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Fußpilz

Was ist das? - Definition
Bei Fußpilz handelt es sich um eine entzündliche Hauterkrankung des Fußes mit Rötung, aufgequollener Haut und meist Juckreiz. Sie bleibt auf die oberflächlichen Hautschichten begrenzt. Die häufigsten Verursacher sind Fadenpilze (Dermatophyten).

Wie wird es noch genannt? - Andere Bezeichnungen
  • Tinea pedis
  • "athlete's foot"
  • plantare Mykose
  • Interdigitalmykose

Wie kommt es dazu? - Mögliche Ursachen
Fadenpilze bilden Sporen, die relativ lange auch außerhalb ihres Wirts leben können. Jeder Mensch verliert etwa 50, vielleicht infizierte, Hautschüppchen pro Schritt. Wenn diese nun durch barfuss laufen in Schwimmbad oder Sauna oder auch durch gemeinsam benutzte Handtücher aufgenommen werden, dringen Sporen in die Haut ein und keimen dort. Sie bilden feine Pilzfäden aus, die man als Hyphen bezeichnet, ein Knäuel aus Pilzfäden heißt Mycel. Fadenpilze haben eine Vorliebe für stark verhornende Hautareale wie die Füße. Sie brauchen für ihren Stoffwechsel Eiweißbausteine, die sie durch den Abbau von Keratin ("Hornsubstanz") in den Hautzellen gewinnen. Die geschädigte Haut reagiert mit einer Entzündung.
Besonders anfällig ist durch Feuchtigkeit aufgeweichte oder verletzte Haut. Waschen mit alkalischer Seife zerstört den Säureschutzmantel der Haut und begünstigt dadurch das Eindringen der Pilze. Weil sie zum Wachsen Wärme und Feuchtigkeit benötigen, finden sie sich gerne zwischen den Zehen.

Wie macht es sich bemerkbar? - Symptome
Zu Beginn der Erkrankung sind die Symptome nur sehr leicht ausgeprägt. Sie werden vom Betroffenen meist gar nicht bemerkt. Erster Hinweis ist fast immer ein Jucken zwischen den Zehen, meist dem vierten und fünften. Die Haut ist weißlich aufgequollen und reißt dann oft ein (Rhagaden), manchmal kommen Brennen und Schuppen dazu. Auch die Fußränder, der Rücken, die Sohlen und die Fersen können betroffen sein. Teilweise bilden sich Schrunden und Risse, seltener zeigen sich Bläschen und Pusteln.

Wie geht es weiter? - Verlauf und Komplikationen
Die Symptome verschwinden mit einer adäquaten äußerlichen Behandlung sehr schnell, teilweise sogar ohne Behandlung. Dann ist es allerdings, wie auch bei zu früh abgebrochener Therapie, sehr wahrscheinlich, dass aktive Pilze oder Sporen in der Haut überleben. Sie breiten sich wieder in der noch nicht völlig regenerierten Haut aus, es kommt zu einem erneuten Ausbruch. Ein Arztbesuch ist empfehlenswert, wenn die Beschwerden immer wieder auftreten oder sich innerhalb einer Woche nicht entschieden bessern, sich offene Hautstellen bilden oder die Nägel mitbefallen sind. Bei Erkrankungen wie Diabetes, Immunschwäche oder anderen Hauterkrankungen besteht die Gefahr einer ausgedehnten und schnellen Vermehrung der Pilze, deswegen sollte man auch in diesem Fall zum Arzt gehen.

Was kann noch dahinter stecken? - Krankheitsbilder mit ähnlichen Symptomen
Die Haut an den Füßen, vor allem zwischen den Zehen, kann allein durch übermäßiges Schwitzen und "Staunässe" aufquellen und weißlich aussehen.
Schuppende Haut findet sich auch bei der Schuppenflechte (Psoriasis), dann fast immer nicht allein an den Füßen.
Juckreiz, Rötung und Schwellung sind allgemein Anzeichen einer Entzündung, die neben den Pilzen noch viele andere Verursacher haben kann. Bakterien oder Viren können dahinter stecken, man sollte auch an eine allergische Kontaktdermatitis denken, ausgelöst z.B. durch Schuhmaterialien.

