Sie sind in: Startseite Service Neue Apotheken Illustrierte Archiv 2018 1. September 2018 Vollmilch & Co sind besser als ihr Ruf

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Milch ist nicht so ungesund wie ihr Ruf.

Kuhmilch ist nahrhaft und gesund. Wer Milchzucker nicht verträgt, kann zu Milchprodukten greifen, die den Zucker nicht mehr enthalten.
© HappyAlex - Fotolia

Vollmilch & Co sind besser als ihr Ruf

Der Gesundheit zuliebe verzichten viele Menschen auf den Genuss vollfetter Milchprodukte und greifen stattdessen zu fettreduzierten Varianten. Einer neuen Studie aus den USA zufolge sind aber auch Milch, Joghurt oder Käse mit normalem Fettgehalt nicht schädlich.

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1,5 Prozent, 0,5 Prozent – geht es nach den Angeboten der großen Supermarktketten, kann der Fettgehalt von Milch und Milchprodukten kaum gering genug sein. Oft werden dafür in den Medien gesundheitliche Gründe ins Feld geführt: Der hohe Fettanteil von 3,5 bis 3,8 Prozent mache die Vollmilch zum ungesunden Dickmacher und erhöhe die Wahrscheinlichkeit für Herz-Kreislauf Leiden. Das erscheint zunächst auch nicht ganz abwegig: Ein Glas Vollmilch enthält immerhin rund sieben Gramm Fett, und zwar überwiegend gesättigte Fettsäuren. Diese gelten als ungesund, als Risikofaktor für Herz-Kreislauf Erkrankungen und für andere Beschwerden. Übrigens ist auch der Cholesterinanteil in Vollmilch höher als in Halbfett- oder Magermilch. Allerdings ist unklar, wie sich das tatsächlich auf den LDL-Cholesterin-Gehalt im Blut auswirkt.

Milch verkürzt das Leben nicht

Wissenschaftler der University of Texas in Houston, USA, haben nun Daten von fast 3 000 Senioren ausgewertet. Sie fanden dabei keine Verbindung zwischen dem Verzehr vollfetter Milchprodukte und der Sterblichkeit allgemein sowie Todesfällen aufgrund von Herzkrankheiten oder Schlaganfall. "Unsere Ergebnisse stützen die zahlreichen Resultate anderer Studien. In all diesen Versuchen hat sich ergeben, dass Milchfett – anders als viele glauben – nicht für Herzerkrankungen und ein kürzeres Leben bei älteren Menschen sorgt", erläutert die Hauptautorin Dr. Marcia Otto.

Bessere Messmethoden

Besonders interessant ist die Herangehensweise innerhalb der Studie: Wie die Autoren schreiben, wurde in vorherigen Untersuchungen meist ein Fragebogen an die Teilnehmer ausgegeben. In diesem sollten sie ihren Milchkonsum beschreiben. Stattdessen ermittelten die Forscher in der aktuell vorliegenden Studie den Gehalt bestimmter sogenannter Biomarker im Blut – gewisser Fettsäuren, die aus der Milch stammen und Rückschlüsse über den tatsächlichen Konsum erlauben. Diesen Wert bestimmten die Forscher bei allen Patienten im Jahr 1992 sowie 6 und 13 Jahre später. Im Gegensatz zu der sonst oft üblichen Selbsteinschätzung zum Konsum von Milchprodukten zeige diese Messmethode besser und objektiver, wie sich diese Fettsäuren langfristig auf die Gesundheit auswirkten, betonten die US-Wissenschaftler. Ein höherer Anteil der in der Studie erfassten Fettsäuren im Blut der Studienteilnehmer deute auf einen höheren Verzehr von Vollmilch und ähnlichen Milchprodukten hin.

Fettsäure mit Zusatznutzen

Anschließend wurde ein Zusammenhang mit bestimmten Sterbefällen in einem Zeitraum von 22 Jahren gesucht. Dabei betrachteten die Forscher die Gesamtsterblichkeit und die Sterblichkeit aufgrund von Herz-Kreislauf-Erkrankungen getrennt.

Erhöhte Sterberaten oder ein höheres Risiko für Schlaganfälle und Herzkrankheiten stellten sie dabei nicht fest. Eine der Fettsäuren stach sogar positiv heraus: "Das Ergebnis deutet darauf hin, dass die sogenannte Heptadekansäure die Wahrscheinlichkeit eines Schlaganfalls reduziert", so Dr. Otto.

Auch der Konsum fetter Milch schadet der US-Studie zufolge also nicht, eher im Gegenteil. Und nicht zu unterschätzen sind auch die positiven Auswirkungen der anderen Milchbestandteile. Egal ob Voll-, Halbfett- oder Magermilch, sie alle enthalten wichtige Nährstoffe. Dazu gehört allen voran Calcium, das für Muskelfunktionen und den Knochenaufbau von Bedeutung ist. Aber auch Jod und zahlreiche Vitamine sind enthalten. Man sieht: Milch ist ein sehr wertvolles Lebensmittel.

HH/MB

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