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Erste Hilfe verläuft bei Kindern in einigen Fällen anders.

In einigen Punkten unterscheiden sich die Erste-Hilfe-Maßnahmen für Babys von denen für Erwachsene.
© Michal Bar Haim, Unsplash

Baby und Kind: Was tun im Notfall?

Das Kind hat sich verschluckt, ist bewusstlos und atmet nicht mehr. Aus Unsicherheit schrecken viele vor einer Wiederbelebung zurück. Worauf es ankommt, hat Redakteurin Natascha Koch bei dem Kurs "Erste Hilfe am Kind" vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) in Frankfurt am Main gelernt.

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"Hand aufs Herz: Wann war Euer letzter Erste-Hilfe-Kurs?", fragt Christopher Lassek, Feuerwehrbeamter und Rettungsassistent, in die Runde. Betretenes Schweigen, wir tauschen fragende Blicke aus, und die meisten sind sich einig: Der letzte Kurs ist schon viel zu lange her. Damit sind wir nicht allein: Bei den meisten Deutschen liegt der letzte Erste-Hilfe-Kurs laut DRK im Durchschnitt 15 Jahre zurück.

Neben mir sitzen eine werdende Mutter, eine Tagesmutter, mehrere junge Eltern und zwei Großeltern. Alle wollen heute nicht nur ihre Kenntnisse auffrischen, sondern vor allem lernen, worauf es bei Unfällen mit kleinen Kindern ankommt. Schnell wird klar: Das Sprichwort "Kinder sind kleine Erwachsene" trifft beim Thema Erste Hilfe nur zum Teil zu.

"Babys und Kinder reagieren sehr viel empfindlicher auf Sauerstoffmangel, deshalb kann bei ihnen schon ein kurzer Atemstillstand oder ein verlangsamter Herzschlag lebensbedrohlich sein", erklärt Lassek. Bei Kindern komme es am häufigsten durch blockierte Atemwege zur Bewusstlosigkeit, bei Erwachsenen sei dagegen in den meisten Fällen das Herz der Auslöser.

Diese Maßnahmen retten Leben

Wir lernen, was im Falle einer Kopfverletzung zu tun ist. Wir erfahren, wie sich eine stark blutende Wunde stillen lässt. Und wir bekommen erklärt, dass Zigaretten bei Kindern die häufigsten Auslöser für lebensbedrohliche Vergiftungen sind.

Lassek zeigt uns, in welcher Reihenfolge wir bei einem lebensbedrohlichen Notfall
vorgehen sollen, und wir üben mithilfe von zwei Kinderpuppen die Atemspende und die Herz-Lungen-Wiederbelebung. In folgenden Punkten unterscheiden sich
die Erste-Hilfe-Maßnahmen bei Kindern von denen für Erwachsene:

  • Sind Sie als Ersthelfer allein vor Ort? Rufen Sie laut um Hilfe und beginnen Sie bei Kindern im Gegensatz zu Erwachsenen sofort mit der Wiederbelebung. Geben Sie dem Kind fünf Atemspenden und wählen dann sofort den Notruf 112.
  • Die Lunge von Kindern kann nicht so viel Luft aufnehmen, deshalb ist bei der Atemspende normales Ausatmen ausreichend.
  • Entkleiden Sie den Brustkorb des Kindes und starten mit 30 Brustkompressionen. Anschließend folgen zwei Atemspenden und wieder 30 Brustkompressionen. Die Wiederbelebungsmaßnahmen sollten so lange erfolgen, bis der Rettungsdienst eingetroffen ist.
  • Bei unter einjährigen Kindern reichen zwei Finger für die Herzdruckmassage, bei älteren Kindern wird ein Handballen benutzt. Der Brustkorb sollte auf dem Brustbein um etwa ein Drittel eingedrückt werden.

Zudem schärft Lassek uns ein: "Ein kleiner Körper wirkt sehr zerbrechlich, aber gebrochene Rippen durch zu festes Drücken sind weniger gravierend als die Folgeschäden einer unterlassenen Wiederbelebung."

Ob das Kind einen Gegenstand oder zu viel Wasser geschluckt hat oder gestürzt ist: "Die Ursachen für einen Notfall sind vielfältig, aber die Maßnahmen ändern sich deswegen nicht." Lebensrettende Maßnahmen sind immer dann notwendig, wenn die drei lebenswichtigen Funktionen – Bewusstsein, Atmung und Herz-Kreislauf-System – bedroht sind. In diesem Fall zähle jede Sekunde, vor allem bei Kindern.

In der Linkliste finden Eltern, Großeltern und Interessierte weitere Informationen zu speziellen Erste-Hilfe-Kursen für Kinder.

Natascha Koch

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