Sie sind in: Startseite Service Neue Apotheken Illustrierte Archiv 2018 15. September 2018 Jodmangel: Hilfe für die Schilddrüse

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Jodmangel ist in Deutschland keine Seltenheit.

Wer Salz zum Kochen verwendet, greift am besten zu jodiertem Salz.
© sabine hrdler - Fotolia

Jodmangel: Hilfe für die Schilddrüse

"Die Jodversorgung in Deutschland ist nach wie vor nicht ausreichend." Dieses Fazit zieht der Arbeitskreis Jodmangel e. V. (AKJ) aus den letzten deutschlandweiten Untersuchungen. Das hat Folgen für die Schilddrüse, die Gesundheit und das Wohlbefinden.

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Erhält die Schilddrüse nicht genügend Jod über die Ernährung, vergrößern und vermehren sich die Zellen des Organs. Dadurch können sich eine Struma, das heißt eine Vergrößerung der Schilddrüse, sowie heiße beziehungsweise kalte Knoten entwickeln. Noch bedeutender sehen die Folgen bei Schwangeren und Stillenden aus, die nicht ausreichend Jod zu sich nehmen, da dies die Entwicklung
des Kindes beeinträchtigen kann. So warnen Experten vom AKJ vor den Folgen eines Jodmangels.

Viele Erkrankungen vermeidbar

Drei von zehn Deutschen leiden unter Schilddrüsenproblemen. Etwa 85 000 Deutsche werden jährlich an der Schilddrüse operiert. Weitere 60.000 müssen sich einer Radiojod-Therapie unterziehen, mit der man beispielsweise heiße Knoten therapiert. Oft folgt auf die Behandlungen eine lebenslange medikamentöse Therapie. In vielen Fällen ließe sich das durch eine ausreichende Jodzufuhr
vermeiden, wie man aus Ländern mit ausreichender Jodversorgung weiß.

Jodiertes Speisesalz

Verantwortlich für die unzureichende Jodversorgung: der Mangel an natürlich vorkommendem Jod im Boden und Trinkwasser. Genügend findet sich natürlicherweise nur im Meer und heißen Quellen. Daher wurde in Deutschland wie in nahezu allen Ländern mit Jodmangel in den Böden und damit in Lebensmitteln
jodiertes Speisesalz eingeführt. Wird dieses aber allein im Haushalt verwendet, trägt es nur mäßig zur Gesamtjodversorgung bei. Ein gehäufter Teelöffel jodiertes
Speisesalz enthält etwa 100 Mikrogramm (μg) Jod.

Ein deutlich größerer Anteil des täglichen Salzkonsums, schätzungsweise etwa 80 Prozent, decken Durchschnittsbürger allerdings durch Back- und Wurstwaren
sowie Fertig lebensmittel. Diese enthalten derzeit aber kaum jodiertes Salz.

Milchprodukte und Seefisch

Probleme mit der Jodversorgung müsste es nicht geben, wäre alles Salz, das wir zu uns nehmen, jodiert. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt pro Person täglich fünf bis sechs Gramm Salz. In der jodierten Form (100 − 120 μg Jod) und bei ausreichendem Verzehr von Milchprodukten und Meeresfrüchten wäre das eigentlich genug, um durch Jodmangel bedingten Erkrankungen vorzubeugen.

Um die Jodversorgung künftig sicherzustellen, sollten sich Verbraucher, aber auch
Lebensmittelindustrie, Handwerk und Gastronomie an die Regel halten, die der Arbeitskreis Jodmangel seit 30 Jahren empfiehlt: "Wenn Salz, dann Jodsalz!"

Peter Erik Felzer

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