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Mundgeruch

Was ist das? - Definition
Mangelnde Mundhygiene und verschiedene Allgemeinerkrankungen führen zu einem üblen Geruch im Mund. Je nach Ursache ist er vorübergehend oder anhaltend und tritt alleine oder gemeinsam mit einem Körpergeruch auf.

Wie wird es noch genannt? - Andere Bezeichnungen
  • Halitose
  • Kakostomie

Wie kommt es dazu? - Mögliche Ursachen
Die Ursachen sind vielfältig. Häufigste Auslöser sind ungenügende Mundhygiene, krankhafte Zähne sowie Entzündungen im Mund- und Rachenraum. Zahn- und Zungenbeläge oder im Mund verbleibende Nahrungsreste werden durch Bakterien zersetzt, wodurch übelriechende Stoffwechselprodukte entstehen. Auch Hungern kann zu schlechtem Atem führen. Ebenso haben bestimmte Nahrungsmittel wie Knoblauch einen Mundgeruch zur Folge. Er entsteht dadurch, dass flüchtige aromatische Stoffe aus dem Darm in den Lungenkreislauf gelangen und in Form von Gasen abgegeben werden.

Was kann dahinter stecken? - Mögliche Krankheitsbilder
Mundgeruch kann neben harmlosen Ursachen auch Ausdruck für verschiedene Stoffwechselkrankheiten, Vergiftungen und Allgemeinerkrankungen sein. So haben Patienten, die an der Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) leiden, einen nach Aceton riechenden Mund- und Körpergeruch. Nierenpatienten riechen nach Harn, Leberpatienten eher süßlich-aromatisch. Ein übler Atem kann zudem Anzeichen für entzündete Zahnfleischtaschen, Mandelentzündungen, eitrige Entzündungen der Nebenhöhlen und Nasenkatarrhe sein. Auch bei Erkrankungen der Bronchien und Lunge sowie der Speiseröhre tritt Mundgeruch auf. Hält der schlechte Atem über einen längeren Zeitraum an, sollte daher unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.

Was rät die Großmutter? - Hausmittel und Verhaltenstipps
  • Regelmäßige Zahnpflege, möglichst nach jeder Mahlzeit. Zusätzlich Zahnseide, Mundduschen oder spezielle Bürstchen für die Zahnzwischenräume verwenden.
  • Mundwässer, Pastillen und Kaugummis mit ätherischen Ölen oder Chlorophyll überdecken den Mundgeruch. Bei Pastillen und Kaugummis sollte aber darauf geachtet werden, dass sie zuckerfrei sind.
  • Kleinere Zwischenmahlzeiten einnehmen.

Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

© ABDATA

Mundgeruch: Behandlung

Was hilft wirklich gegen Mundgeruch? Die Behandlung von Mundgeruch richtet sich nach den Ursachen – und diese liegen in 90 Prozent der Fälle im Bereich des Munds, der Nase oder des Rachens. Andere Ursachen, etwa Magenprobleme, stecken dagegen nur selten dahinter. Das heißt: Meist ist der Zahnarzt oder der HNO-Arzt erster Ansprechpartner, wenn es darum geht, etwas gegen den Mundgeruch zu unternehmen. Nicht zuletzt ist auch die Mitarbeit des Patienten von Bedeutung, um Mundgeruch loszuwerden: Durch eine gründliche und regelmäßige Zahnpflege kann Mundgeruch häufig schon deutlich reduziert oder sogar ganz beseitigt werden.

Oft ist Mundgeruch nur vorübergehender Natur, etwa, wenn er im Rahmen einer Mandelentzündung auftritt. Sobald die Entzündung abgeklungen ist, verschwindet auch der Mundgeruch. Je nach Ursache kann der Geruch aber auch hartnäckiger sein und länger anhalten.

Ursachen im Mund-, Nasen- oder Rachenraum: Was tun?

Mundgeruch, der sich im Bereich des Munds, der Nase oder des Rachens bildet – Ärzte sprechen auch von Foetor ex ore –, entsteht meist durch zu viele Bakterien. Ob mangelhafte Pflege der Zahnzwischenräume, ein verminderter Speichelfluss oder eine Mandelentzündung: Die Ursachen für eine verstärkte Bakterienbildung sind vielfältig. Die Bakterien "ernähren" sich von Eiweißen und abgestorbenen Zellen und setzen dabei unter anderem schwefelhaltige Substanzen frei, die den unangenehmen Geruch verursachen.

