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Mumps

Was ist das? - Definition
Mumps ist eine hochinfektiöse Erkrankung durch Viren. Betroffen sind meist Kinder im Alter ab 2 Jahren, aber auch Erwachsene können erkranken. Auffällig ist die meist einseitige Schwellung der Speicheldrüsen, ("dicke Backe").

Wie wird es noch genannt? - Andere Bezeichnungen
  • Parotitis epidemica
  • Ziegenpeter
  • Wochendippel

Wie kommt es dazu? - Mögliche Ursachen
Mumps wird durch Viren ausgelöst. Sie werden zum einen über direkten Kontakt von Mensch zu Mensch übertragen, zum Beispiel durch Händeschütteln. Die Ansteckung kann aber auch über die Einatmung der Viren, die von den Kranken beim Sprechen, Atmen, Husten oder Niesen in die Luft geschleudert werden erfolgen.

Wie macht es sich bemerkbar? - Symptome
14 bis 24 Tage nach der Ansteckung zeigen sich die ersten Symptome. Mumps beginnt mit einer sehr schmerzhaften Schwellung der Speicheldrüsen am Kieferwinkel, meist zuerst auf einer Seite. Die "dicke Backe" schmerzt dem Kind beim Schlucken, Kauen und bei Kopfbewegungen. Nach einigen Tagen schwillt auch die andere Backe an. Leichtes bis hohes Fieber kann auftreten.

Wie geht es weiter? - Verlauf und Komplikationen
4 Wochen nach der Ansteckung ist die Krankheit abgeheilt und hinterlässt eine lebenslange Immunität. Gefährlich wird die Krankheit, wenn nicht nur die Speicheldrüsen, sondern Bauchspeicheldrüse, Hirnhäute oder Hoden befallen werden. Vor allem im Jugend- und Erwachsenenalter kann eine Entzündung der Hoden zu Unfruchtbarkeit führen. Um sich davor zu schützen, gibt es eine Schutzimpfung.

Was kann noch dahinter stecken? - Krankheitsbilder mit ähnlichen Symptomen
Verwechselt werden kann Mumps unter Umständen mit einer normalen Rachenentzündung bzw. Mandelentzündung. Auch das Pfeiffersche Drüsenfieber und Scharlach können sich mit ähnlichen Krankheitszeichen äußern.

Was rät die Großmutter? - Hausmittel und Verhaltenstipps
  • Umschläge auf der betroffenen Gesichtshälfte lindern die Schmerzen, das Kind bestimmt ob kühl oder warm.
  • Da das Kind schlecht schlucken kann, bietet sich Brei und flüssige Nahrung an.
  • Zur Schonung der Bauchspeicheldrüse, möglichst leichte Kost.
  • Wadenwickel senken das Fieber.

Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

© ABDATA

Mumps: Behandlung

Mumps klingt in den meisten Fällen nach ein bis zwei Wochen von selbst ab. Es gibt keine speziellen Medikamente, die den Verlauf der Erkrankung beeinflussen – die Behandlung zielt vielmehr darauf ab, die Beschwerden so gut wie möglich zu lindern.

Beschwerden lindern

Sie können einiges tun, um Beschwerden wie Fieber oder Schmerzen in Grenzen zu halten:

  • Wenn Ihr Kind Fieber hat, sollte es Bettruhe einhalten.
  • Bei hohem Fieber können Sie auf fiebersenkende Mittel zurückgreifen
  • Schwere Kost sollten Sie vermeiden, ebenso wie saure Getränke oder Nahrungsmittel. Saures kann die Speicheldrüsen zusätzlich reizen.
  • Sorgen Sie dafür, dass das Kind ausreichend trinkt.
  • Gegen Schmerzen, etwa durch die für Mumps typische Schwellung der Wangen, können vorübergehend Schmerzmittel (Analgetika) helfen. Auch kühlende Umschläge können wohltuend sein – in manchen Fällen hilft auch Wärme.
  • Neben dem regelmäßigen Zähneputzen können desinfizierende Mundspülungen hilfreich sein.
  • Wenn die Mumps-Viren die Hoden befallen haben und sich eine Hodenentzündung entwickelt hat, empfiehlt es sich, den Hoden hochzulagern und im Bett zu bleiben. In manchen Fällen ist zusätzlich eine Behandlung mit entzündungshemmenden Medikamenten notwendig.

Wann Sie zum Arzt gehen sollten

Wenn Sie den Verdacht haben, dass Ihr Kind – oder Sie selbst – an Mumps erkrankt sein könnten, sollten Sie immer Ihren Arzt aufsuchen. Mögliche Anzeichen für Mumps sind Schwellungen der Wange und Fieber. Der Arzt wird eine entsprechende Behandlung vorschlagen und Ihnen gegebenenfalls Medikamente verschreiben.