Was rät die Großmutter? - Hausmittel und Verhaltenstipps
  • In Schwimmbad, Sauna oder Hotelzimmern Badeschlappen oder Hausschuhe tragen.
  • Füße immer trocken halten, insbesondere die Zehenzwischenräume gut abtrocknen oder trocken föhnen.
  • Luftdurchlässige Schuhe und Strümpfe tragen, Schuhe nicht zu eng wählen.
  • Für die Füße ein eigenes Handtuch benutzen, jede Person im Haushalt hat ihr eigenes.
  • Handtücher, Bettwäsche und Strümpfe regelmäßig wechseln und bei mindestens 60°C waschen oder desinfizierende Waschzusätze verwenden.
  • Um den natürlichen Säureschutzmantel der Haut nicht zu schädigen, für die Fußpflege hautschonende, ph-neutrale Syndets einsetzen.
  • Übermäßige Hornhaut, die leicht Risse bildet, vorsichtig entfernen und die Fußhaut mit Pflegecremes geschmeidig halten.
  • (Fuß)Bäder auf nicht mehr als 10 Minuten ausdehnen, damit die Haut nicht zu stark aufquillt.


Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

© ABDATA

Fußpilz behandeln

Fußpilz ist harmlos – dennoch ist es sinnvoll, ihn zu behandeln, um zu verhindern, dass sich der Pilz auf Nägel oder andere Körperbereiche ausbreitet. Zudem geht Fußpilz mit juckender und rissiger Haut einher und sieht unappetitlich aus. Cremes, Gels oder Sprays helfen in der Regel gut, um Fußpilz zu behandeln – bei konsequenter Behandlung ist der Pilz innerhalb weniger Wochen verschwunden.

Mittel gegen Fußpilz: Creme, Salbe oder Spray

Fußpilz ist zwar unangenehm, lässt sich aber einfach behandeln. Ob dabei Creme, Salbe oder Spray zum Einsatz kommen, macht keinen großen Unterschied. Mittel gegen Fußpilz werden ein- bis zweimal täglich direkt auf befallene Hautregionen aufgetragen und enthalten Wirkstoffe wie z.B.

Die Wirkstoffe hemmen das Wachstum der Pilze beziehungsweise töten sie ab. Wichtig bei der Anwendung: Auch, wenn der Fußpilz nicht mehr zu sehen ist, sollten Sie solange behandeln, wie in der Packungsbeilage oder durch den Apotheker/Arzt empfohlen wird. Nebenwirkungen treten nur selten auf – manchmal brennt oder rötet sich die Haut beim Auftragen der Mittel.

Wenn Creme, Salbe oder Spray nicht helfen, kann der Arzt in Erwägung ziehen, Fußpilz mit Tabletten zu behandeln. Diese enthalten Wirkstoffe wie Itraconazol oder Terbinafin. Die Mittel werden je nach Präparat über zwei bis vier Wochen eingenommen. Sie wirken nicht nur gegen Fußpilz, sondern können auch gegen Nagelpilz wirksam sein. Bei Nagelpilz müssen die Medikamente jedoch etwas länger eingenommen werden.

Mittel gegen Fußpilz in Tablettenform können Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Schwindel, Magendarmprobleme oder Hautausschläge hervorrufen. Vorübergehend kann es zu Geruchs- oder Geschmacksverlust kommen. Auch Lebererkrankungen sind möglich, das Risiko ist jedoch sehr gering.

Fußpilz behandeln – helfen Hausmittel?

Manche Menschen versuchen, Fußpilz durch Hausmittel wie Fußbäder mit speziellen Kräutern zu behandeln. Ob diese wirklich gegen Fußpilz wirksam sind, konnte bislang nicht nachgewiesen werden. Auch für andere Hausmittel wie Apfelessig oder Teebaumöl konnte die Wirksamkeit nicht belegt werden.
Da Fußpilz sich gerne im feuchten und warmen Milieu zwischen den Zehen ausbreitet – hier findet er optimale Wachstumsbedingungen – ist es wichtig, die Zehenzwischenräume immer gut zu trocknen.

Außerdem ist Fußpilz ansteckend. Eine sorgfältige Hygiene verhindert, dass Fußpilz sich ausbreitet und immer wieder auftritt.

Das heißt: Wechseln Sie regelmäßig Socken, Handtücher und Bettwäsche und waschen Sie alles bei mindestens 60 Grad.

Quellen:

• Wie wirksam sind Mittel gegen Fußpilz? Online-Publikation des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG): www.gesundheitsinformation.de (Stand: 14.1.2015)

• Fußpilz. Online-Publikation des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG): www.gesundheitsinformation.de (Stand: 14.1.2015)

• Interdisziplinäres Management der Onychomykose. Online Publikation der Gesellschaft für Dermopharmazie e.V.: www.gd-online.de (Stand: 21.3.2013)

© aponet.de

Letzte Aktualisierung: Mai 2017

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