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Einige Heilpflanzen haben kuriose Namen.

Die Blüten dieser Heilpflanze ähneln leuchtenden Augen mit langen Wimpern. Daraus leitet sich ihr Name ab: Augentrost.
© Tinieder/iStockphoto

Heilpflanzen mit kuriosen Namen

Mal lautmalerisch, mal skurril – Heilpflanzen wie der hier abgebildete Frauenmantel tragen mitunter kuriose Namen, oftmals gar mehrere. Nicht immer liegt die Herkunft so nahe, wie es auf den ersten Blick scheint. Woher stammen also die Bezeichnungen und welche Bedeutungen stecken dahinter? Hier ein kleiner Einblick.

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Augentrost
Im Mittelalter versuchten die Gelehrten, die Wirkung einer Pflanze von ihrem Aussehen abzuleiten. So auch bei dieser Pflanze, die volksmedizinisch bei Augenbeschwerden zum Einsatz kommt. Sie besitzt Blüten, die mit ein wenig Fantasie leuchtenden Augen mit langen Wimpern ähneln.

Chinarinde
Die Chinarinde stammt nicht, wie man annehmen könnte, aus einem großen asiatischen Land. Vielmehr leitet sich "China" vom alten peruanischen Wort für Rinde "kina" ab. Dem botanischen Namen der Pflanzengattung, Cinchona, liegt folgende Legende zugrunde: Demnach wurde die Ehefrau des Grafen von Cinchon, seines Zeichens spanischer Vizekönig in Peru, mithilfe von Chinarinde von der Malaria geheilt.

Echtes Mädesüß
Zum Ursprung des Namens existieren verschiedene Theorien: Extrakte vom Mädesüßkraut dienten den alten Germanen zum Süßen beziehungsweise Aromatisieren von Honigwein, dem sogenannten Met. Der Begriff "Mahdsüße" könnte aber auch auf den intensiven süßen Duft von Blüten und Blättern nach dem Mähen hinweisen. Denn auf feuchtem Grasland, früher "mede" genannt, gedeiht das Mädesüßkraut besonders gut.

Frauenmantel
Die Blätter dieses Krauts erinnerten die Namensgeber an den Umhang der Mutter Jesu. Der Einsatz in der Frauenheilkunde reicht bis in das Altertum zurück. So opferten die Germanen das Frauenmantelkraut ihrer Göttin Freya, damit sie Gebärenden beistehe. Die Römer nannten die Pflanze "Venusmantel" und nutzten sie für rituelle Bäder.

Hauhechel
Diese Pflanze hat weder mit körperlicher Gewalt noch Kurzatmigkeit etwas zu tun. Vielmehr geht der Name auf das alte Wort für Heu sowie auf ein kammartiges Werkzeug zur Bearbeitung von Flachs zurück. An den sogenannten Hechel erinnern die Dornen der Pflanze. Bäuerinnen mühten sich mit dem Hauhechel, da dieser sich nur zu leicht in den langen Röcken verfing. Seine langen Wurzeln stellten indes eine Gefahr für den Pflug dar. So lassen sich andere Namen wie "Pflugsterz" oder "Weiberkrieg" erklären.

Mäusedorn
Die stacheligen Zweige des Mäusedorns hielten Mäuse und Ratten von Lebensmitteln fern. Dafür flochten zum Beispiel Metzger die Zweige in Schnüre ein, mit denen sie ihre Schinken aufhängten.

Mönchspfeffer
Im Mittelalter machten sich Mönche die lusthemmende Wirkung der pfefferartig schmeckenden Früchte zunutze, um sich die Einhaltung des Zölibats zu erleichtern. Andere Bezeichnungen für die Pflanze, nämlich "Keuschlamm" oder
"Keuschbaum", weisen ebenfalls auf die enthaltsamkeitsfördernde Wirkung hin.

Seifenkraut
Echtes Seifenkraut, auch Waschwurzel genannt, hält, was der Name verspricht: Es eignet sich tatsächlich zum Waschen. Die enthaltenen Saponine (lateinisch "sapo": die Seife) wirken ähnlich wie die Tenside im Waschmittel, sodass die Pflanze bis ins vergangene Jahrhundert zur Reinigung von Textilien eingesetzt wurde. Heutzutage werden seifenkrauthaltige Produkte als umweltschonende Alternative zu herkömmlichen Waschmitteln beworben.

Zaubernuss
Die Zaubernuss stammt aus den östlichen Teilen der USA. Die Siedler gaben ihr die Bezeichnung "Hexenhasel" ("Witch hazel"), weil ihre Blätter denen der Haselnuss ähneln. In England wird die Haselnuss mit Hexen assoziiert. Diese Verbindung Hexerei und Zauberei spiegelt sich in den Synonymen Zaubernuss oder Zauberhasel wider. Bekannter ist vielen ihr wissenschaftlicher Name "Hamamelis".

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