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Salmonellen-Enteritis

Was ist das? - Definition
Von Salmonellen-Enteritis spricht man bei einer Infektion des Magen-Darm-Traktes durch mit Salmonellen-Bakterien verunreinigte Speisen.

Wie wird es noch genannt? - Andere Bezeichnungen
  • Salmonellose
  • Salmonellen-Gastroenteritis
  • Salmonellen-Vergiftung

Wie kommt es dazu? - Mögliche Ursachen
Zur Salmonellen-Enteritis kommt es durch verdorbene oder verunreinigte Speisen. Besonders "gefährliche" Gerichte sind Eiprodukte, Geflügel oder rohes Fleisch, vor allem im Sommer. So kann die beliebte italienische Nachspeise Tiramisu zu Salmonellose führen, weil sie rohes Ei enthält. Durch den Genuss mit Salmonellen-Erregern verunreinigter Speisen erkranken oft gleichzeitig mehrere Personen, die an einem gemeinsamen Essen teilnahmen.

Wie macht es sich bemerkbar? - Symptome
Die Salmonelleninfektion zeigt sich innerhalb von fünf Stunden bis drei Tagen durch rasante Brechdurchfälle und Bauchkrämpfe. Oft gehören auch Fieber, Kopfschmerzen und allgemeine Abgeschlagenheit zu den Symptomen einer Salmonellen-Enteritis.

Wie geht es weiter? - Verlauf und Komplikationen
In den meisten Fällen bessern sich die Symptome innerhalb von wenigen Tagen auch ohne Behandlung. Gerade bei abwehrgeschwächten Patienten, Kindern und älteren Menschen kann es jedoch schnell zur Austrocknung und dadurch zu Schock und Kreislaufkollaps kommen. Bleibt die Infektion vor allem bei Abwehrgeschwächten unbehandelt, kann es durch die Ansiedlung der Keime im ganzen Körper zu schweren und lebensbedrohlichen Komplikationen kommen.

Was kann noch dahinter stecken? - Krankheitsbilder mit ähnlichen Symptomen
Durchfall gehört als Symptom zu einer Reihe von Erkrankungen. Besonders nach Reisen ist deshalb auch an Tropenerkrankungen zu denken. Wenn die Symptome sehr schnell nach dem Essen auftreten, kann eine Lebensmittelvergiftung durch andere Keime dahinter stecken.

Verhaltenstipps
  • Wie bei jedem Durchfall ist auch bei Salmonellen-Infektionen der Ersatz der verloren gegangenen Flüssigkeit besonders wichtig. Dazu bieten sich Elektrolyt-Zubereitungen an, die in der Apotheke erhältlich sind.
  • Bei Kleinkindern oder älteren Menschen, die diese Menge nicht durch Trinken ersetzen können, muss die Flüssigkeit vom Arzt durch die Vene (Infusion) ersetzt werden.
  • Um den Erreger nachweisen zu können, sollten Speisereste oder Erbrochenes bzw. Stuhlproben aufbewahrt werden.
  • Durch Vorsichtsmaßnahmen lassen sich Salmonelleninfektionen vermeiden. Dazu gehören strenge Hygienemaßnahmen in der Küche. Nach Kontakt mit rohem Geflügelfleisch müssen immer die Hände gewaschen werden. Auftauwasser von gefrorenem Fleisch enthält oft große Mengen an Salmonellen.
  • Durch direkten Verzehr frischer Speisen und ausreichendes Kochen werden Salmonellen-Infektionen vermieden.

Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

© ABDATA

Salmonellen: Behandlung

Bei einer Salmonelleninfektion handelt es sich um eine Lebensmittelvergiftung, da die Erreger über Speisen aufgenommen werden und im Magendarmtrakt Beschwerden verursachen.

Bei einer Infektion mit Salmonellen besteht die Behandlung vorrangig darin, den durch Durchfall und Erbrechen entstandenen Elektrolyt- und Wasserverlust auszugleichen. Dazu sollte der Betroffene viel trinken, am besten Wasser und warmen (leicht gezuckerten) Tee. Ergänzend kann eine Elektrolytlösung aus der Apotheke sinnvoll sein, die den Mineralhaushalt ausgleicht. Das fertige Pulver enthält Salze, Mineralstoffe und Traubenzucker und wird in Wasser aufgelöst. .

Wenn es durch Salmonellen zu einem sehr hohen Flüssigkeitsverlust kommt, sollte eine Behandlung der Lebensmittelvergiftung im Krankenhaus mittels Infusionen erfolgen. Dort kann gleichzeitig die Kreislauffunktion überwacht werden. Um den Magendarmtrakt nicht übermäßig zu belasten, sollte man während und einige Tage nach Abklingen der durch Salmonellen ausgelösten Beschwerden nur leicht verdauliche Speisen zu sich nehmen und die normale Ernährung langsam wieder aufnehmen. Dazu eigenen sich zum Beispiel Reis, Bananen oder Zwieback. Um den Darm bei einer Salmonelleninfektion nicht zusätzlich zu reizen, ist es außerdem ratsam auf Kaffee, Fruchtsäfte, Limonaden, Alkohol und fettige Speisen zu verzichten.

Wenn die Infektion mit Salmonellen sehr schwer verläuft und es zu Komplikationen wie einer Blutvergiftung (Sepsis) oder dem sogenannten Systemic Inflammatory Response Syndrome (SIRS) (eine einer Blutvergiftung ähnlichen Entzündungsreaktion des Körpers) kommt, ist eine medikamentöse Behandlung mit Antibiotika angezeigt. Gleiches gilt bei Risikopatienten, wie bei Kindern im ersten Lebensjahr, älteren Patienten mit Immundefekten oder Personen, bei denen Anomalien der Herzklappen oder Gefäßen bekannt sind.

Gängige Wirkstoffe gegen Salmonellen sind Cephalosporine wie Ampicillin oder Co-Trimoxazol bei Kindern sowie Fluorochinolone wie Ofloxacin oder Ciprofloxacin bei Erwachsenen. Da die Erreger zunehmend Resistenzen gegen Antibiotika entwickeln, sollte vor der medikamentösen Behandlung einer Salmonelleninfektion grundsätzlich eine Resistenzbestimmung des Erregers erfolgen.

Eine Salmonellen-Infektion ist meldepflichtig und muss dem Gesundheitsamt spätestens 24 Stunden nach der Diagnose angezeigt werden.

Wie lange ist man bei einer Salmonelleninfektion ansteckend?

Mit Salmonellen infizierte Personen können oft noch einen Monat nach Abklingen der Symptome ansteckend sein. Kleine Kinder und ältere Erwachsenen scheiden mitunter noch mehrere Wochen oder Monate Erreger einer Salmonelleninfektion aus und sind entsprechend länger ansteckend.

Quellen:

Online-Informationen des Berufsverbands Deutscher Internisten e.V.: www.internisten-im-netz.de (Abrufdatum: 22.7.2017)

Online-Informationen des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen: www.gesundheitsinformation.de (Stand: 4.5.2016)

Online-Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: www.infektionsschutz.de (Stand 25.4.2016)

Salmonellose. Ratgeber für Ärzte. Online-Publikation des Robert Koch-Instituts: www.rki.de (Stand: 20.4.2016)

© aponet.de

Letzte Aktualisierung: Juli 2017

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