Sie sind in: Startseite Service Neue Apotheken Illustrierte Archiv 2015 15. September 3 Fragen – 3 Antworten: Wohin mit alten Medikamenten?

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Alt-Arzneimittel werden am besten im Hausmüll entsorgt.

Alte Medikamente entsorgt man am besten gut verpackt im Hausmüll.
© nikesidoroff - Fotolia

3 Fragen – 3 Antworten: Wohin mit alten Medikamenten?

Stefanie Pügge, Apothekerin und Projektkoordinatorin der Apotheker ohne Grenzen e.V., war kurz vor ihrem Start nach Kenia, als die Neue Apotheken Illustrierte mit ihr über die Entsorgung von Alt-Arzneimitteln sprach.

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Wie können Alt-Arzneimittel in Deutschland entsorgt werden?

Pügge: Hierzulande entsorgt man Alt-Arzneimittel über den ganz normalen Hausmüll. Das ist der sicherste Weg, denn dann werden die Medikamente in Müllverbrennungsanlagen verbrannt. Spült man sie im Abfluss oder die Toilette herunter, können sie ins Grundwasser geraten und so Schaden anrichten. Auf jeden Fall sollte man immer einen Blick in den Beipackzettel werfen, ob es hier Angaben zur richtigen Entsorgung gibt, zum Beispiel bei Betäubungsmitteln oder Krebsmedikamenten. Selbstverständlich sollte Arzneimittelmüll gut verpackt in den Hausmüll kommen, sodass er nicht einfach wieder zugänglich ist.

Kann man Alt-Arzneimittel auch in der Apotheke abgeben?

Pügge: Apotheken können alte Medikamente auf freiwilliger Basis annehmen, sie sind nicht dazu verpflichtet. Auch Apotheker entsorgen die abgegebenen Alt-Arzneimittel in der Regel genauso wie Privatpersonen über den normalen Hausmüll, es sei denn, das Medikament erfordert eine andere Entsorgung.

Was ist davon zu halten, alte Arzneimittel in Krisengebiete zu spenden?

Pügge: Es scheint erst einmal nahezuliegen, dass man etwas von dem Überfluss, den wir haben, weitergeben möchte. Das ist aber zum einen illegal, weil man Arzneimittel, die schon einmal im Umlauf waren, nicht noch einmal abgeben darf. Zum anderen werfen Alt-Arzneimittelspenden vor Ort jede Menge Probleme auf. Bevor eine Versorgung mit Medikamenten stattfindet, muss man genau wissen, was vor Ort gebraucht wird, welche Krankheiten vorherrschen, wie steht es um die benötigten Wirkstoffe und Dosierungen. Was ist vor Ort üblich? Eine deutsche Beschriftung der Umverpackung und des Beipackzettels komplettieren die Verwirrung der einheimischen Helfer, die durch Alt-Arzneimittelspenden entstehen kann.

Ich habe selbst erlebt, dass solche Spenden lange ungenutzt herumstehen, weil Unsicherheit über die Anwendung besteht oder Wirkstoffe unbekannt sind. Zudem brauchen viele Menschen eine Dauertherapie, etwa bei Diabetes oder Bluthochdruck. Sie haben nichts davon, wenn eine Therapie mit ein oder zwei Packungen begonnen wird, dann aber nicht mehr weitergeführt werden kann, wenn die Packungen aufgebraucht sind. Das Ziel ist, dauerhaft zu helfen. Deshalb bringen Geldspenden den Menschen viel mehr. Damit können wir als Hilfsorganisation zum Beispiel vor Ort die wirklich benötigten Arzneimittel in den entsprechenden Mengen kaufen.

Vielen Dank für das Gespräch.

Die Fragen stellte Apothekerin Isabel Weinert.

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