Sie sind in: Startseite Service Neue Apotheken Illustrierte Archiv 2020 1. September 2020 Checkliste: In 5 Schritten zum Hörgerät

Service

Wie bekommt man ein Hörgerät? Diese Schritt für Schritt Anleitung zeigt es.

Klein aber fein: Hörgeräte sind mittlerweile sehr leistungsstark, lassen sich aber trotzdem gut hinter dem Ohr oder gar im Gehörgang verbergen.
© PIKSEL/iStockphoto

Checkliste: In 5 Schritten zum Hörgerät

Schon ab dem 50. Lebensjahr kann das Gehör langsam nachlassen. Hat man den Eindruck, Geräusche im Umfeld nicht mehr richtig wahrzunehmen, und muss man immer häufiger nachfragen, weil etwas nicht verstanden wurde? Dann wird es Zeit für einen Hörtest.

Anzeige

1. Termin beim HNO-Arzt oder Hörakustiker

Der erste Schritt, um festzustellen, ob man unter einem Hörverlust leiden, ist ein Hörtest. Diesen kann man entweder bei einem Hörakustiker oder beim Hals-Nasen-Ohrenarzt (HNO-Arzt) durchführen lassen. Schneller geht es in der Regel bei einem Hörakustiker. Dieser überpüft das Gehör und verweist an einen HNO-Arzt, wenn sich der Verdacht auf eine Schwerhörigkeit erhärtet. Der Arzt kann die Diagnose stellen und Hörsysteme verordnen.

Die Überprüfung des Gehörs erfolgt in mehreren Schritten: Zunächst untersucht der Akustiker oder Arzt die Ohren, um beispielsweise auszuschließen, dass zu viel Ohrenschmalz die Ursache für das schlechte Hören darstellt. Anschließend folgt eine sogenannte Tonaudiometrie. Hierbei wird gemessen, ab welcher Lautstärke welche Frequenz wahrgenommen wird. Bei der danach folgenden Sprachaudiometrie werden mehrsilbige Zahlen und einsilbige Wörter vorgespielt, um zu testen, wie das Gehirn das Gehörte verarbeitet.

2. Vorgespräch beim Hörakustiker

Hat der Arzt eine Schwerhörigkeit festgestellt, erhält der Patient eine Verordnung für Hörsysteme. Damit wendet er sich an einen Hörakustiker. Beim ersten Termin findet zunächst ein ausführliches Vorgespräch statt, um unter anderem folgende Fragen zu klären: Wie lange besteht der Hörverlust? Lebt der Patient allein oder mit anderen Personen? Was macht er beruflich? Bestehen Vorerkrankungen wie Bluthochdruck? Anschließend wird besprochen, welche Geräte infrage kommen. Hierbei lassen sich auch alle Fragen rund um die Finanzierung und die Kostenübernahme mit der Krankenkasse klären.

3. Erste Anpassung des Hörgeräts

Beim zweiten Termin passt der Akustiker das Hörsystem individuell an. Dabei wird gemessen, wie sich das Hörempfinden durch die neue Technik ändert und welche Einstellungen der Patient als angenehm empfindet. Der Akustiker erklärt außerdem, wie man das Gerät verwendet und reinigt.

4. Praxistest im Alltag

Nach der Anpassung nimmt der Patient das Hörsystem mit nach Hause, um es im Alltag zu testen. Experten empfehlen, das Gerät gerade zu Beginn mindestens acht Stunden am Tag zu tragen, um sich an das neue Hörempfinden zu gewöhnen. Nach etwa einer Woche erfolgt die Nachbesprechung. Der Hörakustiker kann, wenn nötig, die Einstellungen der Hörsysteme noch verändern oder ein anderes Testgerät anpassen. Hat sich der Patient für ein Gerät entschieden, wird es bestellt und liegt in der Regel nach einigen Tagen zum Abholen bereit.

5. Regelmäßig zur Kontrolle

Experten empfehlen, das Hörsystem etwa alle drei Monate zur Intensivreinigung und Gerätewartung zum Hörakustiker zu bringen. Einmal im Jahr ist ein Hörtest ratsam, um zu überprüfen, ob sich das Gehör verändert hat und die Einstellungen des Gerätes noch passen.

Natascha Koch

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen