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Scharlach

Was ist das? - Definition
Scharlach ist eine schwere Erkrankung des gesamten Körpers durch Streptokokken-Bakterien. Als typische Kinderkrankheit tritt sie meist zwischen dem 3. und 10. Lebensjahr auf, vor allem in den Monaten Oktober bis März.

Wie wird es noch genannt? - Andere Bezeichnungen
  • Scarlatina

Wie kommt es dazu? - Mögliche Ursachen
Meist werden die Erreger, die Streptokokken-Bakterien, von Mensch zu Mensch durch Tröpfchen übertragen. Selten erkrankt man durch infizierte Gegenstände oder Nahrungsmittel. Menschen, die nicht an Scharlach erkrankt sind, können trotzdem die Bakterien übertragen und andere anstecken.

Wie macht es sich bemerkbar? - Symptome
2 bis 5 Tage nach der Ansteckung treten die ersten Krankheitszeichen, wie Fieber, Kopfschmerzen, Halsschmerzen (Angina, Mandelentzündung), und manchmal Erbrechen auf. Ab dem 4. Tag schilfert sich auf der Zunge ein Belag ab, es entwickeln sich kleine Buckel und die Zunge wird rot (Himbeerzunge). In den Leisten und Achseln erscheinen "scharlach-rote" Flecken. Sie breiten sich über den gesamten Körper, mit Ausnahme des Mundes, aus. Die Haut fühlt sich rau wie "Sandpapier" an. 1 bis 3 Wochen nach Krankheitsbeginn schuppt sich die Haut, besonders an den Händen und Füßen. Das Fieber klingt langsam ab.

Wie geht es weiter? - Verlauf und Komplikationen
Wird Scharlach nicht früh konsequent mit Antbiotika (Arzt aufsuchen!) bekämpft, so sind schwere körperliche Folgeschäden möglich. Die Bakterien können den Herzmuskel und das Gehirn angreifen. Als Spätfolge kann es zum rheumatischen Fieber kommen.

Was kann noch dahinter stecken? - Krankheitsbilder mit ähnlichen Symptomen
Masern, Röteln, Pfeiffersches Drüsenfieber und bakterielle Rachenentzündungen haben ähnliche Krankheitszeichen.

Was rät die Großmutter? - Hausmittel und Verhaltenstipps
  • Scharlach muss unbedingt medikamentös (Antbiotikum) behandelt werden. Der Hausarzt bestimmt über die Dosierung und die Medikamente.
  • Bettruhe
  • Viel trinken, etwa zwei bis drei Liter Wasser, Kräutertee oder Vitaminsaft pro Tag.
  • Da das Schlucken schwer fällt, sollte in den ersten Tagen auf feste Nahrung verzichtet werden.
  • Wadenwickel bei hohem Fieber.

Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

© ABDATA

Scharlach: Behandlung

Bei Scharlach erfolgt die ursächliche Behandlung in der Regel mit Antibiotika. Durch die Einnahme von Antibiotika klingen die Beschwerden schneller ab und das Risiko von Komplikationen sinkt. Auch die Zeit, in der der Erkrankte ansteckend ist, lässt sich dadurch verkürzen.

Behandlung mit Antibiotika

Mittel der ersten Wahl gegen Streptokokken ist bei Scharlach der Wirkstoff Penicillin. Penicillin wird über einen Zeitraum von 10 Tagen ein- beziehungsweise zweimal täglich eingenommen. Alternativ stehen bei Scharlach weitere Antibiotika zur Behandlung zur Verfügung – zum Beispiel im Fall einer Penicillin-Allergie. Dazu gehören Cephalosporine, Erythromycin oder andere Makroliden. Die Einnahme dieser Antibiotika erfolgt über 5 bis 10 Tage.

