Kleider machen Ärzte

11.02.2015

Lässig, formell oder mit weißem Kittel: Wie Patienten einen Arzt wahrnehmen, hängt nicht nur von deren Fachkompetenz sondern auch von deren Kleidung ab. Zu diesem Schluss kommen US-Forscher, die sich mit der Wirkung ärztlicher Outfits beschäftigt hatten.
Viele Patienten vertrauen formell gekleideten Ärzten und solchen im weißen Kittel mehr. image.originalResource.properties.copyright

Wie die Forscher um Christopher Petrilli von der University of Michigan in ihrer Übersichtsarbeit feststellten, bevorzugen die meisten Patienten bei ihrem Arzt formelle Kleidung und auf keinen Fall einen Freizeit-Look. Mit einem Anzug/Kostüm oder weißen Kittel vermitteln Ärzte wie Ärztinnen ihren Patienten ein Gefühl von Vertrauen und Sicherheit. Wie wichtig den Menschen das ärztliche Outfit sei, hänge allerdings auch mit dem Alter und dem Kulturkreis zusammen, berichten die Forscher in der Fachzeitschrift British Medical Journal Open. Im Allgemeinen vertrauten vor allem Europäer und Asiaten egal welchen Alters und US-Amerikaner über 50 formell gekleideten Ärzten mehr. Dagegen akzeptierten Amerikaner der Generation X und Y lässiger gekleidete Ärzte eher.

Die Kleiderfrage tritt allerdings in den Hintergrund, wenn es zu einem Notfall kommt. Bei vier von sieben Studien mit Patienten, die operiert wurden, berichteten die Autoren, dass die Kleiderwahl der Ärzte keine Rolle spiele und medizinische Kleidung nicht bevorzugt wurde. Gleiches galt für vier von fünf Studien mit Patienten, die als Notfall oder intensivmedizinisch behandelt wurden.

Insgesamt hatten die Wissenschaftler 30 Studien mit mehr als 11.000 Patienten aus 14 Ländern analysiert. Dabei stellten sie auch fest, dass Ärzte, obwohl es für das Vertrauen der Patienten so wichtig sei, mit der Kleiderwahl oft alleingelassen werden. So sei nur in wenigen Kliniken genau vorgeschrieben, was Ärzte tragen sollen. Oft gebe es nur den Hinweis, die Kleidung solle professionell sein.

HH