Wenn eine Erkrankung im Mund-, Nasen- oder Rachenbereich den Mundgeruch ausgelöst hat, wird der Zahnarzt oder der HNO-Arzt versuchen, die Ursache zu beseitigen. Einige Beispiele:

  • Bei einer hartnäckigen Zahnfleischentzündung wird der Arzt den Zahnapparat gründlich reinigen.
  • Bei einer chronischen Nasennebenhöhlenentzündung wird der Arzt ggf. Kortisonpräparate oder Nasenspülungen verschreiben.
  • Ist ein Tumor im Rachen die Ursache, wird der Arzt möglicherweise eine Operation oder eine Chemotherapie in Erwägung ziehen.

Wenn der Zahnarzt festgestellt hat, dass die Zahnpflege verbesserungswürdig ist, ist vor allem Eigeninitiative gefragt: Der Patient sollte seine Zahnpflegegewohnheiten entsprechend verändern.

Ursachen außerhalb von Mund-, Nasen- oder Rachenraum: Was tun?

Selten entsteht Mundgeruch durch Erkrankungen, die außerhalb von Mund, Nase oder Rachen liegen. Mögliche Ursachen sind zum Beispiel eine Stoffwechselentgleisung bei Diabetes, Vergiftungen oder Störungen im Verdauungsapparat oder in den Atemwegen. Ärzte sprechen bei dieser Form von Mundgeruch von Halitosis.

Eine Halitosis bildet sich in der Regel erst zurück, wenn die dahinterstehende Störung bzw. Krankheit beseitigt wurde. Die genaue Therapie richtet sich danach, was den Mundgeruch ausgelöst hat.

Essenzielle Halitosis: Ursache unbekannt
Manche Personen atmen übelriechende Fettsäuren aus. Die Ursache ist unbekannt. Ärzte sprechen auch von einer essentiellen Halitosis. Abhilfe kann eine spezielle Diät schaffen, die aus fettarmen Produkten besteht.

Was Sie selbst gegen Mundgeruch tun können

In den meisten Fällen von Mundgeruch kann der Patient entscheidend zur Behandlung beitragen:

  • Eine gründliche und regelmäßige Zahnpflege sollte selbstverständlich sein. Putzen Sie sich mindestens zweimal täglich die Zähne.
  • Mithilfe von Zahnseide können Sie die Zahnzwischenräume erreichen, in welche die herkömmliche Zahnbürste nicht gelangt. Fragen Sie Ihren Zahnarzt, wenn Sie unsicher sind, wie Sie die Zahnseide verwenden sollen.
  • Auf der Zunge bilden sich schnell Beläge, die Bakterien einen guten Nährboden bilden. Ein Zungenschaber kann die Bakterienzahl auf der Zunge verringern und so gegen Mundgeruch helfen.
  • Mit antibakteriellen Mundspülungen können Sie die Bakterienanzahl vorübergehend eindämmen – eine Dauerlösung gegen Mundgeruch sind solche Produkte allerdings nicht.
  • Mithilfe einer professionellen Zahnreinigung (PZR) beim Zahnarzt können Sie vorbeugen. Eine zahnärztliche Fachkraft entfernt bei der PZR Zahnstein und Zahnbelag, glättet die Oberfläche der Zähne und schützt den Zahnschmelz mit Fluorid.
  • Ein zu niedriger Speichelfluss fördert Mundgeruch. Dagegen hilft es, viel zu kauen – zum Beispiel ein zuckerfreies Kaugummi. Auch ein Apfel oder Schwarzbrot sind geeignet. Ebenfalls wichtig: Denken Sie daran, ausreichend zu trinken!
  • Verzichten Sie auf Nahrungsmittel, die stark riechen, zum Beispiel Knoblauch.

Um die Bakterienanzahl im Mundraum zu vermindern, ist Hygiene das A & O. In vielen Fällen hilft schon eine Umstellung der Pflegegewohnheiten, um sich vom Mundgeruch zu befreien. Zu einer gründlichen Mundpflege zählt nicht nur das tägliche Zähneputzen. Auch der Gebrauch von Zahnseide oder einem Zungenschaber wird empfohlen, um Bakterien keine Chance zu lassen.

Quellen:

• Online-Informationen der Bayerischen Landeszahnärztekammer: www.zahn.de (Abrufdatum: 15.3.2017)

• Bayerische Landeszahnärztekammer (BLZK): Mundgeruch. Online-Publikation: www.kzbv.de (Abrufdatum: 15.3.2017)

• Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2017

• Weber, T.: MEMORIX Zahnmedizin. Thieme, Stuttgart 2016

• Viegener, U.: Selbstmedikation: Mundgeruch – nein danke! Pharmazeutische Zeitung Online, Ausgabe 5 / 2014 (April 2014)

• Online-Informationen der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde: www.dgzmk.de (Stand: 25.9.2009)

© aponet.de

Letzte Aktualisierung: März 2017

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