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Hypnose ist eine wissenschaftlich untersuchte Methode.

Hypnose kann unter anderem von geschulten Psychologen eingesetzt werden, um beispielsweise die Therapie von Ängsten oder Zwängen zu unterstützen.
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Wo Hypnose helfen kann

Die uralte Methode der Hypnose verbinden viele Menschen mit Zauberei oder Manipulation. Dabei ist Hypnose wissenschaftlich untersucht und wird in der Medizin vielfältig eingesetzt, zum Beispiel von Zahnärzten, Psychotherapeuten und sogar Chirurgen.

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Eine düstere Kammer, ein schwingendes Pendel und ein beschwörender Blick: So ähnlich wird eine Hypnose im Fernsehen oder auf der Bühne dargestellt. Mit der medizinischen Hypnose hat das aber nichts zu tun. Gegen den eigenen Willen lässt sich niemand hypnotisieren, außerdem bleibt der Patient während der Hypnose reaktionsfähig. "Viele vergleichen das Erleben einer Trance mit dem angenehmen Zustand kurz vor dem Einschlafen, wenn man eher in Bildern denkt und der Körper zur Ruhe kommt", informiert die Deutsche Gesellschaft für Hypnose und Hypnotherapie e.V. auf ihrer Internetseite. Die Angst vor vollständigem Kontrollverlust ist also unbegründet. Patient und Therapeut sind dabei vielmehr Partner, die gemeinsam daran arbeiten, unbewusste Ressourcen des Patienten zu aktivieren, um die Beschwerden zu lindern.

Psychotherapie

Die Hypnotherapie ist seit 2006 vom wissenschaftlichen Beirat Psychotherapie in einigen Bereichen anerkannt, etwa bei der Raucherentwöhnung. Viele Therapeuten behandeln mithilfe von Hypnose auch andere Süchte, Ängste, Depressionen, Zwänge oder Schlafstörungen. Ein weiteres Einsatzgebiet sind Beschwerden, die psychosomatische Ursachen haben können, wie Kopfschmerzen, Migräne, chronische Schmerzen oder das Reizdarm-Syndrom.

Zahnmedizin und Chirurgie

Hypnose hat sich auch in der Zahnmedizin bewährt, zum Beispiel bei Angst vor dem Zahnarzt oder Spritzen, starkem Würgereiz oder Allergien gegen Narkosemittel. Im Trancezustand bemerkt der Patient das Setzen der Betäubungsspritze und die Behandlung im besten Fall gar nicht, da sich unter anderem die Schmerzwahrnehmung im Gehirn verändert. Daher kann der Arzt in vielen Fällen auch die Menge des lokalen Narkosemittels reduzieren.

In einigen Fällen wird eine Hypnose auch alternativ zu einer Vollnarkose angeboten. Bei manchen Eingriffen ist es durchaus von Vorteil, wenn der Patient bei Bewusstsein ist. Ein Beispiel dafür ist die Tiefenhirnstimulation, die etwa bei starkem Zittern der Hände, auch Tremor genannt, zum Einsatz kommt. Bei diesem Verfahren werden gezielt Hirnareale elektrisch stimuliert, die für den Tremor verantwortlich sind.

In der Regel finden solche Eingriffe unter Vollnarkose statt. Ob die OP geglückt ist und die Elektroden den Tremor wirklich unterdrücken, kann der Arzt jedoch erst feststellen, wenn er den Patienten wieder aus der Narkose geholt hat. "Durch die sedierende Wirkung der Narkose kann es hier zu verzerrten Ergebnissen kommen. Bei der Hypnose entfallen diese Nebenwirkungen der Narkose. Für die Erfolgskontrolle während des Einsetzens der Elektroden ist das ein enormer Vorteil", erklärt Dr. Rupert Reichart, Oberarzt der Klinik für Neurochirurgie am Universitätsklinikum Jena.

Wer bezahlt eine Hypnotherapie?

Eine Hypnotherapie wird von den gesetzlichen Krankenkassen nur in Ausnahmefällen auf Antrag übernommen. Bei Privatkassen sind die Kostenübernahmeregelungen sehr unterschiedlich. Der Patient sollte sich vor Therapiebeginn unbedingt bei seiner Krankenkasse über die Möglichkeiten einer Kostenübernahme informieren.

Wer sich für Hypnose interessiert, wendet sich am besten an einen Therapeuten, der ein Grundlagenstudium wie Medizin oder Psychologie absolviert und eine von Ärzte- und Psychotherapeutenkammern anerkannte zertifizierte Weiterbildung durchlaufen hat. Eine Liste mit Medizinern, die eine entsprechende Ausbildung haben, ist in der Linkliste zu finden.

Natascha Koch

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