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Kinder haben öfter Fieber als Erwachsene.

Eine erhöhte Körpertemperatur macht es Viren und Bakterien schwerer, sich weiter zu vermehren.
© snapwiresnaps.tumblr.com, Pexels

Dann muss man Fieber senken

Mit gängigen Arzneimitteln lässt sich Fieber problemlos behandeln. Sie senken die erhöhte Körpertemperatur zuverlässig für einige Stunden. Doch der früher oft gehörte Rat, Fieber generell ab 38,5 Grad Celsius zu senken, gilt heute als überholt.

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Wenn das Kind quengelig und müde wirkt, seine Augen glasig erscheinen und das Gesicht förmlich "glüht", wissen erfahrene Eltern bereits Bescheid. Fieber hält meistens die ganze Familie in Atem. Aber ob und wann man die Temperatur mit Arzneimitteln senkt, bewerten Kinderärzte heute anders als in früheren Zeiten.

Das hat vor allem zwei Gründe. Zum einen die Erkenntnis, dass Fieber zu den wichtigen Waffen des Immunsystems im Kampf gegen die Erkrankung zählt. Die erhöhte Körpertemperatur erschwert es den Krankheitserregern, sich zu vermehren und bietet gleichzeitig die ideale "Betriebstemperatur" für die Abwehr. Zum anderen haben Studien gezeigt, dass das Fiebersenken die Krankheitsdauer nicht verkürzt, sondern eher sogar den Krankheitsverlauf erschwert.

Darüber hinaus ist bei Fieber ein Besuch beim Kinderarzt nötig, wenn …

• das Kind noch keine drei Monate alt ist und eine Temperatur über 38 Grad Celsius hat,
• das Fieber länger als drei Tage besteht,
• zum Fieber andere Symptome wie Teilnahmslosigkeit, Schmerzen, Erbrechen oder Atemprobleme kommen,
• das Fieber sinkt, das Kind aber trotzdem noch sehr krank wirkt,
• das Kind nicht trinkt,
• die Eltern unsicher oder beunruhigt sind.

Die Eltern sind gefragt

Fiebersenken erfolgt heutzutage eher nach Bedarf. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Temperatur bei 38,5 oder bei 40 Grad Ceslius liegt. In erster Linie sind die Eltern gefragt. Sie kennen ihr Kind und können am besten einschätzen, wie es sich aktuell fühlt. Haben die Eltern ihr Kind im Blick und macht es auf sie einen den Umständen entsprechenden guten Eindruck, brauchen sie das Fieber nicht zu senken. Eine entscheidende Rolle spielt, dass das Kind genug isst und
trinkt. Denn der Körper braucht durch die erhöhte Temperatur mehr Flüssigkeit und Energie. Zusätzlich empfehlen Ärzte, beispielsweise auf die Atmung, Hautveränderungen und den Bewusstseinszustand des Kindes zu achten.

Bei einem Fieberschub nach einer Impfung raten Ärzte ebenfalls ab, Medikamente einzusetzen. Das könnte den Erfolg der Impfung schmälern. Das Immunsystem produziert dann weniger Antikörper gegen den Impfkeim, wie sich in Studien zeigte.

Sollte das Kind durch das Fieber leiden und beispielsweise nachts nicht richtig schlafen, unruhig reagieren oder nichts essen und trinken wollen, mag es sinnvoll sein, die Temperatur für einige Zeit zu senken, um die Lage zu entspannen. Fühlt sich das Kind durch das Medikament besser, bedeutet das jedoch nicht, dass es sofort wieder in den Kindergarten oder die Schule darf. Die Erkrankung besteht nach wie vor, und kleine Patienten benötigen Ruhe, um sie auszukurieren. Wahrscheinlich steigt die Körpertemperatur nach einigen
Stunden ohnehin wieder an.

Nicht sofort wieder in den Kindergarten

Bei einer Körpertemperatur über 40 Grad Celsius raten Ärzte üblicherweise dazu, ein Fiebermittel zu geben. Auch bei bestimmten Grunderkrankungen des Kindes kann es nötig sein, frühzeitig das Fieber zu bekämpfen. Fieberkrämpfe gehören jedoch nicht unbedingt dazu. Diese entstehen nicht durch hohes Fieber, sondern beim schnellen Anstieg der Temperatur. Einen Vorgang, den die Eltern meist gar nicht bemerken und daher kaum verhindern können. Wie sie im Falle eines Fieberkrampfs vorgehen, besprechen die Eltern am besten im Vorfeld mit dem Kinderarzt.

Apotheker Rüdiger Freund

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