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Gemüsechips enthalten reichlich Fett und Salz.

Schön bunt, aber auch nicht richtig gesund: Gemüsechips enthalten wie die Kartoffelvariante reichlich Fett.
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Gemüsechips: Gesünder snacken?

Ob aus Pastinaken, Möhren oder Süßkartoffeln: Gemüsechips liegen im Trend und haben ein gesundes Image. Aber sind sie wirklich gesünder als Kartoffelchips?

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Kennen Sie das? Man öffnet eine Tüte Kartoffelchips und kann erst aufhören zu essen, wenn der letzte Krümel verputzt ist. Und dann kommt das schlechte Gewissen, denn Chips sind nun mal fettige, salzige Kalorienbomben.

Lange waren die oft so unwiderstehlichen Kartoffelchips ohne Konkurrenz. Doch seit einiger Zeit gibt es Alternativen, die ein besseres Image haben: Gemüsechips, hergestellt aus Pastinaken, roter Bete, Möhren, Süßkartoffeln, Sellerie, Grünkohl, Wirsing oder Zucchini. Schon rein farblich sind die hellgelben Pastinakenchips, die dunkelroten Bete-Chips und tieforangen Süßkartoffelchips ein Hingucker. Sie sorgen für Abwechslung im Snackregal, doch sind sie tatschlich gesünder? Leider nein. Ein Blick auf die Nährwertangaben zeigt, dass Gemüsechips ähnlich viel Fett enthalten wie normale Kartoffelchips, meist mehr als 30 Prozent. Das ist nicht erstaunlich, denn wie Kartoffeln wird auch Gemüse zuerst in dünne Scheiben geschnitten und anschließend in Öl ausgebacken. Nach dieser Prozedur sind die zuvor figurfreundlichen Gemüsescheiben kalorische Schwergewichte, die pro 100 Gramm mehr als 500 Kilokalorien (kcal) liefern. Das sind Extrakalorien, die dick machen, denn meistens isst man Chips ja nicht, weil der Magen knurrt, sondern nebenbei. Zur Einordnung: 500 kcal entsprechen einer vollständigen Mahlzeit, etwa einer Portion Bratkartoffeln mit drei Eiern, die viele Nährstoffe liefert und gut sättigt.

Vorsicht Acrylamid

Und es gibt noch einen Minuspunkt: Viele Gemüsechips enthielten viel Acrylamid, stellte Stiftung Warentest im Sommer 2017 fest. Dieser Stoff ist unerwünscht, denn er gilt als krebserregend und erbgutschädigend. Er entsteht, wenn kohlenhydratreiche Lebensmittel hohen Temperaturen ausgesetzt sind, zum Beispiel, wenn man Kartoffeln backt, brät, frittiert oder röstet. Während die Acrylamid-Werte in Kartoffelchips mittlerweile weit unter dem Richtwert der Europäischen Union liegen, fanden sich in etlichen Gemüsechips deutlich höhere Werte. Das gilt allerdings nicht durchgehend für alle Produkte.

In einigen Punkten haben Gemüsechips aber auch Vorteile. Zum Beispiel enthalten sie die dreifache Menge an Ballaststoffen wie Kartoffelchips. Auch der Salzgehalt ist etwas geringer und viele kommen ohne Zusatz- und Aromastoffe aus. In der Regel enthalten sie außer Gemüse und Öl nur noch Salz, Gewürze oder Kräuter und teilweise Zucker. Als Fazit gilt: Gemüsechips zählen zu den kalorienreichen Snacks und haben in einem gesunden Speiseplan nur einen ganz kleinen Platz.

Gemüsechips selbst gemacht

Gemüsechips werden meistens in kleinen Tüten zu 60 oder 90 Gramm angeboten. Manche sind knackig wie Kartoffelchips, andere gummiartig weich. Beim längeren Kauen schlägt der typische Geschmack der einzelnen Gemüsesorten durch. Für so manchen Gaumen ist das gewöhnungsbedürftig – aber wer’s mag, kann sich auch selbst an die Herstellung wagen. Dazu eignen sich fast alle Gemüsesorten, von Möhren bis Zucchini.

Die Zubereitung ist einfach: Gemüse waschen und schälen, mit einem Gemüsehobel in dünne Scheiben schneiden. Je dünner, desto krosser werden später die Chips. Nun Olivenöl mit Salz und Gewürzen mischen: Zu Möhren passt zum Beispiel Curry oder Ingwer, zu Süßkartoffeln Chili, zu Pastinaken Paprika. Die Gemüsescheiben im Würzöl marinieren, rote Bete wegen ihrer Färbekraft in eine extra Schüssel legen. Den Backofen auf 150 Grad Celsius vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen, die Chips lose nebeneinander verteilen und 20 bis 30 Minuten knusprig backen. Dabei die Ofentür öfter kurz öffnen, damit die Feuchtigkeit entweichen kann. Am besten bleiben Sie dabei und haben ein Auge auf den Trocknungsprozess, denn zwischen knusprig und verbrannt liegen manchmal nur wenige Minuten. Viel Spaß beim Knuspern!

Diplom-Oecotrophologin Dorothee Hahne

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