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Masern

Was ist das? - Definition
Masern ist eine schwere Erkrankung, die durch Viren verursacht wird. Betroffen sind vor allem Kinder, Erwachsene können aber auch erkranken. Auffällig sind die weißen Flecken im Mundbereich und der hellrote, später rötlich-lila, Ausschlag am ganzen Körper.

Wie wird es noch genannt? - Andere Bezeichnungen
  • Morbilli

Wie kommt es dazu? - Mögliche Ursachen
Masern werden durch Viren ausgelöst. Die Ansteckung erfolgt über die Einatmung der Viren, die von den Kranken beim Sprechen, Atmen, Husten oder Niesen in die Luft geschleudert werden (Tröpfcheninfektion). Eintrittspforten sind vor allem die Schleimhäute der Atemorgane.

Wie macht es sich bemerkbar? - Symptome
10 bis 12 Tage nach der Ansteckung tritt hohes Fieber mit Husten und Schnupfen auf. Die Bindehäute der Augen sind entzündet und die Stimme heiser. All das täuscht 2 bis 3 Tage lang eine Erkältungskrankheit vor, bis die Krankheit ausbricht. Schon in diesem Stadium kann die Krankheit weitergetragen werden. 2 bis 3 Tage nach der "Erkältung" sinkt das Fieber leicht. Gleichzeitig treten weißliche Flecken an der Wangenschleimhaut auf (Koplick'sche Flecken). Dann steigt das Fieber wieder an und der typische hellrote Ausschlag erscheint zuerst hinter den Ohren und breitet sich über Gesicht und den ganzen Körper aus. Der Ausschlag verfärbt sich rötlich-lila und fließt zu größeren Flächen zusammen.

Wie geht es weiter? - Verlauf und Komplikationen
In den meisten Fällen heilen die Masern nach etwa einer Woche folgenlos aus. Sowohl Fieber als auch Ausschlag gehen nach etwa 3-4 Tagen, nachdem die ersten Flecken entdeckt wurden wieder zurück. Masern kann jedoch in wenigen Fällen auch gefährliche Entzündungen im Gehirn hervorrufen. Deshalb sollte bei Verdacht auf Masern sofort ein Arzt aufgesucht werden. Wegen der gefährlichen Komplikationen ist der Arzt verpflichtet die Krankheit dem Gesundheitsamt zu melden.

Was kann noch dahinter stecken? - Krankheitsbilder mit ähnlichen Symptomen
Auf Grund des Hautausschlages kann Masern mit Röteln, Ringelröteln, Dreitagesfieber, Scharlach und allergischen Hautreaktionen verwechselt werden.

Was rät die Großmutter? - Hausmittel und Verhaltenstipps
  • Auf Grund der möglichen Komplikationen müssen Patienten mit Masern einem Arzt vorgestellt werden.
  • Sofortiger Arztbesuch ist angezeigt, wenn das Kind über Nackenschmerzen oder Ohrenschmerzen klagt oder Anzeichen einer Lungenentzündung aufweist.
  • Wadenwickel zur Fiebersenkung.
  • Gegen den Husten hilft feuchte Luft und bewährte Hustenmittel.
  • Da die Kinder lichtempfindlich sind, sollte das Zimmer abgedunkelt sein.
  • Viel trinken und leichte Kost erleichtern das Krankheitsgefühl.
  • Bettruhe, vor allem in den ersten Tagen.


Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

© ABDATA

Masern: Behandlung

Eine spezielle medikamentöse Behandlung gegen Masern gibt es nicht. Da Masern durch Viren ausgelöst werden, helfen keine Antibiotika und es gibt auch keine anderen Medikamente, die das Virus effektiv bekämpfen können. Das ist meist auch nicht notwendig: In der Regel schafft es der Körper, das Virus allein zu bekämpfen, wenn man ihm entsprechend Ruhe und Erholung gönnt.

Antibiotika wird der Arzt nur dann verschreiben, wenn zusätzlich eine bakterielle Infektion entstanden ist: Durch die Viren kann das Immunsystem des Körpers so geschwächt sein, dass Bakterien leichteres Spiel haben. So kann zum Beispiel eine Mittelohrentzündung entstehen.

Die Behandlung von Masern zielt darauf ab, Beschwerden wie Fieber oder Schmerzen so gut wie möglich zu lindern.

Kinder mit Masern sollten zu Hause bleiben und nicht in die Schule oder in den Kindergarten gehen. Achten Sie darauf, dass Ihr Kind nicht mit ungeimpften Personen aus dem persönlichen Umfeld in Kontakt kommt, die noch keine Masern hatten – denn Masern sind hochansteckend. Solange Ihr Kind noch Beschwerden hat, ist die Gefahr, sich anzustecken, hoch. Fragen Sie Ihren Arzt, wann Ihr Kind wieder die Schule oder den Kindergarten besuchen sollte.

