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ADHS ist längst nicht nur eine Kinderkrankheit.

Wer als Erwachsener unter ADHS leidet, hat häufig Probleme mit der Konzentration und Aufmerksamkeit.
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ADHS betrifft nicht nur Kinder

Die Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Störung, kurz ADHS, galt lange Zeit als Erkrankung des Kindesalters, die sich mit den Jahren von selbst bessert. Heute weiß man, dass sie mit der Volljährigkeit nicht einfach aufhört.

Untersuchungen zufolge haben in Deutschland rund fünf Prozent der Kinder und 2,5 Prozent der Erwachsenen ADHS. Drei Kernsymptome umschreiben die Störung: motorische Unruhe, also die Hyperaktivität, Impulsivität und Unaufmerksamkeit. Auch die Ausprägung und das Ausmaß der Symptome spielen bei der Diagnose und vor allem bei der Entscheidung über die Therapiemaßnahmen eine Rolle:

Ausprägung Therapieempfehlung  
leichte ADHS primär psychosoziale Behandlung; Medikamententherapie in Einzelfällen    
moderate ADHS entweder intensivierte psychosoziale Behandlung (einschließlich Psychotherapie) oder Therapie mit Medikamenten oder eine Kombination aus beiden    
schwere ADHS intensivierte psychosoziale Behandlung (einschließlich Psychotherapie) plus Arzneimittel    


Kleine "Zappelphilippe" sind häufig leicht zu erkennen, bei Erwachsenen fällt die Diagnose schwerer. Das hat mehrere Gründe: So geht die bei Kindern hervorstechende Hyperaktivität mit zunehmendem Alter meist zurück, bei Erwachsenen überwiegen Unaufmerksamkeit und Konzentrationsstörungen. Mancher erwachsene Betroffene ahnt daher nicht, dass seine Probleme im Alltag und im Umgang mit anderen Menschen ihre Ursache in einem ADHS haben könnten. Viele Patienten entwickeln zudem Strategien, um ihre Symptome zu verbergen.

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Probleme im Alltag

Daneben kommen andere Erkrankungen oder die Einnahme bestimmter Arzneimittel für die Symptome infrage. Bei der ärztlichen Untersuchung wird dies überprüft. Auch dass die Grenzen zwischen liebenswerten Marotten und Symptomen mit Krankheitswert mitunter fließend sind, erschwert die Zuordnung. Viele Menschen mit ADHS leiden jedoch darunter, dass sie ihren Alltag nur schwer in den Griff bekommen, dass sie dauernd etwas vergessen und andere dadurch kränken oder dass sie einfach nicht umsetzen können, was sie sich vorgenommen haben.

Was einer ADHS im Einzelnen zugrunde liegt, konnte noch nicht vollständig aufgeklärt werden. Sicher ist, dass das Gleichgewicht der Botenstoffe im Gehirn anhaltend verändert ist. Ebenfalls als gesichert gilt ein nicht geringer Anteil an erblicher Veranlagung. Kinder mit ADHS haben häufig einen Elternteil, der ebenfalls daran litt oder leidet.

Therapie bessert die Konzentration

Für die Behandlung der ADHS stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Die Auswahl richtet sich nach der Schwere der Beschwerden und dem Leidensdruck der Patienten. Grundsätzlich kommen eine psychosoziale Behandlung, Psychotherapien und medikamentöse Therapien infrage. Bestimmte Arzneistoffe gleichen das Ungleichgewicht der Botenstoffe im Gehirn aus. Die Patienten kommen zur Ruhe und können ihren Alltag konzentrierter und fokussierter angehen. Hyperaktivität, Impulsivität und Unaufmerksamkeit werden
gelindert.

Fünf Wirkstoffe kommen bei ADHS zum Einsatz. Am häufigsten erhalten die Patienten Methylphenidat. Die anderen Wirkstoffe werden erst eingesetzt, wenn dieses nicht ausreichend wirkt oder nicht vertragen wird. Anders als von medizinischen Laien häufig vermutet, handelt es sich dabei definitiv nicht um Beruhigungsmittel. Im Gegenteil: Methylphenidat ist ein Stimulanz, das aber bei ADHS-Patienten beruhigend und ausgleichend wirkt. Und nur bei ihnen.

Apothekerin Maria Pues

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