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Viel häufiger als eine echte Nahrungsmittel-Allergie ist die Kreuzallergie.

Einige Heuschnupfen-Geplagte müssen auch bei Lebensmitteln vorsichtig sein.
© luna - Fotolia

Vorsicht, Kreuzallergie!

Frühlingszeit bedeutet Pollenzeit. Doch viele reagieren jetzt nicht nur mit Heuschnupfen. Oft kommt es auch zu sogenannten Kreuzreaktionen mit Lebensmitteln. Was sich dahinter verbirgt und worauf Allergiker achten können.

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In Deutschland leiden laut Deutschem Allergie-und Asthmabund (DAAB) rund 18 Millionen Menschen an einer Pollenallergie. Besteht der Heuschnupfen eine Weile, bleibt es bei vielen nicht dabei. Rund 60 Prozent der Betroffenen reagieren irgendwann auch auf Lebensmittel allergisch. Experten sprechen von einer Kreuzreaktion.

Äpfel & Birken

Erdnüsse und Gräser auf den ersten Blick nicht ähnlich sehen, enthalten sie ähnliche Eiweißbausteine, die für eine allergische Reaktion sorgen. Der Organismus von Allergikern nimmt die eigentlich völlig harmlosen Eiweiße aus den Pollen als Bedrohung wahr und bildet dagegen Antikörper. Diese binden sich an sogenannte Mastzellen, die Histamin enthalten. Kommt der Mensch wieder in Kontakt mit den Pollen, setzen sich diese wie ein Schlüssel an die Antikörper. Dies öffnet die Mastzellen, die in der Folge Histamin ausschütten: Es kommt zu einer allergischen Reaktion mit tränenden Augen, Niesen oder Hustenreiz.

Bei einer Kreuzreaktion docken irgendwann auch ähnlich gebaute Eiweiße von Lebensmitteln an Antikörper an, die der Körper ursprünglich gegen Pollen gebildet hat. Sie lösen nun ebenfalls eine allergische Reaktion aus, die sich aber in der Regel anders äußert. Die Schleimhäute in Mund und Rachen können anschwellen, andere Betroffene bekommen Durchfall oder die Haut juckt. Im schlimmsten Fall rufen Lebensmittel, wie etwa Erdnüsse, sogar eine extreme allergische Reaktion hervor, die zum Kreislaufversagen führt. Anaphylaktischen Schock nennen dies die Experten.

Typische Kreuzallergien

Pollenart (Hauptblütezeit) Lebensmittel      
Birke/Erle/ Hasel (Februar bis Mai) rohes Kern- und Steinobst wie Äpfel, Kirschen oder Pflaumen, rohe Karotten, Tomaten, Sellerie, Paprika, Hasel-, Erd- und Walnüsse, Mandeln, Soja      
Gräser/Getreide (Mai bis August) Soja, Erdnüsse, Tomaten, rohes Getreide (Müsli, Frischkornbrei)      
Beifuß (Juni bis August) rohe Karotten, Paprika, Tomate, Sellerie (roh und gekocht), Obst wie Honigmelone, Mango, Pfirsich, Gewürze wie Pfeffer, Chili, Anis und Koriander      

Tipps & Tricks

Je nach Pollenallergie reagieren Menschen auf unterschiedliche Lebensmittel sensibel. Die Tabelle zeigt häufige Kreuzreaktionen. Doch es spielt eine wichtige Rolle, welche Lebensmittel tatsächlich zu Problemen führen. Wer auf ein bestimmtes Obst oder Gewürz reagiert, kann ein anderes wiederum gut vertragen. Außerdem helfen einige Verhaltensmaßnahmen, allergische Reaktionen zu verhindern:

  • Richtige Sorte wählen: Apfel ist nicht gleich Apfel. Allergiker vertragen beispielsweise alte Sorten wie Gloster, Altländer oder Hammerstein häufig besser.
  • Kochen und backen: Während Kern- und Steinobst, Tomate und Karotte in rohem Zustand oft Allergien auslösen, vertragen sie viele gegart gut. Auch schälen und säuern hilft in einigen Fällen.
  • Achtung bei Stress und Alkohol: Psychische Belastungen sowie Alkoholkonsum verstärken mitunter allergische Reaktionen.

Auch Antihistamin-Präparate aus der Apotheke helfen vielen Betroffenen, die unangenehmen Symptome von Lebensmittelallergien zu lindern. Spezielle Augen- und Nasentropfen bekämpfen die Auswirkungen der Pollenallergie. Der Apotheker berät dazu gern. Wer den Verdacht hat, dass er auf Lebensmittel reagiert, sollte einen Arzt zu Rate ziehen. Mithilfe eines Ernährungstagebuchs sowie Haut- und Bluttests kann er untersuchen, auf welche Lebensmittel der Betroffene tatsächlich reagiert.

Außerdem kann eine Allergieimpfung (Hyposensibilisierung) in Erwägung gezogen werden. Die Erfolgsquote liegt hier bei rund 80 Prozent.

Diplom-Oecotrophologin Katrin Faßnacht-Lee

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