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Eine Impfung gegen FSME wird vor allem in Risikogebieten empfohlen.

Auch Kinder können sich gegen die durch Zecken übertragene Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) impfen lassen.
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FMSE: Wer die Impfung braucht

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) wird zugegebenermaßen nur selten durch Zecken übertragen. Doch gegen diese ernste Infektion des Nervensystems helfen keine Medikamente. Mit einer Impfung lässt sich vorbeugen. Sie ist in einigen Regionen Deutschlands und für bestimmte Risikogruppen besonders sinnvoll.

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Normalerweise wäre ein Zeckenangriff nur lästig, denn er kann ein bis zwei Wochen lang recht heftig jucken. Richtig unangenehm machen ihn aber erst die Krankheitserreger, die viele Zecken in sich tragen. Am bekanntesten ist das Bakterium Borrelia burgdorferi, das die Borreliose auslöst. Etwa fünf von 100 Menschen, die von einer Zecke gestochen wurden, infizieren sich damit. Doch meist folgenlos: Symptome einer Borreliose zeigen sich nur bei ein Prozent der Infizierten, sagt das Robert Koch-Institut (RKI). Daraus resultieren hierzulande geschätzt insgesamt 30 000 bis 120 000 Erkrankungen pro Jahr. Früh erkannt, lässt sich die Borreliose mit Antibiotika jedoch gut bekämpfen.

FSME-Erkrankungen gab es im Jahr 2016 in Deutschland genau 348. Diese im Vergleich geringe Zahl rührt daher, dass weitaus weniger Zecken FSME-Viren mit sich führen. Darüber hinaus ist das Virus nicht in ganz Deutschland verbreitet. Jedes Jahr erneuert das RKI seine Karte der Risikogebiete aufgrund der FSME-Fälle, die Ärzte in den einzelnen Landkreisen gemeldet haben. Zurzeit ist nur Süddeutschland betroffen: Fast ganz Baden-Württemberg und Bayern. Zudem gelten Teile Hessens und Thüringens sowie je ein Kreis im Saarland, in Sachsen und in Rheinland-Pfalz als Risikogebiete.

Gegen die FSME-Viren können Antibiotika und andere Arzneimittel nichts ausrichten, aber mit einer Impfung lässt sich vorbeugen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt sie Personen, die in Risikogebieten wohnen oder arbeiten oder dort beispielsweise Urlaub machen und ein Risiko für Zeckenattacken haben. Dazu gehören unter anderem Waldarbeiter, Kinder, die einen Waldkindergarten besuchen, oder Menschen, die gerne im Wald wandern oder Sport treiben. Üblicherweise übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten der Impfung für den Personenkreis, für den die STIKO die Immunisierung empfiehlt. Für einen vollständigen FSME-Schutz, der bis zu fünf Jahre anhält, sind drei Impfungen nötig. Sowohl Kinder- als auch Erwachsenenimpfstoffe werden in bestimmten ein- bis mehrmonatigen Abständen verabreicht.

Bereits nach zwei Impfdosen besteht ein fast vollständiger Schutz, auf den man sich jedoch nur etwa ein Jahr lang verlassen kann. Selbst kurz vor einer Reise kann eine Impfserie von zwei bis drei Dosen innerhalb weniger Wochen noch einen FSME-Schutz aufbauen.

Fünf Tipps zum Zeckenschutz

Manchmal lästig, aber immer sinnvoll: Einige ganz einfache Maßnahmen helfen, sich die Zecken und damit deren Krankheitserreger vom Leib zu halten.

  1. Auch wenn es langweilig klingt: Im Wald nicht durch hohes Gras oder Unterholz streifen, sondern auf den Wegen bleiben.
  2. Auch wenn es warm ist: Langärmelige Oberteile und lange Hosen halten Zecken auf Distanz. Helle Kleidung ist sinnvoll, denn darauf erkennt man Zecken besser und kann sie gleich entfernen.
  3. Auch wenn es gewöhnungsbedürftig aussieht: Hosenbeine möglichst in die Strümpfe stecken. Das versperrt den Zecken den Zugang.
  4. Auch wenn sie komisch riechen: Zecken abwehrende Mittel aus der Apotheke, sogenannte Repellenzien, halten Zecken für eine gewisse Zeit fern.
  5. Auch wenn es lästig ist: Nach Rückkehr aus der Natur den ganzen Körper nach Zecken absuchen und die Oberbekleidung in die Wäsche geben.

Apotheker Rüdiger Freund

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