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Jugendliche haben Anspruch auf eine J1-Untersuchung.

Jugendliche können sich beim Arztbesuch von Eltern oder Freunden begleiten lassen.
© highwaystarz - Fotolia.com

Ticket für Teenie-Check

Bislang nutzt nicht einmal jeder zweite Jugendliche die Chance der Vorsorgeuntersuchung J1. Dies möchte eine neue Aktion ändern. Die Stiftung Kindergesundheit hat mit dem Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit die Kampagne "Dein Ticket zur J1" ins Leben gerufen.

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Eigentlich blicken die Vorsorgeuntersuchungen für Kinder und Jugendliche auf eine Erfolgsgeschichte zurück. Vor 46 Jahren nutzten die ersten Heranwachsenden das kostenlose Angebot. "Mit jährlich über fünf Millionen Untersuchungen von der U1 bis U9 und einer Beteiligungsrate von weit über 90 Prozent hat sich das Programm zu einem einmaligen Erfolgsmodell entwickelt." Dieses Fazit zieht der Kinder- und Jugendarzt Professor Dr. Berthold Koletzko, Vorsitzender der Stiftung Kindergesundheit.

U beliebt, J nicht

Die Abkürzung J1 steht für Jugenduntersuchung 1, dem Gesundheits-Check-up für Jugendliche im Alter von 12 bis 14 Jahren. Also genau in der aufregenden Zeit der Pubertät. In diesem Alter gehen die Jugendlichen eher selten und nur »im Notfall« zum Arzt. Gleichzeitig unterliegen sie und ihr Körper zahlreichen, tiefgreifenden Veränderungen. Entstehende oder sich verstärkende gesundheitliche Erkrankungen und Fehlentwicklungen lassen sich jedoch oftmals noch auffangen oder korrigieren. "Es gibt allerdings einen Schönheitsfehler: Die allen Heranwachsenden vom 12. bis zum 15. Geburtstag angebotene Jugendgesundheitsuntersuchung J1 wird von der Mehrzahl der Teenager nicht wahrgenommen. Viele wissen nicht einmal, dass es sie gibt", bedauert Koletzko.

J1: Was macht der Arzt?

Der Arzt bestimmt Größe und Gewicht, kontrolliert Wirbelsäule und Muskulatur, Haut und innere Organe, zum Beispiel durch Abhören und Abtasten. Außerdem misst er den Blutdruck und den Puls. Bei Bedarf nimmt er auch Hör- und Sehtests sowie Blut- und Urinuntersuchungen vor. Der Arzt fragt zudem nach Auffrischungsimpfungen gegen Keuchhusten, Masern, Mumps und Röteln. Mit den ersten Sexualkontakten erhöht sich das Übertragungsrisiko von Erregern der Krankheiten Hepatitis B und Gebärmutterhalskrebs. Auch hier informiert der Arzt über mögliche Schutzimpfungen. Die Ärzte haben bei der J1 auch ein offenes Ohr für seelische Probleme wie Einsamkeit, Rückzug oder Mobbing. Jugendliche dürfen für die J1 zu jedem Kinder- oder Jugendmediziner oder Allgemeinarzt gehen. Sie können wählen, ob sie allein, mit den Eltern oder mit Freunden kommen wollen.

"Null Bock" auf den Arztbesuch

Diesen Trend bestätigt eine Auswertung der Abrechnungsdaten der Krankenkassen von knapp einer Million Jugendlichen. Zwar stieg von den Geburtsjahrgängen 1995 bis 1999 die Teilnahmequote leicht an. Doch mehr als die Hälfte der Teenager lässt die J1 links liegen. Die häufigsten Gründe: Unkenntnis, Ängste vor der Untersuchung, fehlendes Verantwortungsbewusstsein für die eigene Gesundheit, "keine Zeit" und "keine Lust". Ärzte und weitere Fachleute suchen nach Auswegen. Eine mögliche Lösung: Maßnahmen, die die Jugendlichen persönlich ansprechen. Unter Beteiligung der Stiftung Kindergesundheit hat deshalb das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit eine Informationskampagne ins Leben gerufen. Ihr Motto lautet: "Dein Ticket zur J1".

Flyer und Comicfiguren

Das Projekt nutzt mehrere Wege. So wurde ein Spot entwickelt, in dem Comicfiguren die Grundzüge und Vorteile der J1 für Jugendliche darstellen. Dieser läuft auf einer eigenen Webseite sowie in sozialen Netzwerken. Die Comicfiguren bieten auch die Basis für einen Flyer mit weiteren Informationen. Das Faltblatt enthält außerdem ein Ticket zum Abreißen, das über die zur Untersuchung erforderlichen Unterlagen wie Impfpass und Versichertenkarte informiert und zum Arztbesuch mitgenommen werden darf.

Ob die Kampagne ihr Ziel erreicht, untersuchen jetzt Wissenschaftler. Sie erinnern die Jugendlichen per Brief an die J1 und senden die erwähnte Informationsbroschüre mit. Zudem sammeln sie die beim Arztbesuch mitgebrachten Tickets ein und werten diese aus.

Peter Erik Felzer

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