Sie sind in: Startseite Service Neue Apotheken Illustrierte Archiv 2018 1. November 2018 Ausgaben für die Gesundheit: Hier hilft der Staat

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Wie sich bei Gesundheitsausgaben Geld sparen lässt.

Unter gewissen Umständen lassen sich Ausgaben für Medikamente steuerlich geltend machen.
© Robert Kneschke - stock.adobe.com

Ausgaben für die Gesundheit: Hier hilft der Staat

Quittungen und Rezepte sammeln lohnt sich. Viele Ausgaben rund um die Gesundheit lassen sich unter bestimmten Bedingungen von der Steuer absetzen. Und manchmal greift einem der Staat sogar mit einem Zuschuss unter die Arme.

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Private Ausgaben für Arzneimittel aus der Apotheke, aber auch für andere Gesundheitskosten helfen, Steuern zu sparen. Sie lassen sich im Einzelfall als "Außergewöhnliche Belastungen" gemäß Paragraph 33 Einkommenssteuergesetz geltend machen. In Sachen Medikamente kommen sowohl die gesetzlichen Zuzahlungen in Höhe von fünf bis zehn Euro pro rezeptpflichtigem Präparat als auch die Kosten für die Selbstmedikation wie Grippe- und Allergiemittel infrage.

Belastungsgrenze und Kinderzahl

"Für viele Patienten kann es sich lohnen, notwendige Gesundheitsausgaben in ihrer Steuererklärung geltend zu machen", erklärt Berend Groeneveld, Patientenbeauftragter des Deutschen Apothekerverbandes (DAV). "Damit das Finanzamt die Kosten für Arzneimittel im jeweiligen Einzelfall anerkennt, muss allerdings erst eine bestimmte Belastungsgrenze überschritten sein, die von Einkommen, Familienstand und Kinderzahl abhängt. Um zumindest den Nachweis über die Ausgaben für Arzneimittel zu erbringen, unterstützen viele Apotheken ihre Kunden."

Tipp: Quittungen sammeln

Sammeln Sie über das Jahr sämtliche Quittungen von Apotheken, Optikern oder anderen Gesundheitsdienstleistern. Notieren Sie sich zudem alle Fahrten, die Sie aus medizinischen Gründen unternommen haben. Übrigens: Viele Apotheken bieten ihren Kunden an, eine Jahresabrechnung zu erstellen.

Dazu Groeneveld: "Wer seine Quittungen im vorigen Jahr nicht komplett gesammelt hat, kann meist auf die Hilfe seiner Stammapotheke zählen. Für Inhaber einer Kundenkarte kann oft nachträglich eine Jahresübersicht ausgedruckt werden. Der Service sowie Inhalt und Form der Bescheinigungen können jedoch von Apotheke zu Apotheke variieren."

Rezepte und andere Belege

Wichtig: Neben dem Zahlungsbeleg aus der Apotheke verlangt das Finanzamt den Nachweis der medizinischen Notwendigkeit. Bei den gesetzlichen Zuzahlungen für verschreibungspflichtige Medikamente genügt das rosa Rezept. In der Selbstmedikation lässt sich der Nachweis über ein Grünes Rezept erbringen. Dieses stellt der Arzt für ein nicht von der Krankenkasse übernommenes Arzneimittel aus.

Tipp: Von Zuzahlung befreien lassen

Wenn Sie als Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse häufig Zuzahlungen zu Behandlungen und Arzneimitteln leisten müssen, können Sie sich davon befreien lassen. Dies geht, wenn die Ausgaben zwei Prozent der jährlichen Bruttoeinnahmen überschreiten. Für chronisch Kranke gilt sogar ein Prozent als Grenze. Die Zuzahlungsbefreiung beantragen Versicherte direkt bei ihrer Krankenkasse. Hierzu benötigen sie die Einkommensnachweise aller im Haushalt lebenden Personen. Ob Sie sich von der Zuzahlung befreien lassen können, lässt sich mit dem Zuzahlungsrechner auf aponet.de ermitteln.


Neben Ausgaben für Arzneimittel lassen sich auch weitere Gesundheitsausgaben steuerlich geltend machen. Hierzu zählen etwa Aufwendungen für Brillen, Zahnersatz, Physiotherapie oder Akupunktur. Was viele nicht wissen: Wer zum Arzt, Psychotherapeuten oder Heilpraktiker fährt oder sich für die Anwendung einer therapeutischen Maßnahme – wie Krankengymnastik – auf den Weg macht, kann die Fahrtkosten ebenfalls als Krankheitskosten in der Steuererklärung ein - tragen. Dazu zählen auch die Wege zur Apotheke, zum Sanitätshaus oder zum Optiker.

Zuschuss für Umbauten

Direkte finanzielle Unterstützung vom Staat gibt es, wenn man sein Haus oder seine Wohnung alters- oder behindertengerecht umbauen möchte. Hierzu bietet die Kreditanstalt für Wiederaufbau Investitionszuschüsse an.

Details dazu erfahren Sie unter www.kfw.de, klicken Sie auf dieser Internetseite oben in der Menüleiste auf "Privatpersonen" und dann auf "Bestandsimmobilie" und weiter auf "Barrierereduzierung".

Peter Erik Felzer

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