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An Grundschulen ein Pilotprojekt zur HPV-Impfung.

Die Ständige Impfkommission empfiehlt, Mädchen zwischen 9 und 14 Jahren gegen Gebärmutterhalskrebs impfen zu lassen.
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Do. 12. November 2015

Modellprojekt an Grundschulen: Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs

An Gebärmutterhalskrebs erkranken in Deutschland jedes Jahr laut Robert-Koch-Institut etwa 5.000 Frauen, fast 1.600 sterben daran. Für die meisten Krebsarten gibt es keine vorbeugende Impfung, das gilt jedoch nicht für Gebärmutterhalskrebs. Und je früher die Impfung erfolgt, desto besser ist der Schutz. Daher startet in diesem Schuljahr an hessischen Grundschulen ein Modellprojekt.

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Sich gegen Krebs impfen lassen, so wie gegen Masern, Mumps oder Röteln? Das geht, wenn der Krebs durch eine Infektion entsteht. Bei Gebärmutterhalskrebs ist das der Fall. Ein Hauptauslöser für diesen Krebs sind humane Papillomaviren (HPV), die vor allem bei sexuellen Kontakten übertragen werden. Vor den Hochrisiko-Typen dieser Viren schützt die HPV-Impfung.

Trotz überzeugender Studienlage und Kostenübernahme durch die gesetzlichen Krankenkassen ist die HPV-Impfrate in Deutschland noch gering: Nur jedes dritte Mädchen wird geimpft, in Hessen ist es sogar nur jedes fünfte. Um das zu ändern, startet in der Metropolregion Rhein-Neckar ein Modellprojekt, das mit dem Schuljahr 2015/16 im südhessischen Kreis Bergstraße anläuft. Beteiligt sind unter anderem die Initiative "Prävention in der Metropolregion Rhein-Neckar", das Hessische Ministerium für Soziales und Integration, der Kreis Bergstraße sowie Vertreter verschiedener Ärztegruppen. Ziel ist es, die Impfrate vor Ort deutlich zu steigern. Grundlage des Projekts, das zunächst an je drei Grundschulen in Bensheim und Lampertheim startet, ist die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-Institut. "Je früher die Impfung erfolgt, desto besser ist der Schutz, da das Immunsystem in jungen Jahren besonders gut auf die HPV-Antikörper anspricht", erklärt Dr. Claus Köster, Präsident des Gesundheitsnetzwerkes Rhein Neckar. Daher setzt das Projekt schon bei Grundschülerinnen der 4. Klasse an. Bei Elternabenden informieren Fachärzte ausführlich über die Impfung und beantworten alle Fragen zur Wirksamkeit und möglichen Nebenwirkungen. Interessierte Eltern können ihre Töchter anschließend an einem Impftag in der Schule von den beteiligen Ärzten impfen lassen.

In Zusammenarbeit mit allen beteiligten Partnern fließen die Erkenntnisse des Pilotprojekts in einen Handlungsleitfaden ein. Dieser wird unter anderem mit Unterstützung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auch anderen Städten und Regionen zur Verfügung gestellt.

GNRN/NK

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