Sie sind in: Startseite Service Neue Apotheken Illustrierte Archiv 2013 1. März Die besten Mittel gegen Migräne

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Mann beim Arzt hält sich den schmerzenden Kopf

Gegen Migräne kann der Arzt spezialisierte Arzneimittel verordnen.
© mangostock - fotolia

Die besten Mittel gegen Migräne

Gegen Migräne haben Arzt und Apotheker mehr auf Lager als allgemein bekannt. Die Neue Apotheken Illustrierte gibt einen Überblick über die Arzneistoffe, die aktuell gegen Migräne empfohlen werden.

Migräne geht zwar meist mit Kopfweh einher, doch sie unterscheidet sich deutlich von normalem Spannungskopfschmerz. Wie der Name schon sagt, liegt dem Kopfschmerz vom Spannungstyp meist eine verspannte Nackenmuskulatur zugrunde. Eine schlechte Sitzhaltung oder durch Stress verkrampfte Schultern verursachen ein Ziehen im Nacken, das sich schmerzhaft über den ganzen Kopf ausbreiten kann.

Bei der Migräne liegt der Fall anders. Über die genauen Ursachen rätseln Experten nach wie vor. Als sicher gilt, dass auf bestimmte Reize hin im Gehirn vermehrt der Nervenbotenstoff Serotonin freigesetzt wird, was örtlich zu einer schmerzhaften Entzündung der Blutgefäße führt.

Die unterschiedliche Entstehung beider Kopfschmerzarten verdeutlicht, dass es für Arzneistoffe verschiedene Ansatzpunkte geben muss, selbst wenn gewöhnliche Kopfschmerzmittel auch den meisten Migräne-Patienten helfen. Nach Auswertung der wissenschaftlichen Literatur bezeichnet die Deutsche Migräne- und Kopfschmerz-Gesellschaft (DMKG) mehrere Arzneistoffe als "erste Wahl" zur Behandlung akuter Migräneattacken, darunter folgende Schmerzmittel, die alle ohne Rezept in der Apotheke erhältlich sind (mg = Milligramm):

  • 2 Tabletten eines Kombinationspräparats aus Acetylsalicylsäure (ASS; 250 bis 265 mg) + Paracetamol (200 bis 265 mg) + Koffein (50 bis 65 mg)
  • ASS (900 bis 1000 mg) als Tablette oder Brausetablette
  • Ibuprofen (400 mg)
  • Paracetamol (1000 mg)
  • Phenazon (1000 mg)

Reichen diese Wirkstoffe jedoch nicht mehr aus, um die Migräne zu lindern, schlägt die Stunde der sogenannten Triptane. Diese Wirkstoffklasse wurde speziell gegen Migräne-Beschwerden entwickelt. Sie sorgt dafür, dass sich die erweiterten Blutgefäße im Gehirn wieder enger stellen, dass weniger Entzündungsbotenstoffe ausgeschüttet werden und dass die Ausbreitung von Schmerzreizen im Hirn gehemmt wird. Die Präparate wirken unterschiedlich lang, und nicht jedes Triptan hilft jedem Patienten. Bringt ein Triptan keine Besserung, können die Patienten in Rücksprache mit ihrem Arzt ein anderes ausprobieren. Folgende Wirkstoffe sind zurzeit in Deutschland im Handel:

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  • Eletriptan
  • Rizatriptan
  • Zolmitriptan
  • Frovatriptan
  • Sumatriptan
  • Naratriptan
  • Almotriptan

Mittlerweile gibt es Nara- und Almotriptan in bestimmten Dosierungen rezeptfrei in der Apotheke. Die DMKG stuft Naratriptan ebenfalls als Mittel der ersten Wahl zur Selbstbehandlung der Migräne ein. Almotriptan wurde in die Auswertung der DMKG nicht einbezogen, weil es zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch nicht rezeptfrei war. Experten gehen jedoch davon aus, dass es ähnlich gut wirksam und verträglich ist wie Naratriptan.

Wer häufiger unter starken Kopfschmerzen leidet, sollte das mit einem Arzt besprechen. Er kann feststellen, um welche Art von Kopfschmerzen es sich handelt, und dementsprechend eine passende Therapie mit oder ohne Arzneimittel einleiten.

RF

Wie chronische Migräne behandelt wird

Von einer chronischen Migräne sprechen Ärzte, wenn die Patienten über einen Zeitraum von mehr als einem Vierteljahr an mehr als 15 Tagen im Monat unter Spannungskopfschmerz und/oder Migräne leiden. An mindestens acht Tagen davon muss ein migränetypischer Kopfschmerz vorliegen.

Fachleute empfehlen bei dieser Art von Migräne ein Therapiekonzept, das Neurologen, Verhaltenspsychologen, Sporttherapeuten und eventuell Psychiater und Zahnärzte einbezieht. Dabei kommen zur Vorbeugung Medikamente, Stressbewältigungstraining, Entspannungstechniken und/oder moderater Ausdauersport zum Einsatz.

Um die Anzahl der Schmerzattacken bei chronischer Migräne zu verringern, gibt es bisher zwei Arzneistoffe it überzeugenden Studiendaten. Zum einen den Wirkstoff Topiramat, der ursprünglich als Mittel gegen Epilepsie entwickelt wurde. Eher durch Zufall fiel auf, dass Topiramat-Patienten seltener Migräne bekamen. Wegen vieler Nebenwirkungen ist dieses Medikament jedoch nicht unproblematisch und sollte langsam aufdosiert werden.

Zum anderen zeigte sich bei Injektionen mit Botulinumtoxin A eine Wirkung gegen chronische Migräne. Schönheitschirurgen in den USA war aufgefallen, dass Patienten, deren Falten sie mit Botulinumtoxin behandelten, seltener Migräne bekamen.

Wie dieses Mittel genau wirkt, ist bis heute nicht bekannt. Inzwischen haben mehrere Studien die Wirksamkeit jedoch bestätigt, und das Mittel ist in Deutschland zur Therapie chronischer Migräne zugelassen.

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