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Im Haushalt passieren die meisten Stromunfälle.

Beschädigte Stromkabel sind ein Risiko und werden häufig unterschätzt.
© AntonioGuillem/iStockphoto

Erste Hilfe bei Stromunfällen

Egal ob Großstadt oder Dorf: Heutzutage umgeben uns fast überall elektrische Leitungen. Auch wenn der Strom durch Isolationen gut gesichert ist, kommen Menschen damit bisweilen unfreiwillig in Kontakt. Eine entscheidende Rolle spielt, dass Ersthelfer schnell und richtig handeln.

Laut Statistik ereigneten sich im Jahr 2015 in Deutschland 36 Todesfälle durch elektrischen Strom. Ein großer Teil dieser Unfälle geschieht im Haushalt, sodass jeder in die Situation kommen kann, Erste Hilfe leisten zu müssen. Bei einem solchen Stromschlag handelt es sich meist um Niederspannung mit weniger als 1000 Volt. Ursachen können kaputte Kabel oder leichtsinniger Umgang sein – man denke beispielsweise an das Radio auf dem Badewannenrand.

Solche Stromschläge können zu Muskelkrämpfen führen, die es unmöglich machen, den elektrischen Leiter loszulassen. Auch Nervenstörungen, Verbrennungen oder Herzrhythmusstörungen bis zum Herzstillstand sind möglich.

Die Ersthelfer müssen darauf achten, nicht selbst mit dem Strom in Berührung zu kommen. Ihre erste Aufgabe besteht darin, den Stromfluss zu unterbrechen. Dazu entweder das Gerät abschalten, den Stecker ziehen oder die Sicherung entfernen. Notfalls bringen sie den elektrischen Leiter mit einem nichtleitenden Gegenstand wie einem Holzbesenstiel aus der Gefahrenzone. Erst wenn der Stromflsuss unterbrochen ist, können sie den Verletzten berühren und prüfen, ob er atmet und ob sein Herz schlägt. In jedem Falle den Rettungsdienst unter 112 rufen.

Ist der Verletzte bewusstlos und atmet noch, bringen Ersthelfer ihn in die stabile Seitenlage und überwachen ihn, bis der Notarzt eintrifft. Bei einem Atemstillstand sofort mit der Reanimation beginnen. Bei Kammerflimmern kann ein Defibrillator den normalen Herzrhythmus wiederherstellen. Solche Geräte sagen genau, was zu tun ist, und arbeiten nur, wenn sie tatsächlich ein Kammerflimmern beim Patienten messen.

Unfälle mit Starkstrom über 1.000 Volt ereignen sich meist in industriellem Umfeld. Sie enden häufiger tödlich als Niederstromunfälle und erfordern noch größere Vorsicht von den Ersthelfern.

Apotheker Rüdiger Freund

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