Lungenkrebs nimmt nach Rauchstopp weniger als erwartet ab

ZOU | 17.04.2024

In Schweden ist die Anzahl der Raucher stark zurückgegangen. Trotzdem ist die Zahl der Lungenkrebsfälle in der Bevölkerung nicht so gesunken wie erwartet und hat bei Frauen sogar zugenommen.
Rauchen ist der größte vermeidbare Risikofaktor für Lungenkrebs. image.originalResource.properties.copyright

Zwischen 1970 und 2021 war in Schweden der Verkauf von Zigaretten im Jahr 1980 mit 1800 Zigaretten pro Person am höchsten. Dieser ist im Jahr 2021 auf 600 Zigaretten pro Person gesunken, also auf ein Drittel. Aufgrund früherer Studien würde man erwarten, dass sich dies in der Häufigkeit von Lungenkrebs bei älteren Menschen niederschlägt. Aber 1970 war Lungenkrebs bei Männern im Alter von 75 bis 79 Jahren insgesamt genauso häufig wie im Jahr 2021. Die Zahl der Plattenepithelkarzinome ist bei ihnen zwar deutlich zurückgegangen, aber bis 2021 haben sich Adenokarzinome versechsfacht. Bei Frauen ist das Risiko für Plattenepithelkarzinome in derselben Altersgruppe auf das gleiche Niveau gestiegen wie bei den Männern, und auch beim Adenokarzinom ist es für Frauen und Männer ähnlich hoch. Dabei haben Frauen in den 1970er Jahren noch deutlich seltener geraucht als Männer.

„Rauchen ist zweifellos der wichtigste Risikofaktor für Lungenkrebs. Daher ist es verwunderlich, dass der Rückgang beim Rauchen in den Krebsstatistiken noch nicht stärker sichtbar wird. Es bedarf weiterer Forschung, um herauszufinden, warum das so ist“, sagte Prof. Bengt Järvholm von der Universität Umeå. Er fügte hinzu: „Diese Ergebnisse sollten auf keinen Fall so interpretiert werden, dass es sinnlos ist, mit dem Rauchen aufzuhören. Im Gegenteil: Die Studie betont, wie wichtig es ist, früh aufzuhören und noch besser möglichst nie damit anzufangen, da das Risiko für Lungenkrebs möglicherweise länger erhöht ist, als wir bisher angenommen haben.“

Quelle: DOI 10.1093/eurpub/ckae050