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In den Bergen sind einige Heilpflanzen beheimatet.

Arnika gehört zu den bekanntesten Heilpflanzen in Deutschland und ist in den Bergen deutlich häufiger anzutreffen als im Flachland.
© Marina_Poushkina/iStockphoto

Heilpflanzen aus den Bergen

Lange Winter und ein harsches Klima machen Gebirge zu einem Lebensraum, der Tiere wie Pflanzen vor ganz besondere Anforderungen stellt. Nicht jedes Kraut kann hier überleben. Manche dieser Spezialisten haben sich als Heilpflanzen einen Namen gemacht.

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Gelber Enzian (Gentiana lutea)

Der Gelbe Enzian ist in den Gebirgen Mittel- und Südeuropas heimisch und wächst bis in Lagen von 2 500 Meter. Er kann eine Höhe von bis zu 150 Zentimeter erreichen und bildet eine lange und kräftige Pfahlwurzel aus, die medizinisch genutzt wird. Sie enthält verschiedene Bitterstoffe. Diese regen die Bildung von Speichel und Magensaft an und fördern die Verdauung. Zum Einsatz kommt der Gelbe Enzian etwa bei Appetitlosigkeit, Völlegefühl oder Blähungen. Nicht verwenden sollte man ihn indes bei Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüren. In Deutschland steht die Pflanze unter Naturschutz.

Arnika (Arnica montana)

Die zu den Korbblütlern gehörende Echte Arnika, auch als Bergwohlverleih bekannt, war früher in den Mittelgebirgen weit verbreitet. Sie kommt heute auf kalkarmen Alpenwiesen vor und steht unter Naturschutz. Seit dem 16. Jahrhundert schätzt man sie wegen ihrer Heilkraft. Ihre Blüten bilden die Grundlage für Salben oder Tinkturen, die äußerlich bei stumpfen Verletzungen, wie Quetschungen oder Prellungen, bei Blutergüssen und entzündlichen Hauterkrankungen eingesetzt werden. Menschen, die auf Korbblütler allergisch reagieren, sollten allerdings auf Arnika-Zubereitungen verzichten.

Pflanzlich heißt nicht harmlos

Wie bei allen anderen Wirkstoffen können auch pflanzliche Mittel mit Nebenwirkungen einhergehen. Und manche Patienten sollten sie gar nicht verwenden. Besonders Schwangere, Kinder und Menschen mit einer Vorerkrankung sollten vorsichtig sein und sich mit ihrem Arzt besprechen. Fachkundigen Rat gibt es in der Apotheke.

Bärentraube (Arctostaphylos uva-ursi)

Die Echte Bärentraube ist auf der Nordhalbkugel weit verbreitet, in Mittel- und Südeuropa beschränkt sich ihr Vorkommen allerdings vor allem auf die Bergregionen. Sie gehört zu den Heidekrautgewächsen und findet sich in Zwergstrauchheiden und lichten Bergwäldern. Aus den weiß- bis rosafarbenen becherförmigen Blüten des Strauchs entwickeln sich rote Beeren. Medizinisch genutzt werden allerdings die Blätter. Sie enthalten unter anderem Arbutin, ein Stoff, den der Körper zu Hydrochinon umwandelt, das antibakteriell wirkt. Als Heilpflanze kommt die Bärentraube bei entzündlichen Erkrankungen der Harnwege zum Einsatz. Schwangere sollten sie nicht verwenden.

Augentrost (Euphrasia officinalis)

Man sieht es der hübschen kleinen Pflanze nicht an, aber die zarten weißen Blüten mit dem auffälligen gelben Fleck gehören einem Halbschmarotzer. Der Gewöhnliche Augentrost ist ein Parasit, der die Wurzeln anderer Pflanzen anzapft. Er wächst auf Magerwiesen und Weiderasen bis in Höhen von 2300 Meter. In der Volksmedizin wird Augentrost traditionell zur Behandlung von Augenleiden eingesetzt. Das gleiche Anwendungsgebiet findet sich in der Homöopathie.

Hanke Huber

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