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Bestimmte Medikamente können die Körpertemperatur durcheinander bringen.

Hitzewallungen können die Nebenwirkung von einigen Medikamenten sein.
© fizkes/iStockphoto

Hitzewallungen durch Medikamente

Leichte Kleidung, Ausruhen im Schatten oder kühle Getränke helfen auf angenehme Weise gegen Sommerhitze. Schwieriger wird es für Menschen, die Medikamente einnehmen. Denn bestimmte Wirkstoffe können die Temperaturregulation des Körpers durcheinanderbringen.

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Damit der Körper ideal arbeiten kann, darf seine Temperatur weder zu kalt noch zu heiß sein. Um das zu gewährleisten, besitzt der Körper Mittel und Wege, die Temperatur zu regulieren. Muskelzittern wärmt beispielsweise auf und Schwitzen kühlt ihn ab.

Gerade im Sommer treten mitunter Schwierigkeiten auf, wenn Medikamente als Nebenwirkung in dieses fein aufeinander abgestimmte System eingreifen. Der Körper bekommt die Hitze nur noch schwer in den Griff. Manchmal heizen auch verschiedene Nebenwirkungen von Medikamenten diesen Prozess an. Sie tragen dazu bei, dass die Körpertemperatur ansteigt:

  • Bestimmte Wirkstoffe erhöhen direkt die Körpertemperatur.
  • Andere verwirren den "Thermostat" im Gehirn, der auf Temperaturschwankungen reagiert.
  • Manche Medikamente verringern das Durstgefühl oder stören das Schwitzen.
  • Medikamente, die die Herzleistung herabsetzen, wie Betablocker, sorgen manchmal dafür, dass das Herz seine Pumpleistung nicht so hochfährt, wie es bei Hitze erforderlich wäre.

Was ist noch normal?

Die normalen Werte für die Körpertemperatur schwanken bei Erwachsenen zwischen 36,2 Grad Celsius am Morgen bis 37,5 Grad Celsius gegen Abend. Anstrengender Sport kann die Temperatur um 2 Grad Celsius erhöhen, ohne dass das als Fieber gilt. Auch ein üppiges Essen oder Stress sorgen für Wärme von innen. Bei Frauen spielt auch der Zyklus eine Rolle. In den Tagen nach dem Eisprung liegt die Temperatur etwa 0,5 Grad Celsius höher als in der übrigen Zeit.

Viele Wirkstoffe besitzen gleich mehrere dieser Nebenwirkungen. Das gilt für Arzneistoffe aus der Gruppe der Anticholinergika, die Ärzte zum Beispiel gegen Morbus Parkinson oder gegen Probleme bei der Blasenentleerung verschreiben. Auch Antidepressiva oder Mittel aus der Gruppe der sogenannten Neuroleptika, die gegen Erregungszustände und Psychosen wirken, treiben die Temperatur gelegentlich in die Höhe. Zu den möglichen Anzeichen zählen beispielsweise vermehrtes Schwitzen oder Fieber. Darüber hinaus lösen auch Hormonblocker,
die oft bei Krebs zum Einsatz kommen, sowie bestimmte Antidepressiva oder Mittel gegen ADHS, Migräne oder zur Blutverdünnung ein Hitzegefühl aus.

Den Durst verringern neben Neuroleptika auch Mittel gegen Parkinson oder Epilepsie. Blutdruckmedikamente aus den Gruppen der ACE-Hemmer oder der AT1-Rezeptor-Blocker (sogenannte Sartane) besitzen ebenfalls diesen Effekt, der gerade im Sommer Probleme bereitet. Hier wichtig: Nicht auf den Durst warten, sondern sich die erforderliche Trinkmenge für den Tag bereitstellen und regelmäßig trinken.

Wenn Sie Medikamente aus diesen Gruppen einnehmen und im Sommer verstärkt Probleme mit der Hitze verspüren, setzen Sie die Präparate nicht eigenmächtig ab. Alle diese vom Arzt verordneten Medikamente spielen eine wichtige Rolle für Ihre Gesundheit. Sprechen Sie am besten Ihren Arzt oder Apotheker darauf an, wenn Sie von einer Nebenwirkung ausgehen. Eventuell muss man die Dosis Ihres Präparats anpassen oder auf ein anderes wechseln.

Apotheker Rüdiger Freund

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