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Chronischer Husten kann sehr belastend sein.

Manchmal hält sich Husten hartnäckig über mehrere Wochen oder sogar Monate.
© Africa Studio - Fotolia

Wenn Husten nicht verschwindet

Dass es bei Erkältungen neben anderen Beschwerden zu Husten kommt, kennt man. In der Regel verschwindet er bald wieder – spätestens nach ein paar Wochen. Manchmal aber hält sich Husten sehr hartnäckig.

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Chronischer Husten tritt keineswegs so selten auf, wie oft angenommen. Darauf wies Professor Dr. Schubert-Zsilavecz auf einem großen Pharmazeutenkongress in Meran/Südtirol hin. Der Professor für Pharmazeutische Chemie an der Universität Frankfurt am Main spricht von einem "unterschätzten Problem". Weltweit scheint es etwa jeden zehnten Erwachsenen zu treffen.

Raucher trifft es häufiger

Die Beschwerden durch sich hartnäckig haltenden Husten quälen nicht nur die direkt Betroffenen. Familie und Freunde reagieren häufig zusehends genervt, wenn der Husten ständig die Nachtruhe stört. Auch an entspannte Abende, Kino- oder Theaterbesuche ist nicht mehr zu denken. Wer länger als acht Wochen hustet, leidet definitionsgemäß an chronischem Husten. Doch warum hört er nicht einfach wieder auf? "Es gibt eine Reihe von Ursachen, die abgeklärt werden sollten", empfiehlt Schubert-Zsilavecz. Zu den beiden wichtigsten zählen Asthma und die chronisch obstruktive Atemwegserkrankung, kurz COPD genannt. Letztere trifft vor allem Raucher.

Gehen Sie zum Arzt, wenn...

• der Husten länger als drei Wochen anhält.

• es für den anhaltenden Husten keine plausible Erklärung gibt.

• gleichzeitig Luftnot oder Schmerzen auftreten.

• Gewichtsverlust, Abgeschlagenheit oder Fieber auftreten.

• Sie sich häufig verschlucken und über längere Zeit husten müssen.

• der Husten mit saurem Aufstoßen in der Nacht einhergeht.

• wenn Husten und Luftnot bei bereits bestehender Venenthrombose, nach Operationen oder nach langer Immobilität (Bettruhe, lange Flug- und Busreisen) auftreten.

• starker Husten bei Säuglingen, Kleinkindern,alten Menschen oder
anderen Immungeschwächten auftritt.

Auch manche Arzneimittel führen als unerwünschte Nebenwirkung zu dauerhaftem Husten. Hier spielen etwa ACE-Hemmer, also gebräuchliche Blutdruck- und Herzmedikamente, eine wichtige Rolle. Manchmal stecken auch sehr ernste Erkrankungen dahinter. Hier nennt der Experte etwa eine Herzschwäche, Lungenembolien oder Tumore. Der Gang zu einen Arzt steht bei chronischem Husten an erster Stelle. Nicht zuletzt, weil so viele Ursachen für die Beschwerden infrage kommen. Der Arzt kann die dem Husten zugrunde liegende Erkrankung erkennen und behandeln. Was aber lässt sich gegen das Symptom "Dauerhusten" an sich unternehmen?

Und was dann, wenn man für den Husten keinen speziellen Auslöser finden kann? Laut Schubert-Zsilavecz gibt es kleine Studien, die einigen Arzneistoffen ein gewisses Potenzial gegen Dauerhusten zusprechen. Hierzu zählen etwa Gabapentin, Pregabalin, Amitriptylin und Morphin. Doch eine Zulassung zur Therapie des Dauerhustens gibt es für keinen dieser Arzneistoffe. Anders sieht es bei Codein und Noscapin aus. Diese Wirkstoffe dürfen Ärzte zwar gegen den chronischen Husten verordnen, doch gibt es bislang keine Studien, die ihre Wirksamkeit gegen die Beschwerden belegen. Schubert-Zsilavecz: "Am Ende des Tages bleiben Patienten, die dennoch unter Husten leiden."

Neuer Wirkstoff in Sicht

Hoffnung gibt ein neuer den Hustenreiz dämpfender Wirkstoff, der sich zurzeit in der letzten Phase der klinischen Studie befindet. Er trägt den Namen Gefapixant. Erste Ergebnisse im Vergleich zu einem wirkungslosen Scheinmedikament zeigen, dass die Hustenanfälle um 75 Prozent abnehmen. Als unerwünschte Nebenwirkung treten vor allem Geschmacksstörungen auf. Ergebnisse der abschließenden Studie erwarten Experten im Juli 2020.

Peter Erik Felzer

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