Was Sie selbst tun können

Wenn Ihr Kind an Masern erkrankt ist, können Sie einiges tun, damit sich der Körper rasch wieder erholt:

  • Schonen: Kinder mit Masern gehören ins Bett. Achten Sie darauf, dass sich das Kind nicht zu sehr anstrengt.
  • Räume abdunkeln: Masern können mit einer Bindehautentzündung einhergehen, sodass die Augen sehr empfindlich auf Licht reagieren. In diesem Fall ist für die kleinen Patienten angenehm, wenn sie in einem abgedunkelten Raum liegen können.
  • Viel trinken: Sorgen Sie für ausreichend Flüssigkeitszufuhr, insbesondere bei Fieber. Bei hohem Fieber können Hausmittel wie Wadenwickel helfen. Nach Rücksprache mit dem Arzt können Sie auch ein Fieberzäpfchen geben.
  • Hustenstillende Medikamente: Hustenstiller können bei der Behandlung ggf. hilfreich sein, wenn der Hustenreiz sehr stark ist. Fragen Sie vorher den Arzt, bevor Sie Ihrem Kind Hustenstiller verabreichen!

Suchen Sie umgehend einen Arzt auf, wenn ihr Kind eines oder mehrere der folgenden Symptome zeigt:

  • starke Kopfschmerzen
  • Nackenschmerzen, steifer Hals / Nacken
  • Atemnot
  • anhaltend hohes Fieber
  • brennende, lichtempfindliche Augen

Dies ist wichtig, um mögliche Komplikationen wie z.B. eine Gehirnentzündung auszuschließen beziehungsweise rechtzeitig zu behandeln.

Personen, die nicht geimpft sind und mit Masernpatienten in Kontakt gekommen sind, können notfalls nachträglich geimpft werden. Erfolgt diese sogenannte Postexpositionsprophylaxe bis zu drei Tage nach der möglichen Ansteckung, kann der Ausbruch der Erkrankung verhindert werden, wenn der Körper rechtzeitig entsprechende Antikörper bildet. Auch ist es möglich, dass der Arzt direkt Antikörper per Spritze verabreicht.

Masernimpfung: Beugen Sie vor!

Masern klingen in den meisten Fällen ohne Folgeschäden wieder ab. Dennoch: Masern sind eine ernstzunehmende Erkrankung, die zu schweren Komplikationen führen kann. Bei etwa 1 bis 2 von 1.000 Erkrankten löst das Virus beispielsweise eine Gehirnentzündung aus: die Masernenzephalitis. Mögliche Symptome sind epileptische Anfälle, Krämpfe, Lähmungserscheinungen und Bewusstseinsstörungen. Die Masernenzephalitis kann zu bleibenden Folgeschäden führen und tödlich sein. In sehr seltenen Fällen kann einige Jahre nach der Infektion eine sogenannte subakute sklerosierende Panenzephalitis entstehen (SSPE). Dabei gehen nach und nach Gehirnzellen zugrunde.

Der beste Schutz gegen Masern und die damit verbundenen Komplikationen ist die Masernimpfung!

Jeder sollte bereits im Säuglingsalter eine Masernimpfung erhalten. Dabei verabreicht der Arzt einen Impfstoff, der aus abgeschwächten Viren besteht. Die Impfung erfolgt in der Regel in zwei Schritten:

  • Die erste Impfung erhält das Baby im Alter von 11 bis 14 Monaten.
  • Die zweite Impfung erfolgt im Alter von 15 bis 23 Monaten.

Erst nach beiden Impfungen ist der vollständige Impfschutz gegeben. In bestimmten Fällen kann die erste Masernimpfung auch bereits vor dem 11. Lebensmonat durchgeführt werden.

Meist wird die Masernimpfung als Kombinationsimpfung durchgeführt: Der Arzt impft bei der ersten Impfung gleichzeitig auch gegen Mumps und Röteln, beim zweiten Termin wirkt der Impfstoff auch gegen Mumps, Röteln und Windpocken.

Erwachsene, die bislang nicht oder nicht vollständig geimpft worden sind oder die nicht sicher sind, ob sie eine Impfung erhalten haben, wird eine nachträgliche Masernimpfung empfohlen, sofern sie nach 1970 geboren worden sind.

Quellen:

• Online-Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): www.impfen-info.de (Abrufdatum: 26.6.2017)

• Schutzimpfung gegen Masern: Häufig gestellte Fragen und Antworten. Online-Informationen des Robert Koch-Instituts (RKI): www.rki.de (Stand: 20.4.2017)

• Masern. RKI-Ratgeber für Ärzte. Online-Informationen des Robert Koch-Instituts (RKI): www.rki.de (Stand: 19.5.2014)

© aponet.de

Letzte Aktualisierung: Juni 2017

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