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Pfeiffersches Drüsenfieber

Was ist das? - Definition
Das Pfeiffersche Drüsenfieber ist eine Erkrankung durch Viren (Eppstein-Barr-Virus). Betroffen sind vor allem Kinder im Kindergarten- und Schulalter, aber auch Erwachsene können erkranken. Auffällig ist die Schwellung der Lymphknoten im Halsbereich. Die Krankheit hinterlässt nachdem sie ausgeheilt ist, eine lebenslange Immunität.

Wie wird es noch genannt? - Andere Bezeichnungen
  • Infektiöse Mononukleose
  • Kusskrankheit


Wie kommt es dazu? - Mögliche Ursachen
Das Pfeiffersche Drüsenfieber wird durch Tröpfchen von Mensch zu Mensch übertragen. Das bedeutet, dass die Erreger entweder über direkten Kontakt, zum Beispiel durch Händeschütteln oder Küssen (daher auch der umgangssprachliche Name "Kusskrankheit") weitergegeben werden. Sie können aber auch durch Niesen oder Husten als kleinste Tröpfchen in die Luft geschleudert werden und so bei einem neuen "Opfer" landen.

Wie macht es sich bemerkbar? - Symptome
4 bis 14 Tage nach der Ansteckung fühlt der Patient sich müde, abgespannt und hat Hals- und Kopfschmerzen bei mäßigem Fieber. Die Lymphknoten, besonders im Halsbereich, schwellen an und schmerzen, wenn man darauf drückt. Der Hals ist entzündet und schmerzt beim Schlucken. Die Mandeln schwellen ebenfalls an, dadurch ist die Sprache "kloßig".

Wie geht es weiter? - Verlauf und Komplikationen
Der Arzt muss nachsehen, welcher Erreger die Entzündung hervorgerufen hat. Die Krankheitszeichen ähneln denen einer eitrigen Rachenentzündung, Scharlach oder Mumps. Das Fieber bleibt trotz Behandlung bestehen. Schließlich schwellen alle Lymphknoten an, im Bauch kann sich die Milz vergrößern. Die Lymphknoten am Kieferwinkel werden so groß wie ein Hühnerei und schmerzen auf Druck heftig. Dicke, gelbe Beläge können die Mandeln und den Gaumen bedecken. Auch nach Abklingen der Symptome kann es wochenlang dauern, bis sich der Patient wieder richtig "fit" fühlt. In seltenen Fällen kann die Leber und die Milz mit betroffen sein. Manchmal setzen sich die Viren am Herzmuskel und an den Hirnhäuten fest.

Was kann noch dahinter stecken? - Krankheitsbilder mit ähnlichen Symptomen
Verwechselt werden kann das Pfeiffersche Drüsenfieber mit einer normalen Rachenentzündung bzw. Mandelentzündung. Auch Mumps und Scharlach äußern sich mit ähnlichen Krankheitszeichen.

Was rät die Großmutter? - Hausmittel und Verhaltenstipps
  • Bettruhe
  • Wadenwickel zur Fiebersenkung
  • die Halsschmerzen können durch warme Schals gemildert werden
  • viel trinken und leichte Kost erleichtern das Krankheitsgefühl.

Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

© ABDATA

Pfeiffersches Drüsenfieber: Behandlung

Das Pfeiffersche Drüsenfieber (Mononukleose, EBV-Infektion) klingt in den meisten Fällen auch ohne spezielle Behandlung folgenlos wieder ab. Medikamente, die das Virus bekämpfen könnten, stehen nicht zur Verfügung – vielmehr geht es bei der Therapie darum, die Symptome so gut wie möglich zu lindern und dem Körper die nötige Ruhe zu gönnen.

Was der Arzt macht

Steht die Diagnose Pfeiffersches Drüsenfieber fest, sind häufig keine besonderen Behandlungsmaßnahmen notwendig. Vielmehr wird der Arzt den Verlauf der Erkrankung abwarten. Gegebenenfalls wird er fieber- und schmerzlindernde Mittel verschreiben. Diese Präparate enthalten Wirkstoffe wie Ibuprofen oder Diclofenac.

