Alkoholsucht: 1,5 Millionen Deutsche sind betroffen

PZ | 23.01.2024

Etwa 1,5 Millionen Menschen wurden im Jahr 2022 wegen Alkoholsucht behandelt, geht aus einer Analyse der Krankenkasse Barmer hervor. Eine Altersgruppe ist besonders betroffen.
Männer in der zweiten Lebenshälfte sind besonders häufig alkoholkrank. image.originalResource.properties.copyright

Insgesamt 1.058.000 Männer und 467.000 Frauen mit Alkoholsucht wurden in Deutschland 2022 ambulant oder stationär behandelt, teilte die Krankenkasse Barmer am Montag mit. Das gehe aus einer Auswertung des Barmer-Instituts für Gesundheitssystemforschung (BIfG) hervor. Dabei waren vor allem Menschen in der zweiten Lebenshälfte betroffen. In der Altersgruppe der 55- bis 64-Jährigen sei bei rund 303.000 Männern und bei rund 116.000 Frauen eine Alkoholsucht diagnostiziert worden.

„Alkoholismus entwickelt sich in der Regel über viele Jahre. Die Sucht wird verstärkt bei Personen diagnostiziert, die in den 1950er- und 60er-Jahren geboren wurden. Wichtig ist, dass die Betroffenen eine passgenaue Hilfe suchen und bekommen“, sagt Professor Dr. Christoph Straub, Vorstandsvorsitzender der Barmer.

Obwohl die Risiken von übermäßigem Alkoholkonsum heutzutage stärker im Vordergrund stünden, sei die Zahl alkoholabhängiger Menschen in Behandlung in den vergangenen Jahren leicht gestiegen. Im Jahr 2017 seien bundesweit 1.020.000 Männer und 453.000 Frauen nachweislich alkoholabhängig gewesen.

Die Auswertung zeigt auch gewisse regionale Unterschiede: So waren in Mecklenburg-Vorpommern, Bremen und Berlin jeweils 2,35 Prozent, 2,28 beziehungsweise 2,14 Prozent der Bevölkerung alkoholabhängig. Der Bundesdurchschnitt lag bei 1,7 Prozent. Die geringsten Anteile gab es in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Hessen mit 1,45 Prozent, 1,50 Prozent beziehungsweise 1,51 Prozent.