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Eine Nasennebenhöhlenentzündung lässt sich häufig mit Hausmitteln therapieren.

Eine Entzündung der Nasennebenhöhlen wird oft durch Erkältungsviren hervorgerufen.
© LittleBee80/iStockphoto

Nebenhöhlen frei bekommen

Entzündungen der Nasennebenhöhlen entstehen, wenn die Nasenschleimhäute anschwellen und Sekret nur noch schlecht abfließen kann. Das bietet einen idealen Nährboden für Keime. Die meisten Fälle lassen sich schonend therapieren.

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Drückender Schmerz über den Augen oder in den Wangen, der sich beim Bücken oft noch verstärkt, deutet auf eine Entzündung der Nasennebenhöhlen hin. Der Mediziner spricht von Sinusitis und meint damit hauptsächlich durch Viren ausgelöste angeschwollene Nasenschleimhäute. "Prinzipiell unterscheidet der Mediziner zwischen akuter und chronischer Sinusitis", erläutert Dr. Michael Deeg, Pressesprecher des Berufsverbandes der Hals-Nasen-Ohrenärzte. "Eine akute Vereiterung entsteht meist aus einem Schnupfen, wenn durch Schwellungen der Schleimhäute der Sekretabfluss aus den Nebenhöhlen behindert wird. Als chronische Sinusitis gelten Beschwerden, die seit Monaten beziehungsweise Jahren andauern."

Schonende Hausmittel und Heilpflanzen

Was können Betroffene tun? "Effektiv sind tägliche Nasenspülungen mit isotonischer Salzlösung zur Entfernung von Schleim", so der HNO-Arzt. "Diese enthält genauso viele Elektrolyte wie unsere Körperflüssigkeiten. Dadurch sind sie gut verträglich und besser geeignet als Spülungen mit reinem Wasser."

Natürliche Heilmittel setzen auf die Kraft von Ölen und Heilpflanzen. Empfohlen werden beispielsweise pflanzliche Präparate, die eine Mischung aus ätherischen Ölen von Eukalyptus, Myrte, Süßorange und Zitrone enthalten. Diese helfen, das Nasensekret zu verflüssigen. Auch Mittel, die Pflanzenauszüge von Schlüsselblume, gelbem Enzian, Sauerampfer, Eisenkraut und schwarzem Holunder kombinieren, können die Beschwerden lindern.

Manchmal möchte man die Nase ganz schnell frei bekommen. "In solchen Fällen können Betroffene auch zu abschwellenden Tropfen greifen", so Deeg. Mit ihrer Hilfe werden die Nasenhöhlen besser durchlüftet. "Aber niemals länger als eine Woche, da diese auf Dauer die Schleimhaut angreifen." Bei chronischer Sinusitis gibt es Verläufe mit und ohne Polypen, also Wucherungen aufgrund einer dauerhaft entzündeten Nasenschleimhaut. "Kortisonhaltige Sprays wirken abschwellend und entzündungshemmend und können bei längerer Anwendung dazu beitragen, dass Polypen kleiner werden", weiß Experte Deeg. Sein Tipp: "Rechtzeitig einen Facharzt aufsuchen und konsequent für eine gute Belüftung von Nase und Nebenhöhlen sorgen. So wird ein chronischer Verlauf verhindert."

Höhlensystem

Der Sammelbegriff Nasennebenhöhlen bezeichnet luftgefüllte Hohlräume im knöchernen Schädel, die Kiefer-, Stirn- und Keilbeinhöhlen sowie die Siebbeinzellen zwischen den Augenhöhlen. Die charakteristische Schleimhaut dieser Hohlräume besitzt winzige Flimmerhärchen. Diese befördern das schleimige Sekret, welches zur Selbstreinigung von der Schleimhaut produziert wird, in Richtung Rachen. Auf diese Weise gelangen Krankheitserreger oder Schadstoffe in der Nase in Richtung Magen, wo der Körper sie unschädlich macht.

Mit Ballon, Laser und Katheter

Bei einer chronischen Entzündung der Nasennebenhöhlen und/oder wenn Komplikationen drohen wie eitrige Entzündungen benachbarter Regionen, kann eine Operation sinnvoll sein. Bei der funktionellen endoskopischen Operation der Nasennebenhöhlen beseitigt der Chirurg mittels eines Endoskops Engstellen oder entfernt erkrankte Schleimhaut und Polypen. Bei der Ballondilatation führt er mithilfe eines Katheters einen Ballon ein und bläst ihn am Eingang der Nasennebenhöhlen langsam auf, um verengte Öffnungen zu erweitern. Auch Lasertechnik hilft in manchen Fällen, geschwollene Schleimhaut abzutragen.

Gabriele Brähler

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