Nur in bestimmten Fällen ist bei einer Mononukleose eine weiterführende Behandlung durch den Arzt nötig:

  • Wenn sich im geschwächten Körper zusätzlich eine bakterielle Infektion entwickelt hat, wird der Arzt Antibiotika verabreichen, zum Beispiel Doxycyclin.
  • Manchmal ist es sinnvoll, dass der Arzt kortisonhaltige Präparate verschreibt, etwa, wenn der Patient aufgrund einer Lymphknotenschwellung schlecht Luft bekommt.
  • Bei einer schwerer ausgeprägten Erkrankung wird der Arzt ggf. die Gaumenmandeln entfernen, da dies in der Regel den Verlauf deutlich verkürzt.

Was Sie selbst tun können

Wer an Pfeifferschem Drüsenfieber erkrankt ist, kann eine Menge tun, um die Genesung zu unterstützen:

  • Schonen Sie sich! Während der akuten Krankheitsphase sollten Sie bzw. Ihr Kind möglichst das Bett hüten, damit sich der Körper erholen kann.
  • Trinken Sie viel! Das gilt insbesondere dann, wenn Sie Fieber haben. Bei Schluckstörungen durch geschwollene Mandeln und / oder Lymphknoten kann ein kühler Quarkwickel hilfreich sein.
  • Leicht verdauliches Essen belastet den Magen nicht zusätzlich. Eine spezielle Diät ist hingegen nicht erforderlich.
  • In manchen Fällen schwillt im Rahmen der Erkrankung die Milz an. Bei starker körperlicher Aktivität kann die Milz reißen, sodass man für mehrere Wochen keinen Sport treiben sollte. Fragen Sie daher unbedingt Ihren Arzt, wann Sie wieder aktiv sein können!

In Absprache mit dem Arzt können Sie auf Schmerzmittel zurückgreifen. Beachten Sie: Präparate mit dem Wirkstoff Acetylsalicylsäure sollten Sie bei Pfeifferschem Drüsenfieber vorsichtshalber nicht einnehmen. Falls durch die Erkrankung die Mandeln entfernt werden müssen, könnte der Wirkstoff zu einer stärkeren Blutung führen.

Verlauf

Wichtig bei der Behandlung des Pfeifferschen Drüsenfiebers ist vor allem eins: Geduld. Meist sind die akuten Symptome nach etwa drei Wochen wieder abgeklungen. Aber auch lange Zeit nach der Infektion kann sich das Pfeiffersche Drüsenfieber noch auswirken. Die Betroffenen sind mitunter noch über Wochen bis Monate Zeit abgeschlagen, rasch ermüdet und besonders anfällig für Infekte.

Nur selten nimmt das Pfeiffersche Drüsenfieber einen schweren Verlauf. In der Regel handelt es sich bei den Betroffenen um Personen, deren Immunsystem geschwächt ist, etwa nach einer Nierentransplantation. Auch wenn der Patient wieder gesund ist: Das verursachende Epstein-Barr-Virus verleibt lebenslang im Körper. Es ist möglich, dass das Virus reaktiviert wird, zum Beispiel, wenn die körpereigene Abwehr geschwächt ist. Meist nimmt eine erneute Erkrankung einen milden Verlauf – oder aber sie wird gar nicht bemerkt.

Wie kann man vorbeugen?
Eine Impfung gegen das EBV-Virus gibt es nicht. Insbesondere Personen, die eine Abwehrschwäche haben, etwa nach einer Organtransplantation, sollten den Kontakt zu akut erkrankten Personen meiden.

Quellen:

• Online-Informationen des Deutschen Berufsverbands der Hals-Nasen-Ohrenärzte e.V.: www.hno-aerzte-im-netz.de (Abrufdatum: 3.5.2017)

• Online-Informationen des Pschyrembel: www.pschyrembel.de (Stand: 2017)

• Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2017

• Suerbaum, S., et al.: Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie. Springer, Heidelberg 2016

• Kerbl, R. et al.: Checkliste Pädiatrie. Thieme, Stuttgart 2015

• Bänkler, W.: Kurzlehrbuch Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2015

© aponet.de

Letzte Aktualisierung: Mai 2017

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