Sie sind in: Startseite Service Neue Apotheken Illustrierte Archiv 2020 15. Juli 2020 Sonnenstich und Hitzschlag ernst nehmen

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Zu viel Sonne tut unserem Körper nicht gut.

Zu viel Sonne führt zu einem Wärmestau im Kopf, der die Hirnhaut reizt. Ein Sonnenhut schützt davor.
© iStock,com/bernardbodo

Sonnenstich und Hitzschlag ernst nehmen

Strahlendes Wetter sorgt für Sommerlaune. Jetzt verbringt jeder, der es kann, die Zeit gerne draußen. Doch Sonne und Wärme können auch zu viel werden. Die wohl gravierendsten Folgen heißen Sonnenstich und Hitzschlag.

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Körper und Kopf vor Hitze und Sonnenlicht zu schützen, hat die Natur für den Menschen zwei einfache, aber effektive Vorkehrungen getroffen: die Haare und das Schwitzen. Während viele Menschen mehr schwitzen, als ihnen gefällt, sind Haare mitunter Mangelware. Vor allem bei kleinen Kindern oder Männern mit erblich bedingtem Haarausfall, wie etwa bei den Herren der britischen Königsfamilie. Sie sind im Sommer im Nachteil. Scheint ihnen zu lange die Sonne auf den schlecht geschützten Kopf und Nacken, kann das nicht nur zu einem Sonnenbrand auf der empfindlichen Haut führen, sondern auch einen Sonnenstich nach sich ziehen. Dabei handelt es sich um einen Wärmestau im Kopf, der die Hirnhaut reizt. Häufig kommt es in der Folge zu Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Schwindel, die oft erst Stunden nach der Sonnenbestrahlung einsetzen.

Treten diese Symptome auf, muss der Betroffene spätestens jetzt in den Schatten. Kühle Umschläge auf Kopf und Nacken helfen. Ebenfalls wichtig: viel trinken und sich hinlegen, wobei der Kopf am besten leicht erhöht liegt. Oft reicht das bereits. Verschlechtert sich der Zustand jedoch oder verliert der Patient sogar das Bewusstsein, unbedingt den Notarzt rufen. Am besten schützt man sich vor einem Sonnenstich, indem man von vornherein eine Mütze oder einen Sonnenhut trägt, die für Schatten auf Kopf und Nacken sorgen.

Hitzeerschöpfung unbedingt ernst nehmen

Wer sich bei Wärme anstrengt, merkt schnell, dass der Körper seine natürliche Klimaanlage in Gang setzt: Das Herz schlägt schneller, und der Schweiß rinnt in Strömen. So gibt der Körper überschüssige Wärme über die Haut ab. Trägt man zu dicke Kleidung oder verausgabt sich zu sehr oder zu lange, entweicht die Wärme oft nicht schnell genug. Hier betrifft die Überwärmung nicht nur den Kopf, sondern den gesamten Körper. Frühe Warnzeichen auch hier: Kopfschmerzen, Übelkeit und Schwindel sowie ein roter Kopf. Die Betroffenen fühlen sich schwach und teilweise verwirrt.

Ärzte nennen das Hitzeerschöpfung. Der Blutdruck fällt, das Herz schlägt schnell und die Körpertemperatur liegt nur leicht über normal. Meist klingen die Symptome schon bald wieder ab, wenn man sich im Schatten ausruht und viel trinkt. Schont man sich jedoch nicht, kann eine Hitzeerschöpfung in einen Hitzschlag übergehen, der lebensgefährlich ist. Dabei fällt es Betroffenen zunehmend schwerer, ihre Bewegungen zu koordinieren und sich richtig auszudrücken. Im Extremfall kommt es zu einem epileptischen Anfall oder zu Bewusstlosigkeit bis hin zum Koma. Die Körpertemperatur steigt auf über 40 Grad Celsius, und innere Organe können versagen. Hierbei ist es wichtig, den Körper rasch zu kühlen und den Patienten unverzüglich ins Krankenhaus
zu bringen.

Kleidung und Aktivität an die Temperatur anpassen

Ein Hitzschlag stellt natürlich ein extremes Ereignis dar, aber auch Hitzeerschöpfung und Sonnenstich verderben die Sommerlaune nachhaltig. Am besten stimmt man Kleidung und Aktivität auf die Temperaturen ab. Nicht umsonst schalten die Bewohner heißer Gegenden im Sommer einen Gang zurück und meiden Strand und anstrengende Tätigkeiten in der Mittagshitze.

Und nicht vergessen: bei Wärme immer gut trinken, damit die körpereigene Klimaanlage genug "Treibstoff" hat – alkoholfrei, versteht sich.

Apotheker Rüdiger Freund

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