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Beim Fiebermessen kann man einiges falsch machen.

Fieber deutet darauf hin, dass das Abwehrsystem des Körpers auf Hochtouren arbeitet.
© Valerii Apetroaiei/iStockphoto

Heiße Tipps zum Fiebermessen

Fieber messen kann doch jeder? Stimmt, aber ein paar Fallstricke gibt es dabei doch. Forscher haben herausgefunden, dass je nach gewählter Methode die Messwerte bis zu zwei Grad von der Körperkerntemperatur abweichen können.

Die Temperatur im Inneren des Körpers beträgt gewöhnlich etwa 37 Grad Celsius, wobei es zu natürlichen Schwankungen um ungefähr 0,5 Grad im Tagesverlauf kommen kann. Ältere Menschen haben meistens eine geringere Körpertemperatur. Für das Fiebermessen kommen verschiedene Körperstellen und Methoden infrage:

After

Die wenigsten Menschen entscheiden sich vermutlich gerne für diese Variante. Aber die rektale Messung, also im Po, ist die verlässlichste Methode. Die hier gemessene Temperatur kommt der Körperkerntemperatur am nähsten. Zum Messen das Fieberthermometer am besten mit Wasser anfeuchten oder zum Beispiel mit Vaseline dünn bestreichen, danach etwa ein bis zwei Zentimeter in den After einführen. Selbstverständlich das Thermometer nach dem Gebrauch gründlich reinigen.

Auf vielen Wegen zum Ziel

Glasthermometer enthalten schon lange kein Quecksilber mehr, sondern eine ungiftige Flüssigkeit, die sich bei Wärme ausdehnt. Sie sind ebenso wie Digitalthermometer preiswert in der Anschaffung und liefern bei richtiger Handhabung genaue Ergebnisse. Digitalthermometer bieten zusätzliche Vorteile, weil sie bruchfest und benutzerfreundlich sind. Für die Temperaturmessung am Ohr sowie an der Stirn verwendet man spezielle Infrarotthermometer. Obwohl sich die meisten Thermometer einfach bedienen lassen, lohnt immer auch ein Blick in die Anleitung des jeweiligen Gerätes.

Mund

Bei dieser Methode wird das saubere Thermometer bis weit hinten im Mund unter die Zunge gelegt. Während der Messung bleibt der Mund geschlossen und die Zunge ruhig. Mindestens 15 Minuten vor der Messung keine heißen oder kalten Speisen und Getränke mehr verzehren. Die Temperatur unter der Zunge ist ungefähr 0,3 bis 0,5 Grad niedriger als bei der rektalen Messung.

Achsel

Die Messung in der Achsel dauert am längsten und liefert relativ ungenaue Werte. Sie fallen generell etwa ein halbes Grad geringer aus als im Po. Den Arm, unter dem gemessen wird, eng anlegen und sich am besten nicht bewegen. Kindern fällt das Stillsitzen manchmal etwas schwer.

Ohr

Die Messung dauert nur drei Sekunden, allerdings ist hier die korrekte Ausrichtung des Thermometers zum Trommelfell wichtig. Hierfür das Ohr während der Messung leicht nach hinten und oben ziehen. Man sollte vorher nicht auf dem entsprechenden Ohr gelegen haben. Mitunter kann auch Ohrenschmalz das Ergebnis verfälschen. Wenn die Körpertemperatur regelmäßig überprüft werden muss, am besten immer am selben Ohr messen. Sonst lassen sich die Werte nur schlecht miteinander vergleichen.

Stirn oder Schläfe

Mithilfe eines speziellen Stirn- oder Schläfenthermometers lässt sich ebenfalls innerhalb weniger Sekunden die Temperatur bestimmen. Vor der Messung die Stirn reinigen, damit kein Schweiß das Ergebnis beeinflusst.

Pharmazeutin Bernadette Stange

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