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Rote Johannisbeeren mit Strauch im Hintergrund

Rote Johannisbeeren schmecken säuerlich, weiße sind milder und schwarze herb-aromatisch.
© Marina Lohrbach - Fotolia

Johannisbeeren: Da steckt Gesundheit drin!

Johannisbeeren schmecken wunderbar, und besonders die schwarzen warten mit Spitzenwerten an Vitaminen, Mineral- und Ballaststoffen auf. Gesünder geht's kaum!

Manche Wörter sind wie Schatzkisten: Öffnet man den Deckel, kommen uralte Bedeutungen, vergessene Traditionen und verstaubte Bräuche zum Vorschein. Johannisbeeren ist so ein Wort. Sie sind nach dem Johannistag benannt, dem 24. Juni.

Dieser Tag markiert nicht nur den Geburtstag von Johannes dem Täufer, er liegt auch nahe bei der Sommersonnenwende. Und so ist der 24. Juni eng mit Volksglauben, Bräuchen und Bauernregeln verknüpft – so eng, dass er sprachlich fest verankert ist. Zum Beispiel beginnt rund um den Johannistag, das Johanniskraut zu blühen, Johanniskäfer, also Glühwürmchen, flimmern dann besonders hell – und die Johannisbeeren werden reif. Die erfrischenden Fruchtkugeln wachsen in Trauben an einem Kleinstrauch aus der Familie der Steinbrechgewächse. Es gibt sie in drei Farben: Beeren der Gattung Ribes rubrum färben sich leuchtend rot oder weiß, die der Gattung Ribes nigrum schwarz. Sie unterscheiden sich deutlich im Geschmack: Bei den Roten dominiert meist die säuerliche Note, die Weißen schmecken milder, und die Schwarzen herb-aromatisch.

Mehr als genug Vitamin C

Johannisbeeren sind das beste Beispiel für ausgesprochen gesunde Gaumenfreuden. Die kleinen Kugeln haben es nämlich in sich: Rote und weiße Beeren sind bereits mit ordentlichen Mengen an Vitamin C, Kalium, Eisen, Ballaststoffen sowie rot färbenden Anthocyanen gesegnet.

Gegen ihre schwarzen Verwandten sehen sie allerdings blass aus, denn diese warten mit unschlagbaren Spitzenwerten auf. So enthalten 100 Gramm schwarze Beeren 175 Milligramm Vitamin C. Diese Menge entspricht fast dem doppelten Tagesbedarf und übertrifft die roten Johannisbeeren um das Fünffache. Das Vitamin schützt unter anderem die Zellen, fördert die Heilung von Wunden und Verletzungen und sorgt dafür, dass der Körper Eisen aus pflanzlicher Nahrung besser verwerten kann. Das Zusammenspiel funktioniert bei roten und schwarzen Johannisbeeren, die beide mehr Eisen als andere Obstsorten enthalten.

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Ein weiterer Trumpf ist der hohe Ballaststoffgehalt: Mit rund sieben Gramm pro 100 Gramm Beeren liefern die schwarzen Johannisbeeren doppelt so viel wie die roten Vertreter und decken damit bereits ein Viertel der empfohlenen Tagesration. Die unverdaulichen Pflanzenfasern sorgen nicht nur für schnelle, lang anhaltende Sättigung und helfen so, das Gewicht zu regulieren. Sie senken auch den Cholesterin- und Blutzuckerspiegel und fördern eine funktionierende Verdauung.

Noch ein Pluspunkt ist der hohe Gehalt an Anthocyanen: Die schwarzen Farbpigmente gehören zu den Flavonoiden und haben viele gesunde Wirkungen – unter anderem wehren sie als starke Antioxidanzien zellschädigende Sauerstoffradikale ab, senken vermutlich das Risiko für bestimmte Krebsarten sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen und stärken das Immunsystem. Auch bei diesen Stoffen liegen die Schwarzen vorn: Sie enthalten etwa zehnmal so viel Anthoycane wie rote Johannisbeeren.

Johannisbeeren sind empfindliche Früchte und halten sich im Kühlschrank etwa zwei bis drei Tage. Vor der Zubereitung braust man sie zuerst unter fließend kaltem Wasser ab und streift sie dann von den Rispen. Die Saison ist kurz und dauert nur rund sechs Wochen von Mitte Juni bis Anfang August. Greifen Sie also reichlich zu und belegen Sie Kuchen damit, kochen Konfitüre und rote Grütze, machen Saft, Eis oder Sorbet. Johannisbeeren sind aber nicht nur in süßen Speisen der Hit. Sie machen sich auch im Chutney hervorragend und glänzen dann als fruchtig-scharfe Begleiter zu Wild oder kaltem Braten.

Leckeres Chutney

Probieren Sie es aus: Für ein Kilo Chutney zuerst 250 Gramm Schalotten schälen und halbieren. Drei milde grüne Chilischoten längs aufschneiden, die Kerne entfernen und die Schoten dann in feine Streifen schneiden. Je eine Bio-Orange und Bio-Zitrone waschen, hauchdünn schälen und die Schale in dünne Streifen schneiden. 125 Milliliter roten Johannisbeersaft mit 50 Gramm Zucker, 2 Lorbeerblättern, 1/2 Teelöffel Salz, Schalotten, Chili-, Orangen- und Zitronenstreifen in einem Topf offen etwa 15 Minuten köcheln lassen, bis der Saft karamellisiert. Inzwischen ein Kilogramm rote Johannisbeeren waschen und abstreifen, eine rote Chilischote mitsamt Kernen fein hacken. Beides mit 350 Gramm Gelierzucker (1:1) und 2 Esslöffeln Zitronensaft zum Johannisbeersaft geben und unter Rühren vier Minuten sprudelnd kochen. Abschmecken, in saubere Gläser mit Schraubverschluss füllen, kalt stellen und durchziehen lassen. Guten Appetit!

Dipl. oec. troph. Dorothee Hahne

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