Sie sind in: Startseite Service Neue Apotheken Illustrierte Archiv 1. August 2017 Mücken-Brennpunkte in Deutschland

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Einige Regionen Deutschlands sind besonders von Mücken geprägt.

An Badeseen und anderen Gewässern fühlen sich sogenannte Überschwemmungsmücken besonders wohl.
© Robert Kneschke - stock.adobe.com

Mücken-Brennpunkte in Deutschland

Sie summen, piksen und nerven überall im Land: Stechmücken. Allerdings leben sie an einigen Orten lieber als an anderen. Zum Ärger vieler Reisender sind dies oft genau die Orte, die man gerne besucht oder an denen man gerne Urlaub macht. Die Neue Apotheken Illustrierte stellt sieben Mücken-Brennpunkte hierzulande vor.

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In Deutschland kommen hauptsächlich Vertreter der Hausmücke, der Überschwemmungsmücke und der Anophelesmücke vor. Während Hausmücken über Deutschland verteilt, aber besonders konzentriert in Großstädten auftreten, lauern den Urlaubern an Badeseen, in Naturparks und Erholungsgebieten wie den Rheinauen vor allem Überschwemmungsmücken auf. Die Anophelesmücke finden Beobachter in ländlichen Regionen Süddeutschlands.

Immer wieder hört man von Mückenschwärmen in Urlaubsregionen. Lassen Sie sich dadurch nicht von Ihrem Wunschziel fernhalten! Denn in Schwärmen fliegen nur männliche Tiere. Diese stechen dankenswerterweise nicht. Grundsätzlich empfehlen Experten, in Gegenwart von Mücken keine hektischen Bewegungen auszuführen. Dadurch vermeidet man es, dass sich die eigenen Körpergerüche zu sehr verteilen. Schweiß, Ammoniak, ausgeatmetes Kohlendioxid und die Körperwärme ziehen nämlich die lästigen Plagegeister an.

Mückenregionen

Die Rheinauen sind künstlich angelegte oder durch die Begradigung des Oberrheins entstandene Landschaften. Sie zeichnen sich durch viele kleinere Gewässer mit verschiedenen Pegelständen aus. Dadurch können mehrere Mücken-Generationen pro Jahr schlüpfen. Die Rheinauen bei Dormagen, Bonn, Petersau-Frankenthal und Raststatt gehören zu den bekanntesten. Stechfliegen werden hier übrigens mit Hilfe eines Bakteriums bekämpft, das nur Insektenlarven befällt.

Die Mecklenburgische Seenplatte, ein auch als Land der tausend Seen bekanntes Urlaubsgebiet, gilt als Region mit der höchsten Fremdenverkehrsdichte Deutschlands. Sie zieht sich vom Ostrand Lübecks über Schwerin an der Müritz vorbei bis Eberswalde. Tipp: Einheimische bevorzugen den kleineren Drewitzer See. Der minimale Schilfbewuchs bedingt eine vergleichsweise überschaubare Anzahl von Mücken, denn diese legen ihre Eier gerne ins Schilf am Ufer stiller Gewässer.

Mückenstiche: Vorbeugen und Behandeln

Vor dem Stich: Den effektivsten Schutz vor Stichen bieten Mücken abwehrende Mittel, sogenannten Repellents zum Einreiben oder Aufsprühen auf die Haut. Aktuelle Tests zeigen, dass die Wirkstoffe Icaridin und Diethyltoluamid am besten helfen. Gegen europäische Moskitos bietet das weniger schleimhautreizende Icaridin einen ausreichenden Schutz. Vor allem Nacken und Knöchel sind bei Mücken beliebt. Diese besonders gründlich einreiben. Hersteller empfehlen, die Schutzschicht regelmäßig neu aufzutragen. Wenn Sie einen Plagegeist trotz Ihrer Abwehrmaßnahmen beim Saugen entdecken sollten, raten Experten, nicht zuzuschlagen, sondern den Stich abzuwarten. Andernfalls gelangen die zum Juckreiz führenden Stoffe aus dem Insekt vermehrt in die Haut.

Nach dem Stich: Apotheker raten, Cremes oder Gele mit Kortisonwirkstoffen oder Antihistaminika auf zutragen. Diese mindern Juckreiz und Schwellung. Auch Kühlen hilft. Wichtig: Sollte ein Stich eine extreme, unbegrenzte Rötung zeigen oder unerwartet anschwellen, wenden Sie sich an einen Arzt. Es besteht die Gefahr einer Infektion, die im Extremfall auch zur Blutvergiftung führen kann.

Das Salzhaff erstreckt sich als Teil des Landschaftsschutzgebietes "Küstenlandschaft Wismar-Bucht" rund um die Halbinsel Boiensdorfer Werder bis zum Ostseebad Rerik. Die Ostsee überflutet das innere Seegewässer regelmäßig mit Salzwasser, was es zu einem bekannten Wassersport-Paradies macht. Tipp:Wer sein Feriendomizil einige Ortschaften entfernt bezieht, setzt sich den Mücken weniger aus.

Der Bodensee verteilt seine Ufer-Kilometer auf Österreich, Deutschland und die Schweiz. Bekannte Städte und Urlaubsziele am See sind Städte wie Überlingen, Meersburg, Friedrichshafen, Lindau, Konstanz oder Bregenz, vielbesuchte Inseln im See sind die Reichenau und die Mainau. Zumeist zeigt der Wasserspiegel ein Jahresmaximum, was nur das Schlüpfen einer Generation Mücken pro Jahr zulässt. Tipp: Umgeht man die Nähe von Sträuchern und bleibt in der Dämmerung dem Wasser fern, vermeidet man unangenehme Stiche.

Der Nationalpark Eifel liegt 65 Kilometer südöstlich von Köln und gehört als junger Park noch zu den "Entwicklungs-Nationalparks". Tipp: Rasten Sie beim Erkunden der Landschaft an windigen Stellen, dort fällt es Mücken schwerer, zum Stich zu landen.

Der Naturpark Bayrischer Wald dehnt sich nordöstlich an die Donau grenzend zwischen Regensburg und Passau aus. Selten gewordene Tiere wie der Luchs und der Fischotter leben hier. Tipp: Beim Wandern weite, helle Kleidung tragen. Das verhindert erstens, dass sich Stechmücken niederlassen, und zweitens, dass der Saugrüssel durch die Kleidung an die Haut gelangt.

Großstädte und Ballungsräume wie Köln, Berlin oder München stellen sich nach Erkenntnissen des seit April 2012 aktiven Projektes "Mückenatlas" als Orte mit großen Hausmückenpopulationen dar. In Berlin und Düsseldorf trifft man auch häufiger Kriebelmücken an. Eine mögliche Er klärung bietet die große Zahl potenzieller Stich-Opfer in den Städten. Tipp: Stechmücken fliegen nicht gerne höher als einige wenige Meter, vor allem dann nicht, wenn es kühler und etwas windig ist. In den oberen Etagen eines Gebäudes sind sie also nicht ganz so häufig anzutreffen.

Katrin Schmitt

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