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Bei ungünstigen Cholesterinwerten ist ein gesunder Lebensstil entscheidend.

Bei hohen Cholesterinwerten wird unter anderem empfohlen, tierische Fette zu ersetzen, zum Beispiel durch Pflanzenöle.
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Das senkt den Cholesterinspiegel

Zeigt das Herz ungewohnte Schwächen, hängt das oft mit einer Erkrankung der das Herz versorgenden Blutgefäße zusammen. Ein möglicher Auslöser dafür wiederum: ungünstige Cholesterinwerte im Blut. Doch es gibt wirksame Maßnahmen dagegen.

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Stellt der Arzt einen zu hohen Cholesterinwert im Blut fest, muss das noch nicht unbedingt eine besondere Gefahr bedeuten. Geringfügig erhöhte Werte allein, ohne weitere Risikofaktoren für Herz und Kreislauf wie Bluthochdruck, Rauchen oder Diabetes, machen oft noch nicht viel aus. Außerdem muss man genauer hinsehen, welche Form des Cholesterins im Blut vermehrt vorliegt. Ist es besonders das sogenannte LDL-Cholesterin, ist das eher ungünstig. Besteht jedoch auch ein guter Teil des Gesamtcholesterin-Gehaltes im Blut aus HDL-Cholesterin, gilt das als günstig.

Das Hauptaugenmerk der Mediziner liegt auf dem LDL-Cholesterin. Findet sich davon viel im Blut, steigt das Risiko einer als Blutgefäßverkalkung bekannten Arteriosklerose. Sie kann wichtige Schlagadern bedrohlich verengen. Außerdem können arteriosklerotische, viel Cholesterin enthaltende Ablagerungen in Blutgefäßen aufplatzen. In der Folge bildet sich an solch einer Stelle möglicherweise ein Blutgerinnsel. Das ist eine Art kleiner Wundschorfpfropf, der abreißen, im Blutstrom mittreiben und kleinere Blutgefäße schlagartig verstopfen kann. Im Herzen kann es dadurch zu einem Herzinfarkt, im Gehirn zu einem Schlaganfall kommen. Um das Risiko dafür zu mindern, stehen einige Maßnahmen zur Verfügung.

Sich gesund ernähren: Das klingt nach Entsagung, heißt aber der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie zufolge in Sachen Cholesterin vor allem, den Anteil fettreicher tierischer Produkte auf dem Speiseplan eher gering zu halten. So vermindert man insbesondere die Aufnahme gesättigter Fette, was sich positiv auf den Cholesterinspiegel auswirkt. Hilfreich sind auch Ballaststoffe, die sich unter anderem in Vollkornprodukten oder Gemüse finden. Fette sollte man vor allem in Form pflanzlicher Öle aufnehmen und gelegentlich kann man fetten Seefisch auf den Speiseplan setzen, der spezielle und gesunde ungesättigte Fettsäuren liefert. Im Grunde entspricht dies alles einer klassischen Mittelmeerdiät. Was in Sachen Cholesterin nicht nötig ist: völlig auf Eier oder Butter verzichten. Ein normaler Konsum beeinflusst den Cholesterinspiegel kaum, sofern der Ausgleich zwischen Cholesterinaufnahme und körpereigner Produktion normal funktioniert.

Gute Ernährungstipps gibt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung unter www.dge.de in ihren zehn Regeln.

Übergewicht abbauen, mehr bewegen: Vor allem die "Rettungsringe" im Hüftbereich gilt es zu verringern. Ab einem Bauchumfang von 94 Zentimetern bei Männern und 80 Zentimetern bei Frauen sollte man nicht mehr weiter zunehmen. Dazu empfiehlt es sich, dauerhaft möglichst wenig Zuckriges oder Fertigprodukte wie Tiefkühlpizza zu sich zu nehmen. Mit Zucker gesüßte Getränke ersetzt man besser durch zuckerfreie Alternativen. Bewegung hilft ebenfalls, den Pfunden zu Leibe zu rücken. Sie nützt der Gesundheit auch unabhängig von der Gewichtsabnahme und verbessert die Cholesterinwerte. Die Europäische Gesellschaft für Kardiologie empfiehlt, sich mindestens 30 Minuten täglich intensiv körperlich zu betätigen – das meint nicht unbedingt nur Sport, sondern zum Beispiel auch Radfahren, Wandern oder einfach im Alltag viel laufen.

Medikamente zur Cholesterinsenkung: Gesund zu leben, reicht nicht immer, um gute Cholesterinwerte zu erreichen. Wer etwa erblich bedingt schlechte Werte hat, kann diese meist nicht nur mit einem gesunden Lebensstil behandeln. Liegen zudem noch weitere für Herz und Kreislauf ungünstige Risikofaktoren vor, erfordert es meist Medikamente, um vor allem das LDL-Cholesterin ausreichend zu senken. Zum Einsatz kommen dabei vor allem sogenannte Statine. Sie blockieren ein für die körpereigene Cholesterinbildung nötiges Enzym. Es gibt aber auch Arzneistoffe, die die Cholesterinaufnahme im Darm hemmen, die Cholesterin-Resorptionshemmer.

Hinzu kommen sogenannte PCSK9-Inhibitoren, die bewirken, dass die Leber mehr LDL-Cholesterin auf dem Blut fischt. Weitere verschreibungspflichtige Mittel bei Fettstoffwechselstörungen sind Wirkstoffe aus der Gruppe der Anionenaustauscher oder Fibrate. Welche Medikamente sich allein oder in Kombination eignen, muss man mit dem behandelnden Arzt besprechen. Es gibt weitere Mittel, die aber nicht so umfassend geprüft sind wie die bereits genannten Arzneistoffe. So können beispielsweise bestimmte pflanzliche Stoffe, sogenannte Phytosterole wie das Beta-Sitosterin, Einfluss auf die Cholesterinwerte nehmen. Beta-Sitosterin ist vereinzelt in damit angereicherten Lebensmitteln oder in teils höherer Konzentration in Nahrungsergänzungsmitteln enthalten. Diese können bei Bedarf die cholesterinsenkende Therapie unterstützen, jedoch nicht ersetzen.

Dr. Frank Schäfer

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