In jedem Fall ist ein (erneuter) Arztbesuch fällig, wenn

  • das Kind über Beschwerden wie Kopfschmerzen, Bauchschmerzen oder einen steifen Nacken klagt und sich erbrechen muss,
  • das Kind auch nach einer Woche noch Fieber hat,
  • das Fieber nach zwei bis drei Wochen erneut steigt und / oder
  • weitere Symptome hinzutreten, z.B. Hodenschmerzen.

Komplikation Hirnhautentzündung

Kopf- und Bauchschmerzen, Nackensteifigkeit und Erbrechen können ein Hinweis darauf sein, dass Mumps-Viren eine Hirnhautentzündung ausgelöst haben. Eine Hirnhautentzündung ist eine ernstzunehmende Erkrankung, die eine Behandlung im Krankenhaus erforderlich machen kann. Zögern Sie bei möglichen Anzeichen nicht, den Arzt zu rufen.

Ansteckung verhindern

Mumps ist eine ansteckende Krankheit. Daher sollte der Erkrankte möglichst wenig Kontakt zu anderen Menschen haben, es sei denn, es steht fest, dass die Kontaktperson bereits Mumps hatte oder vollständig dagegen geimpft ist.

Mumps ist meldepflichtig: Der Arzt wird das zuständige Gesundheitsamt informieren, wenn einer seiner Patienten infiziert ist. So lange die erkrankte Person ansteckend ist, muss sie Gemeinschaftseinrichtungen fernbleiben. Das bedeutet etwa, dass Kinder während dieser Zeit nicht in den Kindergarten oder in die Schule gehen dürfen oder dass Lehrer, Pfleger und Kindergärtner nicht arbeiten dürfen. Dies gilt ebenfalls, wenn nur der Verdacht auf Mumps besteht. Die jeweiligen Einrichtungen müssen zudem über die Erkrankung informiert werden. Auch Personen, in deren Haushalt ein Fall von Mumps auftritt, dürfen keine Gemeinschaftseinrichtungen besuchen, wenn sie bisher noch kein Mumps hatten oder nicht geimpft worden sind – denn sie könnten das Virus auf andere Menschen übertragen.

Auch wenn die Beschwerden schon abgeklungen sind, kann das Virus noch übertragen werden. Ein Erkrankter darf frühestens fünf Tage nach den ersten Symptomen wieder Gemeinschaftseinrichtungen besuchen. Die Entscheidung, wie lange der Erkrankte beziehungsweise der potenzielle Überträger zu Hause bleiben muss, liegt beim Arzt oder beim Gesundheitsamt.

Eine Impfung schützt

Die Impfung gegen Mumps zählt zu den sogenannten Standardimpfungen, das heißt, grundsätzlich wird allen Kindern und Erwachsenen zu einer solchen Impfung geraten. Bei der Impfung verabreicht der Art einen Kombinationsimpfstoff, der nicht nur vor Mumps, sondern auch vor Masern und Röteln schützt (sog. MMR-Kombinationsimpfstoff).

Die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut empfiehlt,

  • die erste Impfdosis im Alter von 11 bis 14 Monaten und
  • eine zweite Impfdosis im Alter von 15 bis 23 Monaten

zu verabreichen. Erst nach beiden Impfdosen ist der volle Impfschutz erreicht. In fast allen Fällen ist der Geimpfte mehrere Jahrzehnte oder auch lebenslang gegen das Virus immun. Nur sehr selten kommt es vor, dass geimpfte Personen trotzdem erkranken. Auch im späteren Alter kann die Mumps-Impfung noch nachgeholt werden.

Letzte Aktualisierung: Januar 2017

Quellen:

• Mumps - häufigste Speicheldrüsenentzündung bei Kindern & Jugendlichen. Online-Informationen des Deutschen Berufsverbands der Hals-Nasen-Ohrenärzte e.V.: www.hno-aerzte-im-netz.de (Abrufdatum: 8.1.2017)

• Mumps. Online-Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): www.infektionsschutz.de (Stand: 25.4.2016)

• Mumps (Parotitis epidemica). Online-Informationen des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte e.V.: www.kinderaerzte-im-netz.de (Stand: 30.7.2015)

• Mumps (Parotitis epidemica). RKI-Ratgeber für Ärzte. Online-Informationen des Robert Koch-Instituts: www.rki.de (Stand: 20.12.2013)

© aponet.de

Letzte Aktualisierung: Januar 2017

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