Wer hohes Gripperisiko hat

14.03.2011

Menschen in Grippe-Endemiegebieten, medizinisches Personal oder Flugreisende haben ein erhöhtes Risiko, sich mit Grippe anzustecken. Schutz bieten die jährliche Grippeimpfung und andere Vorsorgemaßnahmen.

Wer ist am meisten gefährdet, sich mit Grippeviren zu infizieren?

Hellmann: Das sind die Gruppen, die voraussichtlich am meisten Kontakt zu Erregern bekommen. Hierzu zählt zum Beispiel das Personal in Arztpraxen und Krankenhäusern sowie in Alten- und Pflegeheimen. Weiterhin ist jeder gefährdet, der in Gebiete reist, in denen sich bereits viele Menschen mit dem Grippevirus infiziert haben. Wir Ärzte sprechen auch von sogenannten Endemiegebieten. Dies gilt besonders für Flugreisende.

Wieso sind gerade Flugreisende gefährdet?

Hellmann: Mit dem Flugzeug gehen nicht nur Menschen, sondern auch Krankheitserreger auf Reisen. Die Passagiere sitzen eng beieinander. Die Grippeviren können leicht von einer Person zur nächsten wandern. Zudem verteilt die Klimaanlage an Bord nicht nur die Luft, sondern auch die Erreger. Ähnliches gilt zum Beispiel auch für Großraumbüros mit ihren klimatisierten Arbeitsplätzen.

Was kann das Gripperisiko senken?

Hellmann: An erster Stelle steht die Grippeschutzimpfung. Diese empfehle ich vor allem denjenigen, die ein erhöhtes Risiko dafür besitzen, dass die Grippeinfektion einen problematischen Verlauf nimmt. Hierzu zählen zum Beispiel chronisch Kranke wie Diabetiker, Patienten mit einem geschwächten Immunsystem und Personen in Pflegeheimen und Krankenhäusern. Außerdem rate ich, Menschenansammlungen, etwa in U-Bahnen oder Kaufhäusern, zu meiden. Natürlich hilft es auch, sich regelmäßig die Hände zu waschen oder zu desinfizieren, um das Ansteckungsrisiko zu senken.