleiben in den Schleimtröpfchen ungefähr drei Stunden ansteckend, aber bis zum nächsten Tag überdauern sie nicht.

Wie oft man eine Erkältung bekommt
Im Kindesalter bis zirka zehn Jahre betrachten Ärzte zehn Erkältungen im Jahr noch als normal. Das liegt daran, dass bei kleineren Kindern einige Komponenten des Immunsystems noch nicht vollständig ausgereift sind. Außerdem steckt sich das Kind bei der Vielzahl der Erkältungsviren immer wieder mit Keimen an, die das kindliche Immunsystem noch nicht kennt. Ab zehn Jahren brechen Erkältungen seltener aus. Erwachsene erkälten sich gewöhnlich zwei- bis fünfmal pro Jahr.

Was Erkältung mit Kälte zu tun hat
Wenn der Körper friert, versucht er, weniger Wärme an seine Umgebung abzugeben. Dazu zieht er die Blutgefäße zusammen. In der Nase geht vergleichsweise viel Wärme verloren, da hier die kalte Luft auf Körpertemperatur gebracht wird. Weil der Körper dort am meisten gegen Wärmeverluste tun kann, verengen sich bei Kälte die Blutgefäße in der Nase zuerst. So kühlt die Nasenschleimhaut ab. Immunzellen, die auf der Schleimhaut gegen Erreger kämpfen, können bei niedrigeren Temperaturen nur noch langsam arbeiten und Viren haben bessere Chancen, die Abwehr zu durchdringen.

Wie lange Erkältungen dauern
Die Symptome der Virusinfektion treten abhängig vom Virustyp drei bis sechs Tage nach der Infektion auf. Klassische Erkältungssymptome verlaufen über sieben bis zehn Tage und erreichen ihren Höhepunkt zwischen dem dritten und fünften Tag. Auch wenn schon alle anderen Symptome abgeklungen sind, hält sich häufig noch einige Zeit länger ein lästiger Reizhusten.

Welche Hustenmittel helfen
Bei schleimigem Husten hilft es am besten, viel warme Flüssigkeit zu trinken. Diese Art des Hustens sollten Sie nicht stoppen, er dient dazu, die Atemwege von überflüssigem Schleim zu befreien. Hustenstillende Mittel kommen nachts bei trockenem Reizhusten zum Einsatz. Dieser nützt dem Körper nicht. Gängige Hustenstiller enthalten Dextromethorphan oder Pentoxyverin. Sie dämpfen das Hustenzentrum. Früher verwendete man häufig Codein, dessen Hauptwirkung auftritt, weil Leberenzyme zehn Prozent zu Morphin abbauen. Bei einigen wenigen Menschen entsteht genetisch bedingt noch mehr Morphin. Das kann zu Rauschzuständen und ungewünschten Atemdepressionen führen. Deshalb enthalten nur noch wenige Medikamente Codein.

Fieber und Schüttelfrost
Beides tritt bei Erkältungen seltener auf. Bei Fieber ordnet der Körper dem Temperaturzentrum im Gehirn an, die Solltemperatur zu erhöhen, damit Immunzellen Krankheitserreger besser bekämpfen können. Schüttelfrost entsteht, wenn der Körper die Solltemperatur schon hochreguliert, aber noch nicht erreicht hat. Dann ist einem kalt und die Muskeln ziehen sich unwillkürlich zusammen, um Wärme zu erzeugen.

KS/FS

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