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Bei einem schlechten Namensgedächtnis gibt es einige Tricks.

Mit einem einfachen Trick kann man sich den Namen einer fremden Person leichter merken.
© Picture-Factory - Fotolia

Namensgedächtnis trainieren

"Peter, Günther oder war das doch Paul?" Gesichter merken können sich viele, doch mit den Namen hapert es oft. Der bekannte Gedächtnistrainer Oliver Geisselhart verrät die besten Tricks, wie man sie sich besser merken kann.

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Warum vergisst man immer wieder Namen?

Geisselhart: Das liegt daran, dass sich Menschen diese erst gar nicht richtig merken. Da ist es kein Wunder, dass vielen der Name einer Person, die sie wiedersehen, nicht wieder einfällt.

Aber es gibt doch Fälle, wo man einen neuen Namen hört und ihn auch behält?

Geisselhart: Das stimmt. Das hat aber nichts mit bewusstem Merken zu tun, sondern ist reiner Zufall. Wenn man nicht die richtige Technik anwendet, gibt es keine Garantie dafür, dass man sich einen Namen merkt.

Hat die Merkfähigkeit von Namen etwas mit dem Alter zu tun oder handelt es sich da um ein Vorurteil?

Geisselhart: Jeder hat Probleme, sich Namen zu merken. Selbst diejenigen, die behaupten, darin fit zu sein. Selbst diese Gruppe kann sich in wenigen Minuten nur vier oder fünf von zehn Namen merken. Der Durchschnitt liegt gerade mal bei zwei. Dass es am Alter liegt, ist ein Vorurteil. Ich merke das immer wieder in meinen Veranstaltungen. Die Bandbreite geht von Menschen im Schulalter bis hin zu den über 80-Jährigen, die Namen häufig vergessen.

Manche behaupten, sie können sich von Natur aus keine Namen merken, stimmt das?

Geisselhart: Grundsätzlich hat jeder ein gutes Namensgedächtnis, wenn er die richtige Technik verwendet. Jeder geistig gesunde Mensch kann das. Wer behauptet, sich keine Namen merken zu können, geht das Problem gar nicht erst an. Sie konzentrieren sich noch weniger als der Durchschnitt. Kein Wunder, dass dies nicht klappt und sie behaupten: Das kann ich mir einfach nicht merken.

Warum merkt man sich Gesichter besser als Namen?

Geisselhart: Das Gehirn braucht Verarbeitungstiefe, und die hat mit Gefühlen zu tun. Gesichter verbinden wir häufig mit Emotionen – sei es mit guten oder auch schlechten. Deswegen erinnert man sich auch gut an eine Person, die etwas Skurriles oder besonders Lustiges gesagt hat.

Gibt es beim Behalten Unterschiede? Kann man sich zum Beispiel Müller oder Schmitz besser merken als Panagiotopoulos?

Geisselhart:Nein. Das Entscheidende ist das Bild, das man sich macht. Und da spielt es keine Rolle, ob man Müller, Schmitz oder auch Panagiotopoulos heißt.

Oliver Geisselhart ist einer der erfolgreichsten Mental- und Gedächtnistrainer in Europa.
© Oliver Geisselhart

Wie macht man sich ein Bild von einem Namen?

Geisselhart: Wenn jemand Müller heißt, stelle ich mir mein
Bild von diesem Müller vor. Dies kann die klassische Kornmühle sein. Und wenn ich jetzt das Bild vor mir habe, wie dieser Herr Müller sein frisch gebackenes Körnerbrötchen isst, dann fällt mir der Name gleich ein. Gedächtnisweltmeister merken sich auf diese Weise über 200 Namen in 15 Minuten.

Dürfen es auch skurrile oder lustige Bilder sein, die man sich macht?

Geisselhart: Natürlich. Ich mache mir diese Bilder ja nicht, um eine Person zu verunglimpfen oder lächerlich zu machen. Es geht allein darum, sich so den Namen besser behalten zu können. Es geht sogar um Respekt. Ich möchte eine Person bei einer Begegnung ja richtig ansprechen.

Gilt das auch für Ihren eigenen Nachnamen?

Geisselhart: Selbstverständlich mache ich das auch mit meinem Nachnamen Geisselhart. Ich habe auf der Bühne immer eine Geißel dabei, wie man sie etwa in Dominastudios findet. Dann geißele ich mich damit auf der Bühne richtig hart und schon vergessen meine Seminarteilnehmer meinen Namen nicht mehr. Selbst nach Jahren kommen sie mit der Geschichte noch auf mich zu.

Den Namen einfach immer wieder zu wiederholen klappt nicht?

Geisselhart: Das findet unser Gehirn langweilig. Viele haben es nicht anders gelernt, es ist aber nicht effektiv, um sich etwas zu behalten.

Nutzt der Trick, den Namen laut weiterzusagen, wenn einem die Person vorgestellt wird? Etwa mit einer Rückfrage »Katrin mit t oder th«?

Geisselhart: Das funktioniert, allerdings nicht ganz so gut wie über ein Bild. Allerdings klappt es schon besser als pures Wiederholen oder Auswendiglernen.

Kann man die von Ihnen erwähnte Bildmethode selbst erlernen oder benötigt man dafür Seminare?

Geisselhart: Es gibt einige, die das intuitiv bei dem einen oder anderen Namen schon von selbst machen. Manche Namen wie zum Beispiel Pferdestehler bieten sich dafür ja auch an. Es lohnt sich aber, in das ein oder andere Buch über Gedächtnistraining hineinzuschauen oder auch mal ein Seminar von mir oder meinen Kollegen zu besuchen.

Wie reagiert man, wenn einem der Name partout nicht mehr einfällt?

Geisselhart: Grundsätzlich ist es nicht peinlich, einfach nachzufragen. Es gibt aber einen kleinen charmanten Trick. Man fragt: "Entschuldigung, sagen Sie mir bitte noch mal Ihren Namen?" Dann sagt der Gegenüber: "Schneider." Und man antwortet: "Den Nachnamen weiß ich noch, aber mir war der Vorname entfallen."

Vielen Dank für das Gespräch.

Die Fragen stellte Peter Erik Felzer.

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