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Der Klimawandel wirkt sich negativ auf unsere Gesundheit aus.

Schon heute sind die Auswirkungen des Klimawandels deutlich spürbar.
© iStock.com/sasirin pamai

Macht uns der Klimawandel krank?

Dass sich der Klimawandel auf die Natur, die Tierwelt und unser Wetter auswirkt, ist den meisten Menschen bewusst. Aber wie steht es eigentlich um die Gesundheit? Forscher versuchen, diesbezüglich die Zukunft so genau wie möglich vorherzusagen. Manches bleibt dabei Spekulation, einiges kann man schon heute absehen.

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Herz und Kreislauf

Extreme Temperaturen beziehungsweise Temperaturschwankungen erhöhen das Risiko für einen Herzinfarkt und akutes Herzversagen. Das gilt besonders für betagte Personen sowie Menschen mit Diabetes, Bluthochdruck oder hohen Blutfettwerten. Hitzeperioden können außerdem zu Blutdrucksenkungen führen, was Menschen mit ohnehin niedrigem Blutdruck zu schaffen macht, etwa durch Schwindel, Müdigkeit, Benommenheit oder Kopfschmerzen.

Lunge

Luftverschmutzung und eine hohe Ozonbelastung durch längere Hitzeperioden begünstigen Lungenerkrankungen. Zudem verlängert sich die Heuschnupfensaison. Bisher nicht heimische Pflanzenarten erschließen sich in Deutschland neue Lebensräume und erweitern das Spektrum allergieauslösender Pollen. Bereits jetzt gilt dies etwa für das beifußblättrige Traubenkraut (Ambrosia artemisiifolia). In der Folge kann häufiger allergisches Asthma auftreten.

Haut

Wer sich ungeschützt der Sonne aussetzt, hat ein höheres Risiko für Hautkrebs. Sehr gefährdet sind Menschen, die draußen arbeiten, zum Beispiel Bauarbeiter. Und das Problem wird wohl zunehmen, wie auch aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage zu den Folgen immer längerer Hitzeperioden für die Gesundheit hervorgeht. Demnach lasse sich schon seit Jahrzehnten eine Zunahme der jährlichen Zahl an Sonnenstunden und damit an Belastung durch UV-Strahlung feststellen.

Infektionen

Einige tierische Krankheitsüberträger wie exotische Mücken und Zecken breiten sich auch in nördlicheren Gefilden aus. Eine durch Zecken übertragene virale Hirnhautentzündung, die Frühsommer-Meningoenzephalitis, beschränkt sich dann nicht mehr nur vor allem auf Süddeutschland oder Südosteuropa. Und auch exotische Krankheitserreger wie das Zika- oder das West-Nil-Virus könnten in Zukunft häufiger auftreten. In der Ostsee und auch in anderen Meeren vermehren sich giftige Blaualgen und andere für Badegäste womöglich problematische Bakterien, begünstigt durch hohe Temperaturen, die künftig häufiger auftreten werden.

Gehirn

Hohe Temperaturen und viel Sonne können einen Sonnenstich oder einen Hitzekollaps hervorrufen. Sehr gefährlich ist der Hitzschlag. Dabei entgleist die Körpertemperatur, es kommt zu Krampfanfällen, Bewusstlosigkeit und im Extremfall zum Tod. Forscher aus Augsburg fanden heraus, dass bei trockener Hitze mehr Schlaganfälle durch Minderdurchblutung auftreten. Generell ist das Risiko für Blutgefäßverschlüsse durch Gerinnsel und damit die Gefahr von Lungenembolien oder Schlaganfällen erhöht, wenn Flüssigkeitsverluste das Blut zähflüssiger machen.

Naturkatastrophen, Veränderungen des Lebensraumes und andere Folgen des Klimawandels, zum Beispiel Ernteausfälle, fördern Stress, Ängste und posttraumatische Belastungsstörungen. Besonders Kinder reagieren sehr empfindlich auf solche Stresssituationen.

Pharmazeutin Bernadette Stange

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