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Frauen über 40 müssen beim Thema Verhütung auf andere Dinge achten als junge Frauen.

Ab einem gewissen Alter eignen sich manche Verhütungsmethoden besser als andere.
© Jacob Lund - Fotolia

Mo. 29. Juli 2019

Verhütung ab 40 plus

Pille, Spirale oder ganz natürlich? Was ist die geeignete Verhütungsmethode für Frauen jenseits der 40? Und wie lange muss Frau eigentlich verhüten? Die Neue Apotheken Illustrierte sprach darüber mit Dr. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte.

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"Frauen über 40 können jede sichere Methode, mit der sie zurechtkommen und die kein gesundheitliches Risiko darstellt, anwenden", erklärt Albring, niedergelassener Frauenarzt aus Hannover. Aus gesundheitlichen Gründen empfiehlt er Raucherinnen und Frauen mit Übergewicht jedoch nicht mehr, mit einer östrogenhaltigen Pille zu verhüten. "Ihr persönliches Risiko für Thrombosen ist so hoch, dass es durch die Pille nicht zusätzlich erhöht werden sollte." Gleiches gelte für das Verhütungspflaster oder den Verhütungs- beziehungsweise Vaginalring, der ebenfalls Hormone freisetzt.

Alternativen zur Pille

Als Alternative bietet sich beispielsweise eine sogenannte Spirale an. Diese wird in die Gebärmutter eingesetzt und bleibt dort mehrere Jahre liegen. "Wenn Frauen sicher sind, dass sie keine Kinder mehr bekommen möchten, steigen viele auf die Spirale um", so Albring. Die Kupferspirale kommt ganz ohne Hormone aus. Bei manchen Frauen verursacht sie jedoch schmerzhaftere und stärkere Blutungen. "Die Hormonspirale belastet den Körper viel weniger als die Pille mit Hormonen, und die Blutungen werden oft allmählich schwächer", betont der Frauenarzt.

Wer seinen Körper und Zyklus gut kennt, kann auch "natürlich" verhüten. Dabei bestimmt die Frau über Temperaturmessung und die Beobachtung des Zervixschleims die fruchtbaren Tage und kann die unfruchtbaren Tage daraus ableiten. Etwa ab Mitte, Ende 40 kann dies jedoch problematisch werden. Albring: "Dann gibt es immer mal längere Zyklen ohne Eisprung, und dann wieder kürzere. Oder es gibt Zwischenblutungen. Es wird dann unsicher, die Temperaturmessung zur Verhütung zu verwenden."

Option Sterilisation

Die Sterilisation gilt als ähnlich zuverlässig wie die Spirale. Es handelt sich um eine hormonfreie und dauerhafte Methode, die auch durchgeführt werden kann, wenn die Frau Myome hat. Das sind gutartige Veränderungen in der Muskelschicht der Gebärmutter. Die Kosten liegen zwischen 600 und 1.200 Euro. Diese werden von den Krankenkassen meist nicht übernommen. Eine Ausnahme besteht, wenn die Sterilisation im Zusammenhang mit einem Kaiserschnitt erfolgt. Wenn kein Partnerwechsel mehr geplant ist, stellt auch die Sterilisation des Mannes eine Verhütungsmöglichkeit dar. Es handelt sich um einen kleineren Eingriff, der sich möglicherweise sogar rückgängig machen lässt.

Vorsicht geboten

Trotz der Unregelmäßigkeiten kommt es hin und wieder noch zu einem Eisprung – das heißt, die Frau könnte schwanger werden. Sicherheitshalber gilt es daher, erst ein Jahr nach der letzten Regelblutung nicht mehr zu verhüten. "Eine Faustregel lautet, dass Frauen etwa mit dem 52. Lebensjahr mit der Verhütung aufhören können, weil dann normalerweise kein Eisprung mehr stattfindet", erklärt der Frauenarzt. Eine hundertprozentige Garantie ist diese Altersgrenze jedoch nicht.

Katrin Faßnacht-Lee

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