Wichtig: Brechen Sie die Einnahme von Antibiotika nicht frühzeitig ab! Auch wenn Sie keine Beschwerden mehr haben, sollten Sie die Packung vollständig aufbrauchen und die Medikamente vorschriftsmäßig einnehmen. Andernfalls können Krankheitserreger im Körper verbleiben und die Erkrankung kann erneut ausbrechen. Außerdem besteht die Möglichkeit, dass die restlichen Krankheitserreger resistent gegen das Antibiotikum werden – das heißt, sie passen sich an und verändern sich so, dass das Antibiotikum nicht mehr wirksam ist.

Beschwerden behandeln

Scharlach geht mit Beschwerden wie Halsschmerzen, Fieber und Schluckbeschwerden einher. Die symptomatische Behandlung zielt darauf ab, die Beschwerden zu lindern. So hilft es zum Beispiel gegen die Halsschmerzen, mit Salbei- oder Eibischtee oder mit desinfizierenden Lösungen zu gurgeln. Auch warme Halswickel, kühle Getränke oder Eis können bei Scharlach die Beschwerden lindern. Manche Menschen empfinden es außerdem als wohltuend bei Halsschmerzen Halsbonbons zu lutschen.
Auch mit schmerzlindernden und fiebersenkenden Medikamente mit den Wirkstoffen Ibuprofen oder Paracetamol lassen sich die Beschwerden behandeln.

Da vielen Erkrankten bei Scharlach das Schlucken schwerfällt, bietet sich weiche oder flüssige Nahrung wie zum Beispiel Suppen an. Darüber hinaus ist es vor allem bei Fieber wichtig, viel Flüssigkeit aufzunehmen, zum Beispiel in Form von Lindenblütentee.

Da Antibiotika nicht nur die schädlichen Bakterien beseitigen, sondern auch die nützlichen Bakterien der Darmflora angreifen, empfiehlt es sich, regelmäßig Joghurt zu essen, um die angeschlagene Darmflora zu unterstützen.

Wie lange sind mit Streptokokken Infizierte ansteckend?

Ohne Antibiotika-Therapie besteht bei Scharlach drei Wochen Ansteckungsgefahr. Durch die Behandlung mit Antibiotika lässt sich die Ansteckungsdauer wesentlich verkürzen: Mit Streptokokken Infizierte sind bereits 24 Stunden nach Beginn der medikamentösen Behandlung nicht mehr ansteckend.

Wenn eine Scharlach-Erkrankung nicht mit Antibiotika behandelt wird, darf der Erkrankte erst wieder mit Gesunden in Kontakt kommen, wenn die Symptome vollständig abgeklungen sind. Vorher sind Streptokokken im Körper aktiv und der Erkrankte noch ansteckend.

Scharlach-Impfung

Eine Scharlach-Impfung gibt es nicht. Das heißt, das man auch nach einer überstandenen Infektion nicht immun gegen die Erreger ist und sich immer wieder – auch im Erwachsenenalter – anstecken kann. Deshalb ist es wichtig, dass sich an Scharlach Erkrankte von gesunden Personen fernhalten. Als Vorbeugung gegen Scharlach gilt es, über wirksame Hygienemaßnahmen aufzuklären. Aufgrund der fehlenden Möglichkeit zur Impfung ist es besonders wichtig, Scharlach schnell zu erkennen und rasch eine Behandlung mit Antibiotika einzuleiten, um eine Ansteckung anderer zu vermeiden. Zu den Vorsichtsmaßnahmen gehört es auch, gesunde Geschwisterkinder von Kindern mit Scharlach nicht in Schule oder Kindergarten zu schicken, bis der Arzt grünes Licht gibt.

Quellen:

• Online-Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: www.infektionsschutz.de (Stand: 25.4.2016)

• Online-Informationen des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte: www.kinderaerzte-im-netz.de (Stand: 28.3.2016)

• Online:-Informationen des Instituts für Wirtschaftlichkeit und Qualität im Gesundheitswesen (IQWIG): www.gesundheitsinformation.de (Stand: 30.6.2014)

• Streptococcus pyogenes-Infektionen. RKI-Ratgeber für Ärzte. Online-Publikation des Robert Koch-Instituts: www.rki.de (Stand: 12.3.2009)

© aponet.de

Letzte Aktualisierung: März 2017

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