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Auch Dialyse-Patienten können Urlaubsreisen machen.

Mit der richtigen Vorbereitung können Dialyse-Patienten sogar eine Kreuzfahrt unternehmen.
© plprod/iStockphoto

Dialyse auf Reisen

Dialysepatienten Urlaubsreisen ab und zu ermöglichen – darauf haben sich Nierenzentren, Krankenkassen und Reiseveranstalter seit vielen Jahren eingestellt. Doch es gilt, im Vorfeld einiges zu beachten und gut zu planen. Gut vorbereitet aber sind selbst Kreuzfahrten möglich.

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Der Alltag als Dialysepatient gestaltet sich oft sehr anstrengend. Gerade deshalb möchten Betroffene auch gerne einmal vom Alltag Abstand nehmen, einfach mal Urlaub machen. Inzwischen liegt für Nierenerkrankte eine Fülle von Zielen im Bereich des Möglichen – auch exotische. Wichtig ist, dass sich am Ferienort
ein Dialysezentrum befindet, das eine zuverlässige Therapie garantiert.

Besonderheiten bei der Reiseplanung

Ob das Reiseziel in der Nähe oder in der Ferne liegt: Dialysepatienten sollten sich genügend Zeit bei der Vorbereitung ihrer Reise nehmen. Entweder man überlässt die Organisation einem spezialisierten Reisebüro oder plant selbst entsprechend einer festgelegten Reihenfolge.

Im ersten Schritt gilt es, das Wunschziel auf einen Dialysestandort hin zu prüfen. Wer in Deutschland Urlaub machen möchte, wendet sich an den Verband Deutsche Nierenzentren e.V. Dieser bringt regelmäßig die Broschüre "Gast- und Feriendialyse in Mitgliedspraxen" heraus. Wen es ins Ausland zieht, der sollte das Internet bemühen. Dort bieten unter anderem Organisationen und Reiseveranstalter Informationen zu Urlaubsdialyse-Zentren weltweit an. Und selbst Kreuzfahrten sind für Dialyse-Patienten realisierbar.

Im zweiten Schritt sollte Kontakt mit dem Dialysezentrum am künftigen Urlaubsort aufgenommen werden. Ist zum Wunschtermin ein Platz frei? Kann über die Europäische Krankenversicherungskarte abgerechnet werden? Wenn man das geklärt hat, kann man dort einen Platz reservieren.

Im dritten Schritt sollte man die Krankenkasse informieren, sich beraten lassen und die Bedingungen für eine Kostenzusage klären. Nach vorheriger Genehmigung übernimmt die Kasse in der Regel nicht nur Behandlungs-, sondern auch die Fahrtkosten zur nächstgelegenen Dialyse. Findet der Urlaub im Inland statt, rechnet das Nierenzentrum vor Ort die Kosten im Allgemeinen direkt über die elektronische Gesundheitskarte ab. Dasselbe kann gelten, wenn die Blutwäsche in Vertragseinrichtungen sogenannter "Abkommensstaaten" durchgeführt wird. Bei Aufenthalten außerhalb Europas oder auf einem Schiff wird eine Dialysebehandlung – je nach Kasse – häufig bezuschusst oder sogar ganz übernommen. Üblicherweise erfolgt eine Kostenübernahme, die der Höhe der Behandlungskosten im Inland entspricht. Allerdings ist eine direkte Abrechnung zwischen Dialyseeinrichtung und Krankenkasse nur bei bestimmten Ersatzkassen vorgesehen. Ansonsten reicht der Patient die Rechnungen nach den Ferien ein. Das alles muss man mit der Kasse klären.

Im vierten Schritt: Erst nachdem ein freier Platz für die Dialyse bestätigt und die Bedingungen mit der Krankenkasse definitiv geklärt sind, kann man das Feriendomizil buchen, darf man Freizeitaktivitäten planen.

Der Check beim Arzt als Voraussetzung

Mit dem behandelnden Arzt wird besprochen, worauf die Patienten bei der Reise achten, was sie erledigen und einpacken sollten. Im Allgemeinen versendet die Praxis die erforderlichen Unterlagen für die Feriendialyse. Bei Fernreisen empfiehlt es sich, Kopien mitzuführen, und es muss geklärt sein, ob man Medikamente mitnehmen muss, oder auch einen Arztbrief fürs Handgepäck. Peritonealdialyse-Patienten sollten darauf achten, dass die Möglichkeit besteht, das benötigte Material entsprechend den Anforderungen zu transportieren und am Urlaubsort aufzubewahren. So vorbereitet, kann ein Dialysepatient mit einem guten Gefühl in den Urlaub starten.

Tamara Berikoven

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